Ein Mann, ein Hut, ein Knopf. Fremdsprachenkünstler machen STILÜBUNGEN

» Gepostet am 22 Jan, 2018 in Veranstaltung | Keine Kommentare

Ein Mann, ein Hut, ein Knopf. Fremdsprachenkünstler machen STILÜBUNGEN

Lesung aus „Stilübungen“ von Raymond Queneau
(Suhrkamp Verlag)
mit dem Übersetzerduo
Frank Heibert & Hinrich Schmidt Henkel
(Berlin)
und Ludger Kazmierczak/WDR (Moderation)

Donnerstag, 26. April, 19.30 Uhr
Museum Kurhaus Kleve
Eintritt: 15 €

Voverkauf: Museumskasse & Online-Shop Museum Kurhaus,
B.C.Koekkoekhaus, Buchhandlung Hintzen

Eine Veranstaltung des Freundeskreises Klever Museen in Zusammenarbeit mit unserer Buchhandlung, gefördert von der Sparkasse Rhein-Maas und dem Einrichtungshaus Rexing

Ein junger Mann hat einen langen Hals und einen komischen Hut in einem überfüllten Pariser Bus, und später an der Gare Staint-Lazare fehlt ein Mantelknopf. Nicht mehr als eine Alltagsepisode erzählt der französische Schriftsteller und Sprachspieler Raymond Qeneau in seinem Buch „Excercises de style“/“Stilübungen“ aus dem Jahr 1947, und zwar in mehr als 100 Varianten: als Komödie, Sonett, Haiku, Traum, ordinäres Geschimpfe, Amtsschreiben und Verhör, in Alexandrinern, im Jugendstil, kulinarisch, mathematisch, lautmalerisch, weiblich, reaktionär, schwülstig, botanisch, mit italienischem oder bayerischen Akzent…

Die Berliner Übersetzer Frank Heibert und Hinrich Schmidt-Henkel performen in ihrer Lesung voller akrobatischem Wortwitz eine Auswahl dieser „Stilübungen“, geben im Gespräch mit Moderator Ludger Kazmierczak Auskunft zu Quenaus Buch, erzählen von Fallstricken und Glücksmomenten ihrer Übersetzungskunst.

Der lange als unübersetzbar geltende Klassiker erschien 1961 erstmals in einer deutschen Übersetzung von Ludwig Harig. Nun legt der Suhrkamp Verlag eine um bislang unveröffentlichte Episoden erweiterte und preisgekrönte Neuübersetzung vor. Heibert & Schmidt-Henkel erhielten für ihr Wahnsinnswerk voller sprachlicher Virtuosität und dichterischer Fantasie im vergangenen Jahr den Straelener Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW.

Beide Fremdsprachenkünstler leben in Berlin und übersetzen Literatur und Theatertexte aus dem Englischen, Französischen, Italienischen, Portugiesischen, Norwegischen und Dänischen – und sind die deutschen Stimmen von Richard Ford, Michel Houllebecq, Yasmina Reza u.a.
Frank Heibert stammt aus dem Ruhrgebiet, war Gastprofessor für Poetik & Übersetzung, Verleger und ist auch als Jazzsänger unterwegs. Hinrich Schmidt Henkel ist in Berlin geboren, ist Chevalier de l´Ordre des Arts et des Lettres und Vorsitzender des Verbandes deutschsprachiger Übersetzer.

Die „Stilübungen“ seien „l’art pour l’art, ein großes Amüsement und sprachphilosophische Kunst in einem“, schwärmen beide mit gleicher Stimme und freuen sich auf eine erneute, unterhaltsame Demonstration dessen, was Sprache in übermütiger Spiellust alles kann!