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„Pfaffs Hof“ – ein Buch von Hiltrud Leenders

»Gepostet am 25 Jun, 2018 | Keine Kommentare

Hiltrud Leenders „Pfaffs Hof“ Rowohlt Verlag 256 S., 10,99 € ISBN 978-3-499-2737-1 voraussichtlicher Erscheinungstermin 26.6.2018 „Die Sechziger sind gerade angebrochen, als Annemarie mit ihren Eltern auf ‚Pfaffs Hof‘ zieht, gelegen in einem kleinen katholisch geprägten Ort am Niederrhein. In den Ecken des dunklen, baufälligen Gebäudes sammeln sich Staub, Enttäuschung und trotzige Stille. Die Stille heißt Peter, wie Annemaries älterer Bruder, der gehen musste, weil er zu viele Fragen über den Krieg stellte. Das hat die Mutter dem Vater nicht verziehen. Annemarie auch nicht so richtig, deswegen sagt sie dem Vater auch nichts von Mutter und den Männern hinter der Spülküchentür. Während die Eltern die Fassade einer normalen Kindheit aufrechtzuerhalten versuchen – mit Ausflügen in den Märchenwald und bunten Tüten zum Nikolaustag –, flüchtet Annemarie in ihre Bücher und liest sich nach Bullerbü. Zwischen Mutters Klagen und Vaters Schweigen träumt sie davon, eine Studentin zu sein, die alles weiß und Herrenarmbanduhren trägt wie Astrid Lindgren. Stattdessen bekommt sie erst einmal Perlonstrumpfhosen und eine Barbiepuppe. Doch die Zeichen der Zeit stehen auf Umbruch und Annemarie ist fest entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen… Eine berührendes Buch, das den Zeitgeist der sechziger Jahre lebendig werden lässt, mit einer Heldin, die durch ihren starken Freiheitswillen inspiriert.“ (Rowohlt Verlag) Hiltrud Leenders geboren 1955 am Niederrhein, arbeitete zunächst als Übersetzerin und hat sich später einen Namen als Lyrikerin gemacht. Bekanntheit erlangte sie als Autorin des Krimi-Trios Leenders/Bay/Leenders. Sie ist Mutter von zwei Söhnen und seit 1990 hauptberuflich Schriftstellerin. Mit «Pfaffs Hof» hat sie nicht nur einen Roman über die Wirren des Erwachsenwerdens verfasst, sondern auch über die schwere Last der Nachkriegsgeneration, im schuldbeladenen Schweigen eines ganzen Landes ufzuwachsen. Hiltrud Leenders ist ein Kind dieser...

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Das passende Buch zum gegebenen Anlass: „Abifeier“ von Eric Nil

»Gepostet am 22 Mai, 2018 | Keine Kommentare

Eric Nil: „Abifeier“ Galiani Berlin / Verlag Kiepenheuer & Witsch 2018, gebunden, 160 Seiten ISBN: 978-3-86971-165-2 17 € Im Frühjahr ist dieser kleine, köstliche Roman erschienen, den wir vor allem, aber nicht nur den Lesern empfehlen, die in irgendeiner Weise kommenden Abiturfeierlichkeiten entgegensehen! „Denn Nil versteht sich auf knappe Figuren-Zeichnungen, psychologisch überzeugend, aber nicht penetrant psychologisierend. Er hat gleichermaßen Sinn für Komik, Lakonie und Tragik, für die Absurditäten des modernen Beziehungsalltags und für dessen existenzielle Tiefen und Untiefen. An Humor und Wortwitz fehlt es nicht, obwohl alles in allem ein ernster, bisweilen melancholischer, an wenigen Stellen ins Nostalgische tendierende Grundton vorherrscht…Familie ist eine Naturgewalt.“ (Arno Orzessek, kulturradio rbb) Die Abifeier: der perfekte Ort für das Familienscharmützel. Der Schriftsteller Eric Nil hat sie selbst durchlebt und durchlitten. Und darüber einen scharfsinnigen, bitter-ironischen Bericht geschrieben, der allen zum Auflachen verhilft, die beim nächsten Familienfest auch zwischen vielen Stühlen sitzen müssen. Die Abifeier von Tochter Nora steht an. Alle wollen das Beste. Doch in einer Zeit, in der Familien sich immer mal in ihre Einzelteile auflösen, die sich dann wiederum mit anderen Einzelteilen zu neuen, irgendwie familienähnlichen Gebilden zusammenschließen, kann so eine Abifeier schon mal zu einem emotionalen Schlachtfeld werden. Und am Ende kommt es zum Schlimmsten. So jedenfalls schätzt der Ich-Erzähler die Lage ein. Und er beschließt, sich zu wappnen. Denn eins ist klar: Dass der Sohn seiner neuen Freundin Johanna ein Schulkamerad von Nora ist und ebenfalls im Abi steckt, macht die Sache nicht gerade einfacher. Zwangsläufig wird seine Ex auf der Abifeier zum ersten Mal Johanna begegnen, und auch er wird erstmals mit Johannas Ex zusammenstoßen. Und das ist noch nicht alles: Sein Sohn Alex hat seit Jahren nicht mit ihm gesprochen. Doch der Schwester zuliebe hat er seine Teilnahme an der Abifeier angekündigt … (Quelle: Kiepenheuer &...

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Mehr als „1000 Freizeittipps Niederrhein“ – aktuell zusammengestellt von Susanne Wingels!

»Gepostet am 14 Apr, 2018 | Keine Kommentare

Susanne Wingels 1000 Freizeittipps Niederrhein Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Sport, Kultur, Veranstaltungen 192 Seiten, 210 x 148 mm ISBN 978-3-8313-2892-5 15,– € Wenn an einem Wochenende am Niederrhein die Frage auftaucht „Was machen wir denn heute?“, dann liefert dieses Buch die Antwort – und zudem weit mehr als eine. In rund 1000 Arbeitsstunden hat die ausgewiesene Niederrhein-Kennerin Susanne Wingels an die 1.500 Freizeittipps zusammengestellt, deren Besuch sie ausnahmslos empfehlen kann: zu den niederrheinischen Orten u.a. der Kreise Kleve, Wesel, Neuss, Heinsberg, Viersen und auch Isselburg sammelte sie „Sehenswertes, Museen, Freizeittipps, Sportangebote und Veranstaltungshinweise“, leitet zudem in die Kurzgeschichte eines jeden Städtchens ein. Rund 100 Fotos machen neugierig in diesem übersichtlich gestalteten Buch. Natürlich gibt es Sonderseiten zum Radwandern – und Geheimtipps (wie z.B. eine unbekannte Tachomessstrecke in Emmerich, versteckte Hütten und ausgefallene Sportarten wie Radball in Willich und ein römisches Badehaus in Übach-Palenberg an der Wurm). Es war uns eine Freude, dass Susanne Wingels mit humorvollen Erläuterungen ihre neue Publikation in unserer Buchhandlung der Presse vorgestellt hat! Und das schreibt treffend der Wartberg-Verlag über seine Neuerscheinung: „Wie wäre es mir einem Ausflug mit der ganzen Familie? Wohin bei Regen oder Schnee? Was unternehmen, wenn Besuch kommt? Wo am angenehmsten mit Freunden einen sonnigen Tag genießen? Dieser Freizeitführer enthält über 1000 Tipps für Ihre Freizeitgestaltung vor der eigenen Haustür. Ob Sehenswürdigkeiten und historische Altstädte, Museen und Mühlen, Schlösser und Burgen, Aktivitäten in der Natur und Sportangebote – es ist für alle etwas dabei! In dem Band sind die Orte in zahlreichen Angeboten alphabetisch geordnet. Mit dem umfangreichen Stichwortverzeichnis finden Sie für jede Gelegenheit das Passende. Eine Übersichtskarte sowie nützliche Adressen und Öffnungszeiten machen dieses Buch zum unverzichtbaren Begleiter durch Ihre Region.“ Susanne Wingels, Jg. 1969, lebt mit ihrer Familie in Bedburg-Hau. Die gelernte Industriekauffrau und Übersetzerin kennt den Niederrhein wie ihre Westentasche und ist eine akribische Fleißarbeiterin bei der gewissenhaften Erstellung ihrer Publikationen (auch: „Der Niederrhein mit Kindern“ 1 & 2,...

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Bodo Janssen: „Die stille Revolution“

»Gepostet am 1 Mrz, 2018 | Keine Kommentare

Bodo Janssen „Die stille Revolution“ Verlag Random House/Ariston € 19,99 Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN: 978-3-424-20138-3 -> bitte beachten Sie hierzu auch die Veranstaltung „Die stille Revolution“/Wirtschaftstreffen am 28. März 2018, 18 Uhr, Tichelpark Kino! „Ein erfolgreicher Mensch ist nicht unbedingt glücklich, aber ein glücklicher Mensch ist erfolgreich. Eine Lebensweisheit, die Bodo Janssen auf die harte Tour gelernt hat: Als Student wurde er entführt – eine Grenzerfahrung, die den Unternehmersohn auf seine schiere Existenz zurückgeworfen hat. Als er später ins elterliche Unternehmen einstieg, ergab eine Mitarbeiterbefragung niederschmetternde Ergebnisse: ein anderer Chef sollte her. Bodo Janssen begann umzudenken, radikal. Und er entwickelte völlig neue Formen der Unternehmensführung – Grundsätze, die genug Sprengstoff in sich tragen, um unser Verhältnis zueinander in der gesamten Gesellschaft zu verändern. Einer seiner Glaubenssätze: »Wenn jemand als Führungskraft etwas verändern möchte, ist er gut damit beraten, zunächst und ausschließlich bei sich selbst anzufangen.« (Verlag Random House) Bodo Janssen, geboren 1974, studierte BWL und Sinologie und stieg im Anschluss ins elterliche Hotelunternehmen ein. Als sein Vater bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, übernahm er die Führung der Hotelkette. Nachdem er bei einer Mitarbeiterbefragung vernichtende Ergebnisse erhalten hatte, beschloss er, für eineinhalb Jahre ins Kloster zu gehen. Nach dieser Zeit der inneren Einkehr leitete Bodo Janssen in seinem Unternehmen einen Paradigmenwechsel ein mit dem Ziel, eine authentische Unternehmenskultur zu entwickeln, in der jeder Mitarbeiter im Unternehmen das leben kann, was ihm als Mensch wichtig ist. Ebenfalls von Bodo Janssen im Ariston Verlag erschienen mit Anselm Grün: „Stark in stürmischen Zeiten. Die Kunst, sich selbst und andere zu führen“ € 19,99 Gebundenes Buch mit Schutzumschlag ISBN:...

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Margriet de Moor: „Von Vögeln und Menschen“

»Gepostet am 2 Feb, 2018 | Keine Kommentare

Margriet de Moor „Von Vögeln und Menschen“ Hanser Verlag, 272 Seiten, 23,– € übersetzt aus dem Niederländischen von Helga Beuningen – erscheint am 19.2.2018 – Der neue Roman von Margriet de Moor: Ein Mord, ein Geständnis und der Wunsch nach Rache… „Vor dem Amsterdamer Hauptbahnhof klafft eine Baugrube. Auf dem schmalen Steg davor begegnen sich zwei Frauen. Schreiend beginnt die jüngere auf die ältere einzuschlagen, bis diese in die Grube stürzt und den Tod findet. Seit ihrer Kindheit hat Marie Lina den Gedanken an Rache im Herzen getragen, an diesem Tag bricht er sich Bahn. Marie Linas Mann ist Vogelvertreiber am Flughafen, sie führen eine gute Ehe. Die tiefe Wut seiner Frau aber kann er nicht vertreiben. Warum hat Marie Linas Mutter einst einen Mord gestanden, den sie nicht begangen hat? Von Vögeln und Menschen ist ein Roman über drei starke Frauen – spannend, dicht und unglaublich raffiniert erzählt.“ (Hanser Verlag) „Es wieder unglaublich packend und faszinierend, wie Margriet de Moor in der Erzählung dieser drei so unterschiedlichen Frauenfiguren menschliche Psyche und Empfindungen seziert und so unzweifelhaft nachvollziehbar wiedergibt.“ (Sigrun...

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„Olga“ – der neue Roman von Bernhard Schlink!

»Gepostet am 2 Feb, 2018 | Keine Kommentare

Bernhard Schlink: Olga Diogenes Verlag Zürich, 2018 311 Seiten, 24 Euro „Der Schriftsteller Bernhard Schlink beschreibt in seinem gleichnamigen Buch Olga als eine stolze, mutige und aufrechte Frauengestalt und begibt sich wie schon mehrfach zuvor auf die Spuren der deutschen Vergangenheit. Seine Geschichte beginnt im auslaufenden 19. Jahrhundert und zeichnet das Leben einer Frau nach, die bei einer hartherzigen Großmutter in Armut in einem Dorf in Pommern aufwächst. Olga ist ein kluges Mädchen, das sich gegen massive Widerstände aus diesen Verhältnissen hochkämpft und schließlich Lehrerin wird. Sie ist eine Einzelgängerin, die im Gutsbesitzersohn Herbert eine verwandte Seele findet. Aus der Kinderfreundschaft wird Liebe. Doch Herberts Eltern verhindern eine Heirat. Er ist ein ruheloser Geist, der durch die Welt reist, schließlich zum Nordpol aufbricht und im Eis verschwindet. Zurück bleibt Olga, die, als sie taub wird, ihre Lehrerstellung verliert und sich als Näherin durchschlägt. 1945 flieht sie nach Heidelberg und wird Näherin in der Familie des Erzählers. Bernhard Schlink erzählt uns die Geschichte Olgas bis zu diesem Zeitpunkt sachlich, fast unterkühlt. Der Stil erinnert bisweilen an einen nüchternen, etwas ausführlich geratenen Lebenslauf. Die Erklärung für diese Art der Erzählung: es ist die Rekonstruktion ihres Lebens, zusammengesetzt aus dem, was sie dem Erzähler berichtet hat. Die Distanz, die diese Art des Erzählens schafft, verhindert allerdings, dass man mit Olga mitfühlt. Sie bleibt einem im ersten Teil des Romans weitgehend fremd. Das ändert sich im zweiten Teil des Buches, in dem Ferdinand, der Erzähler schildert, wie er Olga als kleines Kind kennenlernte. Jetzt bekommt der Roman Herzblut und Wärme, eine persönliche Note. Olga wird zu einer lebendigen Figur. Für den heranwachsenden Erzähler wird sie zu einer wichtigen Freundin. Gemeinsam wandern sie, gehen ins Kino. Selbst als Student besucht er sie regelmäßig bei Heimatbesuchen. Dann passiert das Unvorstellbare: Eines Tages fällt Olga einem Sprengstoffattentat zum Opfer. Eine alte Postkarte lässt den Erzähler auf Spurensuche gehen und er entdeckt einen Stapel Briefe, die Olga Herbert jahrzehntelang postlagernd ins norwegische Tromsö geschrieben hat, selbst als er lange schon als vermisst galt. Roman endet als Brief Bernhard Schlick wechselt jetzt zum dritten Mal den Stil, sein Buch endet als Briefroman. Es sind persönlich gehaltene Briefe und sie enthüllen Geheimnisse, die erklären, warum Olga Herbert nie vergessen konnte. Wir lernen eine Frau kennen, die nie aufgibt, sich immer wieder hochkämpft, die ein bescheidenes Glück findet und an ihm allen Widrigkeiten zum Trotz festhält. Eine Frau, die ihren Geliebten nicht halten kann und ihn trotzdem liebt, die ihm verzeiht und gleichzeitig grollt. Er war, wie es am Ende heißt, ihre Erfüllung und ihre Enttäuschung. Bernhard Schlink hat uns mit Olga eine stolze wie gradlinige, mutige, selbstbewusste und aufrechte Frauengestalt geschenkt.“ (so trefflich beschrieben von: Johannes Kaiser, Deutschlandfunk...

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