Aktuell

Sebastião Salgado erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2019

»Gepostet am 20 Okt, 2019 | Keine Kommentare

Der brasilianische Fotograf, Fotoreporter und Umweltaktivist Sebastião Salgado erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Wim Wenders hielt die beeindruckende Laudatio. „Klimawandel, Naturkatastrophen, Migration, Arbeitsbedingungen: Es sind die großen Themen dieser Zeit, die Folgen der Globalisierung, die Sebastião Salgado in seinen Bildern bearbeitet“, so begründet Börsenverein-Vorsteher Heinrich Riethmüller die Wahl dieses großartigen wie bescheidenen Preisträgers. „Wir haben einen wunderschönen Planeten − den wir schützen und auf dem wir Gesundheit und Reichtum gerecht verteilen müssen“ sagt Salgado. Von vielen Krisenherden dieser Welt hat er mit der Kamera Zeugnis abgelegt − darunter Kriege und Völkermorde in Burundi, Ruanda, im ehemaligen Jugoslawien. Salgado galt eine Zeit lang als vermisst, hatte Alpträume, wurde krank: „Trotzdem musste ich diese Aufnahmen machen.“ Hoffnung in die Menschheit, in die Zukunft habe er damals nicht mehr gehabt, gestand der Fotograf. Heute widmet er sich in einem Tal im Amazonasgebiet, auf einer Farm der Familie, zusammen mit seiner Frau Lelia und seinem Instituto Terra einem großen Wiederaufforstungsprojekt. Nahezu 2,5 Millionen Bäume wurden hier neu gepflanzt, bei weiteren Renaturierungsprojekten und Schulungen für die Landwirtschaft arbeitet Salgado unter anderem mit der Förderbank KfW zusammen. „Die Erde erholt sich wieder, die Tierwelt auch“, berichtete er. Termiten, Jaguare, Affen: Jede Spezies sei genauso wichtig wie der Mensch, viele davon seien durch die Aufforstung in das Gebiet zurückgekehrt: „Das hat auch meine Hoffnung zurückgebracht. Der Planet wird in jedem Fall überleben − es kann nur sein, dass er den Menschen dafür einfach rausschmeißt.“ Buch-Tipps: Sebastião Salgado mit Isabelle Francq: Mein Land, unsere Erde. Nagel & Kimche, 2019, 22 € Sebastião Salgado: Africa, Taschen Verlag, 2007, 60 € Sebastião Salgado: Exodus, Taschen Verlag, 2016, 50 € Sebastião Salgado: Gold, Taschen Verlag, 2019, 50 € Sebastião Salgado: Genesis, Taschen Verlag, 2019, 60 € Foto: (c) Tobias Bohm, Quelle: Börsenverein des Deutschen...

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Deutscher Buchpreis 2019 für „Herkunft“ von Saša Stanišić

»Gepostet am 15 Okt, 2019 | Keine Kommentare

Saša Stanišić wurde soeben im Frankfurter Römer für seinen Roman „Herkunft“ (Luchterhand) mit dem Deutschen Buchpreis 2019 ausgezeichnet. In der Begründung der Jury heißt es: „Saša Stanišić ist ein so guter Erzähler, dass er sogar dem Erzählen misstraut. Unter jedem Satz dieses Romans wartet die unverfügbare Herkunft, die gleichzeitig der Antrieb des Erzählens ist. Verfügbar wird sie nur als Fragment, als Fiktion und als Spiel mit den Möglichkeiten der Geschichte. Der Autor adelt die Leser mit seiner großen Fantasie und entlässt sie aus den Konventionen der Chronologie, des Realismus und der formalen Eindeutigkeit. ‚Das Zögern hat noch nie eine gute Geschichte erzählt‘, lässt er seine Ich-Figur sagen. Mit viel Witz setzt er den Narrativen der Geschichtsklitterer seine eigenen Geschichten entgegen. ‚Herkunft‘ zeichnet das Bild einer Gegenwart, die sich immer wieder neu erzählt. Ein ‚Selbstporträt mit Ahnen‘ wird so zum Roman eines Europas der Lebenswege.“ Stanišić war in diesem Jahr zum dritten Mal (nach 2006 und 2014) in der Juryauswahl für die Long- bzw. Shortlist des Deutschen Buchpreises. Bei der Preisverleihung nutzte Stanišić die Öffentlichkeit für eine ernste Botschaft: Er kritisierte – sichtlich um Fassung bemüht -die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke, der die Fakten des bosnisch-serbischen Krieges leugne: „Ich hatte das Glück zu entkommen“, sagte Stanišić, „und ich feiere mit Olga Tokarczuk die Literatur, die alles versucht, und die uns Leser nicht für dumm verkaufen will, indem sie das Poetische in Lüge verkleidet – und zwar freiwillig“. Die komplette Rede von Stanišić findet sich auf der Website des ORF. Stanišić bedankte sich herzlich bei der Jury und bei seinem Verlag, insbesondere seiner Lektorin Katja Saemann, und, da er selbst gesundheitlich nicht in Form war, rief dem Publikum zu: „Lassen Sie sich nicht anstecken – außer von guter verkäuflicher und unverkäuflicher Literatur!“ „Der Deutsche Buchpreis will die Aufmerksamkeit auf die deutschsprachige Romanliteratur in ihrer Qualität und Vielfalt lenken. In den letzten 15 Jahren ist er für die Gegenwartsliteratur und unseren Literaturbetrieb unverzichtbar geworden. Nicht nur, weil dieser Preis Autorinnen und Autoren unterstützt, sich zu entfalten und eine größere Öffentlichkeit zu erlangen, sondern insbesondere auch, weil zu keinem Zeitpunkt so leidenschaftlich über Bücher gesprochen wird, wie im Umfeld dieser Preisverleihung“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: Raphaela Edelbauer: „Das flüssige Land“ (Klett-Cotta)Miku Sophie Kühmel: „Kintsugi“ (S. Fischer)Tonio Schachinger: „Nicht wie ihr“ (Kremayr & Scheriau)Norbert Scheuer: „Winterbienen“ (C.H.Beck)Jackie Thomae: „Brüder“ (Hanser Berlin). Saša Stanišić erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 203 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2018 und dem 17. September 2019 erschienen sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Jurorinnen und Juroren sechs Titel für die Shortlist gewählt. Zur Auszeichnung Mit dem Deutschen Buchpreis 2019 zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Förderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland. Quelle: Börsenblatt des Deutschen Buchhandels, 14. Oktober...

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Simenon zum Sammeln. Mit dem belgischen Krimi-Klassiker durchs Jahr

»Gepostet am 29 Aug, 2019 | Keine Kommentare

Der Atlantik Verlag bringt von Juli 2019 bis ins Jahr 2026 alle Romane von George Simenon in einer neuen, modernen Taschenbuch-Edition heraus – ein Mammut-Projekt! Der Buchhandel unterstützt dieses Unterfangen. Bei uns kann man sich kostenlos eine nostalgische „Simenon Sammelkarte“ abholen. Wer alle Titel, die im ersten halben Jahr der Aktion erscheinen, kauft, kann sich im Januar über ein besonderes Geschenk vom Atlantik Verlag freuen – überreicht von eurer Buchhandlung.Zwei Romane von August wecken z.B. die Reiselust: Einer entführt euch an die Côte d’Azur, der andere nimmt euch mit auf einen rasanten Road Trip durch die USA… Über den belgischen Krimi-Klassiker: Georges Simenon wurde am 13. Februar 1903 in Lüttich geboren, wo er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Er war ein guter Schüler, musste die Schule jedoch aufgrund einer schweren Erkrankung seines Vaters, der Versicherungsangestellter war, vorzeitig verlassen. Erste Erfahrungen mit der Literatur machte er als Verkaufsgehilfe in einer Buchhandlung, wurde aber bereits nach sechs Wochen entlassen. Eine Konditorlehre brach er vorzeitig ab. Danach wurde er Lokalreporter bei der „Gazette de Liége“, wo er Prozessberichte und eine Klatschspalte schrieb. Schon 1920 erschien sein erster Roman „Au Pont des Arches“. 1923 ging Simenon nach Paris. In den zwanziger Jahren verdiente er recht gut mit dem Schreiben von Groschenromanen. Pro Jahr schrieb er etwa 100 Kurzgeschichten, die er weiterhin unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte, da er sich noch nicht als vollwertigen Schriftsteller betrachtete. Bis 1924 war Simenon Privatsekretär und Reisebegleiter des Marquis de Tracy, im Jahre 1925 schloss er einen Vertrag mit dem Verleger Tallandier über die regelmäßige Lieferung von Groschenromanen. Den ersten seiner Romane, „Le roman d’une dactylo“, schrieb er an einem Vormittag im Sommer 1924 auf einer Cafe-Terrasse. Seinen Kommissar, Jules Maigret, schuf er 1929. Bis 1934 schrieb er 38 Maigret-Romane; anschließend Romane der Psychologie, bis er im zweiten Weltkrieg die Figur Maigret wieder aufnahm. 1945 immigrierte Simenon in die USA, kehrte aber 1955 nach Frankreich zurück. Bis 1972 schrieb er zwei bis drei „Maigret“-Romane pro Jahr und etwa dieselbe Anzahl an Psycho-Thrillern. Seinen Lebensabend verbrachte Simenon in der Schweiz. Er starb 1989 in Lausanne. Georges Simenon gilt als der »meistgelesene, meistübersetzte, meistverfilmte, in einem Wort: der erfolgreichste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts« (Die Zeit). Seine erstaunliche literarische Produktivität (75 Maigret-Romane, 117 weitere Romane und mehr als 150 Erzählungen), viele Ortswechsel und unzählige Frauen bestimmten sein Leben. Rastlos bereiste er die Welt, immer auf der Suche nach dem, »was bei allen Menschen gleich ist«. Das macht seine Bücher bis heute so...

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Neue DenkArtikel im Sortiment: Anstecknadeln von Goethe, Kafka & Co.

»Gepostet am 23 Aug, 2019 | Keine Kommentare

Was sogenannte „Non-Books“ in unserem Sortiment angeht, sind wir bekanntlich sehr zurückhaltend. Aber diese witzigen Anstecknadeln zu Ehren großer Vor-, Weiter- und Querdenker haben wir gleich ins Sortiment genommen! Die zweiteiligen Pins (Preis 7.95 €) bestehen jeweils aus Kopf & Attribut von Marie Curie, Charles Darwin, Albert Einstein, Sigmund Freud, Johann Wolfgang von Goethe, Jane Goodall, Franz Kafka, Frida Kahlo, Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Platon und Vincent van Gogh. Das Label „Tales & Telos“ bezeichnet sie als „merk-würdige Produkte für außergewöhnliche Menschen (und umgekehrt); Impulsgeber und Geschenkidee für die zynischen Romantiker, die Augenroller, die Vielgereisten, die Schwerbeschenkbaren, die Störenfriede, die Hoffnungsträger. „ Und das ist der sympathische Urheber dieser originellen „Denkartikel“: René Martens, gebürtiger Niederrheiner, zog einst aus, um das Leben zu lernen. Nach 10 Jahren, 123 Ländern und über 200.000 km im Motorradsattel kehrte er zurück in die Heimat. Mit Flügeln & Wurzeln fühlte er sich endlich und nachhaltig ins Leben integriert. Als 6. Generation stieg er ins Familienunternehmen ein: „Irgendwo zwischen Tradition und Innovation, zwischen Handwerklichkeit und Design produziere ich heute Möbel. Und ganz nebenbei eben auch Denkartikel. Das sind merk-würdige Mementos für humorfähige Querdenker. Produkte, die anregen wollen zum Denken und Schmunzeln. Entstanden aus der Hoffnung, dass, wenn sie mich zum Lachen bringen, diesen Effekt vielleicht auch noch bei anderen Menschen haben könnten. Produkte eben für die kynischen Romantiker, die Augenroller, die Vielgereisten, die Schwerbeschenkbaren, die Störenfriede, die Hoffungsträger; für alle bei denen das Hirn noch nicht unheilbar vom Zwerchfell getrennt...

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Vea Kaiser liest aus „Rückwärtswalzer“

»Gepostet am 12 Apr, 2019 | Keine Kommentare

und spricht mit Ludger Kazmierczak Donnerstag, 13. Juni 2019, 19.30 Uhr / Einlass 19 Uhr Museum Kurhaus Kleve Die „Königin des literarischen Familienepos“ erzählt charmant und mit Verve einen irrwitzigen Roadtrip. Drei Tanten und ein erfolgloser Jungschauspieler bringen den verstorbenen Onkel in einem Fiat Panda von Wien nach Montenegro. Über 1000 erzählte Kilometer verbinden mit Witz und Herzblut durchlebte Abenteuer und Rückblicke in Familiengeschichte(n) und deren Geheimnisse. Dass uns die Seelen von Verstorbenen auf ewig begleiten und Komik und Tragik im Leben untrennbar miteinander verbunden sind, kennt die junge Wiener Schriftstellerin aus ihrem Altgriechisch- und Latein-Studium.  Nach „Blasmusikpop“ und „Makarionissi“ legt Vea Kaiser im Verlag Kiepenheuer & Witsch ihren dritten Roman auf die Bestsellertische und unterhält mit Tiefgang. Auch im Gespräch mit Moderator Ludger Kazmierczak. Eintritt 15 € VVK: Museum Kurhaus, Buchhandlung Hintzen – eine Veranstaltung des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkeok-Haus Kleve e.V. und der Buchhandlung Hintzen in Zusammenarbeit mit den Van Heys Studios – Foto (c) Ingo...

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Willkommen und neu im Team!

»Gepostet am 25 Feb, 2019 | Keine Kommentare

Der Zufall schneite sie uns in den Laden. Mit ihrer interessierten Nachfrage nach der KNV-Insolvenz gab sie sich als Buchhändlerin zu erkennen – da haben die Herren sie gleich gefragt, ob sie nicht bei uns arbeiten wolle. Und sie wollte! Kirsten Deingruber-Kemmler (rechts neben Anke Gietl-Rogg) wurde in einer Buchhandlung mit Antiquariat ausgebildet, hat buchhändlerische Erfahrung u.a. bei Hugendubel gesammelt, aber auch schon einmal über den Tellerrand geschaut und am Presse-Newspoint von eurotrade am Flughafen München gearbeitet. Als Buchhändlerin in Teilzeit begrüßen wir sie ganz herzlich in unserem Team und freuen uns über die Unterstützung und auf die Zusammenarbeit!

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