Hans Christoph Buch „Stillleben mit Totenkopf“

» Gepostet am 4 Nov, 2020 in Tipps | Keine Kommentare

Hans Christoph Buch „Stillleben mit Totenkopf“

Hans Christoph Buch ist in vielerlei Hinsicht ein Exot in der Literaturszene, die er als Schriftsteller, Essayist und Reporter seit Jahrzehnten mitprägt:

In seinem autobiographischen Roman beschreibt H. C . Buch Stationen seines an Ereignissen reichen Lebens: Seine früheste Kindheitserinnerung führt ihn nach Wetzlar, wo im März 1945 ein abgeschossener US-Bomber mit schwarzer Rauchfahne über der Stadt abstürzt. Ein Jahrzehnt später entgeht er knapp einer Katastrophe, als über Bonn-Kessenich zwei britische Kampfjets kollidieren und eine Tragfläche unweit von Buchs Elternhaus einschlägt.

Dabei ist Stillleben mit Totenkopf viel mehr als nur die Fortschreibung und Vollendung seiner autobiographischen Trilogie. Der Autor setzt unter veränderten Vorgaben fort, was er mit den Romanen „Baron Samstag“ und „Elf Arten, das Eis zu brechen“ begann, und führt zusammen, was zusammengehört: Reisen in Kriegs- und Krisengebiete, Kindheits- und Jugenderlebnisse sowie – ein Novum in Buchs Werk – Erinnerungen an den Literaturbetrieb. Begegnungen mit Herbert Marcuse, Heiner Müller und Susan Sontag wechseln ab mit Streifzügen durch Indianerreservate, Reisen nach Haiti und ins Herz der Finsternis, die zentralafrikanische Republik, wo Buch im August 2017 Kindersoldaten und vergewaltigte Frauen trifft. All das und noch viel mehr wird zusammengehalten durch seine widersprüchliche Persönlichkeit, deren schillernde Facetten der Text sichtbar macht.“ (Quelle: Frankfurter Verlagsanstalt)

Hans Christoph Buch: „Stilleben mit Totenkopf“, Frankfurter Verlagsanstalt, 20 €