Leseförderung

Malena ist Lesekönigin in Kranenburg!

28 Mrz, 2019

Malena ist Lesekönigin in Kranenburg!

Lesekönig-Vorlesewettbewerb an der Christophorus Grundschule

Teleprompter zum Mitnehmen

von Heiner Frost (Niederrhein Nachrichten)

KRANENBURG. Der Aufmarsch: Ein Beispiel für höchste Disziplin. Aber so was von. Vielleicht liegt‘s ja an der Uhrzeit. 8 Uhr – da schläft ein Teil der Tagesenergie und wartet aufs Wachküssen.
Es ist – was das Bewegungspotenzial von Drittklässlern angeht – noch Luft nach oben. Das Programm: 40 Minuten Stillsitzen und Zuhören für die einen – höchste Konzentration aufs Vorlesen und eine möglichst optimale „Performance“ für die anderen.
Die Kandidaten haben Spaß am Lesen. Die Lehrerin wünscht viel Erfolg. Dann konzentriert sich alles auf die Oma. Sie war‘s – sie hat das Internet kaputt gemacht. So jedenfalls behauptet es einer der Autoren. Autoren – das sind ja die Leute, die Bücher schreiben. Sechs Vorleser treten vor ein gespanntes Publikum. Nihat hat die Sache unter Kontrolle. Eine Portion Wörter, dann der Blick nach oben in die Menge. Natürlich wird beim Hochgucken weiter gelesen. Echt professionell.
Lucia nutzt den privaten Teleprompter. Natürlich ist der Teleprompter kein Teleprompter sondern der Zeigefinger. Dazu ein Lesezeichen, das die verbrauchten Zeilen frisst. Die Hörergemeinde: Andächtig, respektvoll zuhörend. Man folgt willig in andere Welten. Zwei Klassen haben sich durch die Vorentscheidung gelesen und übrig geblieben sind die Top Sechs: Nihat, Lucia, Malena, Nefeli, Mina und Remon. Für jeden Vorleser bleiben fünf Minuten – fünf Minuten, in denen es gilt, die Jury zu überzeugen. Zu beurteilen wären: Lesetechnik, Textgestaltung und Textverständnis. Und mal ganz im Ernst: Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.
Wer einen Text gut gestalten kann, ist auch sonst gern ziemlich weit vorne dabei. Wer sein Publikum fasziniert, hat Geberqualitäten. Die Sechs von der Christophorus Grundschule sind top vorbereitet. Natürlich lässt die Konzentration des Publikums am Ende einen Tick nach, aber die Spannung ist trotzdem greifbar. Nach circa 45 Minuten bittet die Jury um zehn Minuten Auszeit. Es muss beraten werden. Urkunden werden geschrieben und schließlich Ergebnisse verkündet.
Drei vierte Plätze und dann Bronze, Silber, Gold. And the winner is: Malena Vrij. Die Mannschaft: ziemlich international aufgestellt. Acht Nationen am Start. Das kann sich sehen lassen.  Und nur, damit man es mal gelesen hat – hier die Sechs aus der Endrunde in der Reihenfolge ihrer Auftritte: Nihat Aliyev, Lucia Kolodzejova, Malena Vrij, Nefeli Scholte, Mina Sulaiman und Remon Avsever.

NN-Foto: Heiner Frost

Bücherstunde in der 10d

26 Mrz, 2019

Bücherstunde in der 10d

Zu Gast in der Realschule Kevelaer

Das war mal eine ganz andere Herausforderung! Büchervorstellungen machen wir ja öfter, für Eltern in Schulen und Kindergärten. Diesmal galt es jedoch, 16-/17jährige Schüler für Bücher zu begeistern.

Auf Einladung von Lehrerin Jutta Biesemann stellte Sigrun Hintzen in einer Doppelstunde in der 10d der Realschule Kevelaer zwei Dutzend Jugendromane, Klassiker, Graphic Novel und Sachbücher vor, zur Auswahl für eine anschließende Lektüre für den Deutschunterricht. Ziel der Veranstaltung war, dass die Schüler und Schülerinnen der 10d sich am Ende für ein Buch entschieden, welches sie dann im Rahmen der kommenden Unterrichtsreihe bearbeiten werden. Es wurden ganz unterschiedliche Titel gewählt, u.a. ein Jugendroman über einen Amoklauf, ein Roadmovie „Abgefahren“, eine Fantasy-Geschichte, ein Science-Fiction Krimi („Krieg der Städte“), „Nichts“ von Janne Teller, aber auch Michael Endes Klassiker „Momo“.

Es waren sehr aufmerksame und interessierte Schüler! Ein tolles Engagement der Schule in Sachen Leseförderung – vielen Dank für die Einladung!

Die Suche nach Lesekönigen hat begonnen!

21 Mrz, 2019

Die Suche nach Lesekönigen hat begonnen!


Lesekönig-Wettbewerb an der St. Georg Grundschule in Nütterden

Die Trauer einer Königin

von Heiner Frost


NÜTTERDEN. Nur damit das mal klar ist: Wer‘s ins Finale schafft, gehört doch schon zu den Siegern, oder? Andererseits: Man schielt doch immer nach dem Treppchen. Sechs Vorleser treten an, ein Publikum zu fesseln – und die Jury natürlich erst recht.
Alles beginnt mit Druck. Keine Angst: nix Schlimmes. Die Lehrerin drückt die Daumen. Das Publikum soll es, bitte, auch tun. Feste, ganz feste. Für alle Vorleser gleich. Am Ende: ein paar Tränen. Soraya ist traurig. Kein erster Platz. Irgendwo sitzt ein Schmerz, der sich hoffentlich legen wird. „Du hast toll gelesen“, sagt Jurorin Sigrun Hintzen. Stimmt. Soraya ist unter den besten Sechs von allen Schülern aus zwei dritten Klassen gelandet. Dahin musst du es erst mal geschafft haben. Aber wahr ist auch: Niemand tritt an, um am Ende nicht zu gewinnen. Alle sechs Vorlesekandidaten bekommen eine Urkunde. Alle sind Lesekönige. Demnächst vielleicht auch mal an die Königinnen denken. Zwei verschiedene Urkunden schaffen Geschlechtergerechtigkeit. „Eigentlich bist du ja eine Lesekönigin“, tröstet Sigrun Hintzen eine Königin.
Sie haben wieder mal toll gelesen in Nütterden. „Ihr habt alle sechs schon gewonnen. Wir als Jury bringen das nur noch mal in eine Reihenfolge“, erklärt Sigrun Hintzen. Trotzdem: Sorayas Tränen sind verständlich, aber: Wenn die Tränen getrocknet sind, bleibt die Urkunde. Soraya Stedronsky: Lesekönigin. Angetreten waren Ben, Soraya, Anouk, Katharina, Phil und Romy. Sie haben es der Jury richtig schwer gemacht. Am liebsten würde man ja lauter erste Plätze vergeben. Am Ende entscheiden Kleinigkeiten. Alle gehen in ihren Texten auf, gehen darin spazieren – stehen weit über den Buchstaben.
Gleich am Anfang – es ist Zeit für die Jurorenbeichte – ist man einmal kurz abgeschweift. In einem Text taucht das Wort „verstunken“ auf. Ich denke an Kino und Rinderbraten. Zwei Stunden ‚Green Book‘ und das Rind auf dem Herd hatte sich in Kohle verwandelt – dazu Nebelschwaden im ganzen Haus. Alles stinkt nach Qualm. Was Wörter auslösen können: verstunken …  Genau so funktioniert Literatur – unabhängig von der Zielgruppe. Aus Texten werden Bilder. Kleiner Exkurs ins Kino: Auch Lesen kann Kino sein, wenn gute Vorleser am Werk sind. Die Lesekönige sind der Beweis.
Die schönsten Literaturverfilmungen sind immer noch die im eigenen Kopf. Was sagte Regisseur Peter Weir noch gleich? „Wenn du ein Buch verfilmst, musst du alle Wörter herausschütteln. Dann bleiben die Bilder übrig.“ So geht (Vor)Lesen.
Während des Vorlesens ertönt zweimal der Gong. Für die Vorleser der St. Georg Grundschule und ihr Publikum wird die Pause nach hinten verschoben. Anschließend geht es auf den Pausenhof.
Vorher natürlich: Posieren fürs Siegerbild. Bitte recht freundlich. Und dann das Plenum. „Alle in meine Richtung schauen, bitte.“ (Smile. Cheese.) Perfekte Stimmung. Super Leistungen. Ben hat das Rennen gemacht. Alle gönnen es ihm. Wörter kamen an – Bilder blieben zurück. Wie wohl die Oma aussieht, die das Internet kaputt gemacht hat? Oder der falsche Holmes? Die Vorleser waren Reiseführer. Ben, Soraya, Anouk, Katharina, Phil und Romy haben es toll gemacht. Man kann nur gratulieren. Und Sorayas Tränen soll Woody Allen kommentieren: Tragödie plus Zeit gleich Komödie. Wir sehen uns im nächsten Jahr. Andere Schüler – gleiche Begeisterung.

Jette gelangt per Anhalter zum Vorlese-Sieg

22 Feb, 2019

Jette gelangt per Anhalter zum Vorlese-Sieg

Nach zwei spannenden Stunden rauchten in der Jurysitzung die Köpfe, denn 13 Schülerinnen und Schüler aus dem Klever Nordkreis hatten bei der Jubiläumsausgabe des bundesweiten Vorlesewettbewerbs besten Eindruck hinterlassen. Bei knapper Punktewertung auf den vorderen Plätzen nahm schließlich  Jette Wundschock vom Klever Konrad-Adenauer-Gymnasium die Siegerurkunde für den 1. Platz entgegen.

Die Stuhlreihen im gastfreundlichen Klever Kolpinghaus füllten sich an diesem Vorlesenachmittag, denn die Kandidaten für den Lese-Contest hatten als Unterstützer Eltern, Geschwister und Lehrerinnen mitgebracht. Auf Einladung der Buchhandlung Hintzen begaben sich die Sechstklässler aus Emmerich, Goch, Kalkar, Kleve und Rees, allesamt Schulsieger der Vorrunde, mit 3-Minuten-Beiträgen aus selbst gewählten Büchern in den Wettbewerb.

„Ich bin Dieter Bohlen“ scherzte Ludger Kazmirczak bei der Vorstellung der Jury, in der neben ihm noch die Rundfunksprecherin Elisabeth Verhoeven, Autorin Yvonne Struck und Büchereileiter Jens Neumann saßen. Yvonne Struck brach mit einer kurzen Lesung aus ihrem neuen Jugendbuch das Eis, bevor die jungen Leseprofis am Pult Platz nahmen. Alina Rabschak, Erik Wirtz, Hannah Maier, Henry Mehring, Isabella Binder, Jette Wundschock, Lara Grewatsch, Lea Pauls, Leon Achterhoff, Marie Janßen, Nelli Krüger und Sofia Gertzen präsentierten dem Publikum Szenen aus Büchern von Andreas Steinhöfel, Sabine Ludwig, Antje Szillat, Marc-Uwe Kling und Morton Rhue, entwickelten Spaß und Spannung mit geschrumpften Lehrerinnen, durchgeknallten Familien, magischen Tieren, Gregs Tagebuchnotizen, Trojas Frauen und einer Oma, die das Internet abschaltet. In der zweiten Leserunde galt es, einen unbekannten Text aus Astrid Lindgrens Geschichte „Mio, mein Mio“ zu meistern. Nach Siegerin Jette mit einem Text aus Anna Ruhes Buch „Seeland. Per Anhalter zum Strudelschlund“ lasen sich schließlich Henry Mehring vom Collegium Augustinianum Gaesdonck auf den 2. und Nelli Krieger vom Kalkarer Jan Joest Gymnasium auf den 3. Platz. Jeder Teilnehmer erhielt eine Urkunde und ein Buchgeschenk. Mit größter Aufmerksamkeit hatte das Publikum ihnen allen zugehört und war mit Vergnügen in ihre kurzen Geschichten eingetaucht. Jette muss für den Bezirksentscheid im Frühjahr nun eine weitere aussuchen und vorbereiten. Wir drücken die Daumen!

Zum Foto: Jette Wundschock, hier umringt von allen Teilnehmern und Juroren, gewann für den Klever Nordkreis den Vorlesewettbewerb

60. Vorlesewettbewerb: Regionalentscheid Kreis Kleve-Nord

4 Feb, 2019

60. Vorlesewettbewerb:  Regionalentscheid Kreis Kleve-Nord

„Von Rico, Oscar, Greg, Frau Spinat und den Frauen von Troja“

Der Vorlesewettbewerb in diesem Schuljahr geht weiter! Ein Dutzend Schulsieger aus dem Nordkreis Kleve treten zur nächsten Vorleserunde, dem Regionalentscheid, an. Zu diesem lädt unsere Buchhandlung am Dienstag, den 12. Februar, 16 Uhr, in das Klever Kolpinghaus ein.

Die jungen Lesetalente stammen aus den 6. Klassen der Real-, Gesamtschulen und Gymnasien von Goch, Rees, Kalkar, Emmerich und Kleve. Sie sind alle schon Sieger, denn sie haben ihre Vorlesekunst bereits Ende des Vorjahres in ihren Klassen und Schulen unter Beweis gestellt.

Nun treten sie mit einem neuen, selbst ausgewählten Text erneut an und müssen sich auch mit dem Lesen eines fremden Textes beweisen. Die jungen Lese-Profis haben sich Textstellen u.a. aus Jugendbüchern von Andreas Steinhöfel, Sabine Ludwig, Morthon Rhue, Marc-Uwe Kling und Jeff Kinney ausgesucht, sie lesen von Freundschaft, Anhaltern, einer Oma, die das Internet abstellt, magischen Tieren und einer durchgeknallten Familie.

Die kompetent besetzte Wettbewerbs-Jury besteht aus

o Yvonne Struck (Jugendbuchautorin, sie wird den Lese-Reigen eröffnen),

o Elisabeth Verhoeven (Rundfunksprecherin WDR, SWR),

o Ludger Kazmierczak (WDR-Korrespondent, Moderator, Kabarettist)

o Jens Neumann (Leiter der Stadtbücherei Kleve)

Alle Vorleser erhalten eine Urkunde und einen Buchpreis. Wer als Sieger/in aus diesem spannenden Lesewettstreit hervorgeht, nimmt im Frühjahr an der nächsten Runde, dem Bezirksentscheid, teil.

Der traditionsreiche Vorlesewettbewerb wird seit 1959 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels unter Schirrmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt. Er lenkt öffentliche Aufmerksamkeit auf das Kulturgut Buch und die Bedeutung von Lesekompetenz. Jährlich nehmen bundesweit rund 600.000 Kinder an dem Wettbewerb teil. Etappen führen über Bezirks- und Länderebene bis hin zum Bundesentscheid im Sommer. Die über 600 Regionalwettbewerbe werden jeweils von örtlichen Buchhandlungen und Bibliotheken organisiert.

Der Vorlesewettbewerb in Kleve ist öffentlich, Publikum willkommen und der Eintritt frei! Informationen auch unter www.vorlesewettbewerb.de.


„Erich Kästner und der 35. Mai“ – unser Thema zum Welttag des Buches 2018

22 Mai, 2018

„Erich Kästner und der 35. Mai“ – unser Thema zum Welttag des Buches 2018

Über 800 Schüler der 4. und 5. Klasse besuchen uns in diesem Jahr zum WELTTAG DES BUCHES ! Sie erhalten alle bei ihrem Besuch das Buch Welttag-Geschenkbuch „Ich schenk Dir eine Geschichte“ –  aber zuvor gibt es eine lehrreiche und auch höchst vergnügliche Stunde zum Kinderbuchautor Erich Kästner und ein Quiz dazu.

Buchhändler Eckard Erdmann macht die zwei Dutzend Schulklassen mit diesem Schriftsteller bekannt, die Schüler*innen lernen unter anderem, was der Äquator ist und eine Litfassäule und erfahren, was es mit dem 35. Mai auf sich hat….und die Lehrer*innen haben einmal Pause 🙂 !

Lesekönige 2018 wurden erfolgreich gefunden!

22 Mai, 2018

Lesekönige 2018 wurden erfolgreich gefunden!

„Lesen ist top“, sangen Schüler bei der Abschlussveranstaltung des Lesekönigs. Zum mittlerweile dritten Mal führte die Niederrhein Nachrichten gemeinsam mit der Sparkasse Rhein-Maas und unserer Buchhandlung das Projekt „Wir suchen den Lesekönig“ zur Leseförderung durch, und alle Beteiligten an den Grundschulen in Kranenburg, Nütterden, Kalkar, Wissel, Appeldorn, Uedem und Bedburg Hau konnten zum wiederholten Male sehen, mit wie viel Freude und Engagement die Drittklässler dabei sind. Viele von ihnen haben alle fünf zur Auswahl gestellten Bücher gelesen. Gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern entwickelten sie Lieder, Raps oder Rollenspiele, die sie bei der Abschlussveranstaltung in der Sparkasse Rhein-Maas den Eltern und den Leseförderern vorstellten. Ein Teil der Kreativbeiträge ist noch für einige Zeit bei uns im Laden ausgestellt.

Der Großteil der von der Sparkasse gesponserten ca. 485 Bücher – im Projekt erhält jede Klasse pro Schüler ein Buch – verbleibt zum Immerwiederlesen in den Schulen, von jedem Titel gehen davon Exemplare in die örtlichen (Pfarr-)Büchereien, damit auch Kinder außerhalb der Schulen Zugriff auf den Lesestoff haben.

Und dies waren die von uns zusammen mit den Schülern gewählten Titel der Lesewettbewerbe in diesem Jahr:

□ Gill Lewis: „Die Schule für kleine Hunde – Polly und der Wurstdieb“

□ Ulrike Rylance:“Penny Pepper. Auf Klassenfahrt“

□ Antje Szillat: „Flätscher. Krawall im Kanal“

□ Christian Tielmann:“Der Tag, an dem wir Papa umprogrammierten“

□ Alan MacDonald: „Rocco Randale. Fußballspiel mit Matschparade“

Alle Bücher sind geeignet für das zweite Lesealter (ab 8 Jahre) – und von uns und den vielen Kindern, die sie gelesen haben, bestens zu empfehlen!

Foto: Die zehn Leseköniginnen und -könige präsentieren sich bei der Abschlussfeier in der Sparkasse Rhein-Maas.(Foto: Rüdiger Dehnen, Niederrhein Nachrichten)

Zeigefingerkino oder: Lola liest – Lesekönigsuche in Kranenburg!

4 Mrz, 2017

Zeigefingerkino oder: Lola liest – Lesekönigsuche in Kranenburg!

Zum Lesekönig-Vorlesewettbewerb an der Christophorus-Grundschule in Kranenburg schreibt Heiner Frost (Niederrhein Nachrichten):

Zeigefingerkino oder : Lola liest

KRANENBURG. Lola rennt? Heute nicht. Heute wird gelesen. Auch Lola liest. Es geht um die Ehre. Die Urkunden warten. Die Aufgabenstellung: Werde Lesekönig. Sechs Bewerber treten an. Die Formel: Sechs aus 52.
52 Schüler bevölkern die Klassen 3a und 3b der Christophorus Grundschule in Kranenburg. Jetzt sitzen alle gespannt da und warten, wie die „Kollegen“ es wohl machen werden.
Manche sind schnell unterwegs. Andere leise. Manche lesen sozusagen freihändig, andere nutzen die Weisungskraft ihrer Zeigefinger und lassen sie – die Finger – den Text abgrasen, während weiter oben die Zeichen der Bücher zu Lauten werden. Zeigefingerkino.
Bevor es losgeht, wird noch mal kurz rekapituliert, wie gutes Vorlesen geht: Auf die Betonungen achten und zwischendurch auch mal das Publikum ansehen – Kontakt halten. Das ist die Theorie. Nicht alle Kandidaten können die Idee ins Praktische retten, aber: Das ist hier ist die nervengesteuerte Wirklichkeit, und als Juror kann man nur froh sein, dass man eine stumme Rolle zu bedienen hat.
Dann geht‘s los. Alle Kandidaten sagen noch mal kurz, wie sie heißen. Da stellt sich dann auch heraus, dass der Maxi die Maxi ist. Die Bewerber machen Altersangaben und erklären kurz mal, um was geht in ihrem Buch. Synopsis. Und wenn man spät dran ist, hat man‘s praktisch. „Ich lese aus … aber das hatten Sie ja schon gehört.“ Jetzt aber wirklich: Wir hatten‘s ja schon besprochen: Stützfingerleser und solche ohne Netz und doppelten Boden. Manche schaffen zwischendrin den Blick zum Publikum, andere tauchen ab und sind erst nach dem letzten Wort wieder anwesend. Verbeugung, Applaus – und ab. Die Jury lobt. Natürlich.
Nach den ersten drei Lesern darf das angespannte Publikum sich entladen: Und die Hände zum Himmel … bisschen Gymnastik halt. Und jetzt bitte wieder Andacht und Obacht. Nach sechs Kandidaten dürfen die Schüler „mal kurz auf den Hof“. Die Jury braucht ein paar Minuten.
Additionen der Punkte für Lesetechnik, Textgestaltung und Textverständnis. Alle drei sind von 1 bis 5 zu messen. Also: Niedrigste Punktzahl: 3. Maximum: 15. Keiner der Kandidaten bekommt weniger als 9 Punkte. Nach der Addition stehen eindeutig ein erster und zweiter Platz fest. Beim dritten Rang gibt es eine Punktgleichheit. Na bitte. Also einfach vier Urkunden ausschreiben.
And the winners are: Jesper van der Zweep, und Lola Kirchmeier auf Rang drei. Na bitte: Lola liest. Zweiter Platz für die Maxi, Maxi Siebert. Und wer wird Lesekönig? Jurorin Stephanie Ingensand macht es einfach mal spannend und holt Tips vom Publikum ein. Drei Antworten – drei Namen. „Aber der Sieger war schon dabei.“
Jetzt aber genug Spannung gemacht. Aufs nicht vorhandene Treppchen kommt Kilian van Leeuwen. Herzlichen Glückwunsch. Zum Siegerfoto bitte noch mal auf den Lesestuhl. Die Konkurrenz als stehender Hintergrund. Wir sehen uns im nächsten Jahr. Vielleicht liest dann mal jemand aus einem niederländischen Buch vor. Idee notiert. Das könnte doch wirklich was sein. Und Tschüss. Nö: Da ist noch ein Finger in der Luft. „Kommt denn der Gewinner auch in die Zeitung.“ Klar doch. Aber sowas von …

Text und Foto:Heiner Frost, NN

Auch vier Lesekönige in Uedem!

4 Mrz, 2017

Auch vier Lesekönige in Uedem!

Auch beim Vorlesewettbewerb auf der Suche nach dem „Lesekönig“ in der Uedemer Geschwister-Devries-Schule mussten vier Urkunden für die Siegerplätze ausgestellt werden, so knapp war die Wertung der tollen Vorleser/innen!
Die stolzen Gewinner sind Finn Schönenberg (3. Platz), Theresa Arnold und Ida Kammann (2.Platz) und Fynn Geßmann (1. Platz). Es war eine Freude, Euch zuzuhören! Herzlichen Glückwunsch!

Auftakt: Auf der Suche nach dem Lesekönig 2017 in Nütterden!

4 Mrz, 2017

Auftakt: Auf der Suche nach dem Lesekönig 2017 in Nütterden!

Das Leseförderprojekt von den Niederrhein Nachrichten, der Sparkasse Rhein-Maas und unserer Buchhandlung geht in die zweite Auflage. Beteiligt sind die Grundschulen in Bedburg-Hau, Kalkar, Kranenburg, Nütterden und Uedem.
Aus unserer Vorschlagliste von zehn Büchern für das Lesealter 8 bis 10 Jahre haben die 3. Schuljahre dieser Schulen fünf Titel ausgesucht, die im Projekt gelesen werden. Die Sparkasse fördert über die Fördervereine der Schulen die Anschaffung der Buchpakate, die sich aus diesen fünf Titeln zusammensetzen (siehe „Tipps für junge Leser“) und so umfangreich sind, dass jeder Schüler der 3. Klassen ein Buch lesen kann. Im Anschluss an das Projekt verbleiben die Bücher in den Schulen und den öffentlichen Büchereien der Gemeinden.
In dieser Woche fanden die ersten Vorlesewettbewerbe in Nütterden, Uedem und Kranenburg statt. Die Vorleseleistung der Schülerinnen und Schüler war beeindruckend! „Die Lust am Vorlesen ist in jedem Fall geweckt“, so die einhellige Meinung der engagierten Lehrerinnen und Lehrer.

Das Foto (von Heiner Frost, Niederrhein Nachrichten) zeigt die Vorlese-Könige der St. Georg Schule Nütterden (v.l.n.r.): Fabrice Wichard und Alva Mecking (3.Platz), Giuliano Al Haddad (2.Platz) und Charlotte Büchsenschütz-Nothdurft (1.Platz).
Wir gratulieren!

Und das schreibt NN-Redakteur Heiner Frost über die Vorlesestunden in Nütterden:

Lesekönige

Auf dem Tisch ein Buch. Es steht aufgeklappt da – und spricht. Ein sich selber vorlesendes Buch? Von wegen. Der da liest, hat sich ins Buch gegraben. Lesekönig, die Zweite.
Zusammen mit der Sparkasse Rhein-Maas und der Buchhandlung Hintzen ermitteln die Niederrhein Nachrichten auch in diesem Jahr die Lesekönige, und das geht so: Die Schüler erhalten Bücher, die Kinder lesen sie – manche lesen nur eines, andere zwei und nicht wenige sogar fünf. Danach melden sich die Schüler, wenn sie möchten, zum quasi klasseninternen Vorlesen. Wer es durch diese Runde schafft, sitzt am Ende einer Jury gegebenüber und liest bis zu sechs Minuten aus dem Buch seiner Wahl vor. Im Hintergrund ein Banner. Darauf zu sehen ist der Schriftzug „Lesekönig“ – darüber eine Krone, die irgendwie ein bisschen an das HB-Männchen von anno dunnemals erinnert: Wer wird denn gleich in die Luft gehen?
St. Georg Grundschule Nütterden – der Musiksaal ist gut gefüllt. Angetreten sind die 3a und die 3b – insgesamt über 50 Schülerinnen und Schüler. Sechs aus jeder Klasse haben sich in die Vorrunde getraut – aus den zwölfen sind jetzt sechs geworden, die in der Endrunde um die Urkunden „kämpfen“. Gekämpft wird mit Sprache – gelesener Sprache.
Man möchte nicht Juror sein, aber man ist es. Wie wär‘s denn mit sechs ersten Preisen? Allen, die zum Vorlesen angetreten sind, merkt man an, dass sie gewinnen wollen. Der Weg zur „Bühne“ – kein Sichhinzögern auf den heißen Stuhl – allen steht eher das „jetzt geht‘s lohos!“ ins Gesicht geschrieben.
Lesen kennt verschiedene Aggregatszustände. Zu nennen wären: Das ganz private Lesen am Lieblingsplatz, ganz in Ruhe und bei eingeschaltetem Kopfkino. Die Geschichte findet irgendwie innen statt. Manche lesen mit einer inneren Stimme, andere hangeln sich an den Buchstaben entlang. Das Wunder des Lesens ist ja, dass aus Zeichen Welten werden. Man kann sich das klarmachen, wenn man kyrillische oder chinesische Buchstaben anschaut – solche also, die man in der Regel nicht kennt. Das in diesen Zeichen die Welt steckt, ist das Große an der Literatur. Literatur fängt mit kleinen Geschichten an. Und wer einmal angefixt ist, dem ist meist nicht mehr zu helfen. Der zweite Aggregatszustand ist das Vorlesen. Das Kino im eigenen Kopf wird zur Inszenierung für die Zuhörer. Eben das spielt sich ab.
Die Kandidaten: Giuliano Al Haddad, Alva Mecking, Mika Janssen, Fabrice Wichard, Jana Vervoorst und Charlotte Büchsenschütz-Nothdurft. Sie alle schaffen das kleine Wunder, ihre Zuhörer in die Geschichten mitzunehmen. Auf dem Bewertungsbogen für die Juroren der Hinweis: „Bewertet wird gutes Vorlesen, nicht Schauspielerei. Versprecher werden nicht bewertet. Natürlich gehört zum Vorlesen Nach- und Miterleben – natürlich kann man nicht einfach dasitzen und Text abliefern, aber das tut niemand hier. Die Kandidaten liefern eine optimale Vorstellung ab.
Trotzdem gibt es Nuancen – Winzigkeiten. Gut unterwegs sind sie alle – hoch konzentriert und so bei der Sache, dass selbst der Pausengong einfach im Nebenbei versickert. Kein Wunder, dass am Ende Sigrun Hintzen mit vier Urkunden zur Preisverleihung antritt.
„Habt ihr eine Idee, warum ich vier Urkunden in der Hand habe, wenn es doch nur drei Preise gibt?“ Jetzt fliegen Hände hoch. „Wahrscheinlich ist ein Platz doppelt belegt“, sagt ein Mädchen, und natürlich ist das die richtige Antwort. Zwei dritte Plätze. „Das war denkbar knapp, weil ihr alle so toll gelesen habt“, sagt Sigrun Hintzen. Dann die Oscars – pardon: die Lesekönige. Auf Rang drei Alva Mecking und Fabrice Wichard, auf dem zweiten Platz Giuliano Al Haddad und – quasi oben auf dem Treppechen: Charlotte Büchsenschütz-Nothdurft. Das Publikum scheint die Juryentscheidung nicht in Frage zu stellen. Tosender Applaus für die Siegerin.
Zeit für das, was vielleicht niemand hören will, weil es so platt daherkommt: Gewonnen haben sie alle – nicht nur die zwölf aus der Vorrunde und die sechs aus dem Finale. Wer ein Buch liest und sich auf die Reise in die eigene Phantasie macht, gehört immer zu den Gewinnern. Der Gewinn: Eine Welt, die einem niemand nehmen kann. Zurück bleiben lauter ungekrönte Häupter“. (Heiner Frost)