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Der neue Duden – mit 5000 neuen Wörtern – ist erschienen!

Gepostet von am 14 Aug, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

Der neue Duden – mit 5000 neuen Wörtern – ist erschienen!

Schmähgedicht, postfaktisch, Tablet, Flexikarier, entfreunden, Livestream, Kopfkino und auch futschikato: dies sind nur einige Beispiele für die 5.000 neuen Wörter, die im gerade erschienenen „Duden – Die deutsche Rechtschreibung“ in 27. und völlig neu bearbeiteter Auflage enthalten sind. Auch das große ß ist nun vertreten.

Der neue Duden hat 48 Seiten mehr als die letzte Auflage von 2013 und enthält 145.000 Stichwörter mit sämtlichen Schreibvarianten. Er ist damit der bislang umfangreichste Rechtschreibduden. Unter den Neuaufnahmen befinden sich auffallend viele Komposita wie Flüchtlingskrise und Klickzahl oder Übernahmen aus Fremdsprachen wie tindern, Darknet und Veggie. Das Regelwerk lässt ab sofort auch die Verwendung des Großbuchstabens ß neben SS zu, was insbesondere für die korrekte Schreibung von Eigennamen wichtig ist, aber auch für Wörter wie WALDSTRAßE. Der erweiterte Band berücksichtigt auch die an den gängigen Schreibgebrauch angepassten Wortschreibungen: So sind Ketschup, Majönäse und Anschovis gestrichen worden und gelten wieder als Fehler (Richtig sind Ketchup, Anchovis und Mayonnaise).

Zu den am häufigsten nachgeschlagenen Wörtern auf duden.de gehört übrigens e-Mail / e-mail / E-Mail / E-mail. Merke: nur die dritte Variante ist richtig!

(Info-Quelle: Börsenverein des Deutschen Buchhandels)

„Der Lärm der Zeit“ – Julian Barnes Roman über Dmitri Schostakowitsch

Gepostet von am 7 Apr, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

„Der Lärm der Zeit“ – Julian Barnes Roman über Dmitri Schostakowitsch

Julian Barnes
„Der Lärm der Zeit“
Kiepenheuer & Witsch, 256 Seiten, € 20,-

„’Was konnte man dem Lärm der Zeit entgegensetzen? Nur die Musik, …, die sich wenn sie stark und wahr und rein genug ist, um den Lärm der Zeit zu übertönen, im Laufe der Jahrzehnte in das Flüstern der Geschichte verwandelt.‘ Dies ist nur ein Zitat aus dem Roman, aber es steht für einen Roman, der sprachlich gestochen und inhaltlich weltumfassend ist. Der großartige Erzähler Julian Barnes lässt den Leser erschauern, wenn er beschreibt, wie Schostakowitsch jede Nacht wieder rauchend und mit gepacktem Koffer auf dem Flur neben dem Aufzug steht, weil er seiner Familie den Anblick ersparen möchte, wenn er von Stalins Schergen abgeholt wird…. In einer Zeit, in der türkische Schriftsteller und Journalisten unschuldig im Gefängnis sitzen, ist dieses Buch schrecklich aktuell. Der Roman ist ein grausamer Lesegenuss, weil er so war ist und so gut geschrieben ist. Auch für nichtmusikaffine Leser sehr zu empfehlen.“ Sigrun Hintzen, April 2017

Und noch eine Rezension zu diesem Buch:
„Es gibt reichlich Literatur über Leben und Werk des russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1882-1971). Wer den Künstler und Menschen näher und intimer kennenlernen möchte, sollte diesen Roman lesen. Mit großem Einfühlungsvermögen, feiner Ironie und sprachlicher Präzision erzählt Julian Barnes anhand von drei Lebensabschnitten über einen Menschen, der sich mit der Macht arrangierte, um seine Musik, die ihm alles bedeutete, ausüben zu können. Nach anfänglichem Erfolg wird er, nachdem Stalin eine seiner Opern als „Chaos statt Musik“ verwarf, geächtet, seine Musik geschmäht. Im Ausland werden die Aufführungen bejubelt, aber zuhause lebt er in Todesangst vor Stalins Schergen. Schostakowitsch leistet Abbitte, macht Zugeständnisse, um in Ruhe gelassen zu werden. Aber die Anfeindungen, die Angst vor dem Terror bleiben, und er schafft es nur mit Finesse und kreativen Ausweichmanövern weiterzumachen. Barnes wirft die Frage auf, wie sehr man sich mit einer totalitären Macht einlassen kann, um künstlerisch weiterzuarbeiten. Ab wann macht man sich mitschuldig? Moralische Fragen die uns alle betreffen. Rechtfertigt die Hoffnung des Künstlers, dass es in der Zukunft nur um die Größe seines Werkes geht, die eigenen Schwächen und Unzulänglichkeiten, sein Arrangement mit der Macht? Barnes urteilt nicht, er zeigt die Widersprüchlichkeiten in Schostakowitsch´ Charakter, sein Wechsel zwischen Zweifel und Scham, Feigheit und Mut, Schwäche und großer Kraft, Demütigungen auszuhalten, um sein Werk fortführen zu können.“ (Barbara Klefisch)

1517 – 2017: Neuerscheinungen und ausgewählte Titel zum Luther-Jahr 500 Jahre Reformation

Gepostet von am 25 Feb, 2017 in Allgemein, Tipps | Keine Kommentare

1517 – 2017: Neuerscheinungen und ausgewählte Titel zum Luther-Jahr 500 Jahre Reformation

2017 feiert die Reformation 500. Geburtstag. Aus diesem Anlass listen wir hier einige Bücher zu diesem Thema auf, um Ihnen eine Überblick über die Flut der Neuerscheinungen mit Sachbüchern, Romanen, Bilderbüchern etc. zum Lutherjahr zu geben (allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

„365 Tage Reformation. Menschen, Orte, Ereignisse“
Belser Verlag / Deutsche Bibelgesellschaft, 384 S., 24,99 €
Dieser Jahresbegleiter teilt vielfach geballte Information in übersichtliche Tagesportionen auf: Der im September 2016 bereits erscheinende, üppige Bildband heraus begleitet damit durch das Jubiläumsjahr 2017 und beleuchtet dabei unterschiedliche Aspekte der Reformation.

ASCHENBRENNER, Cord
Das evangelische Pfarrhaus. 300 Jahre Glaube, Geist und Macht. Eine Familiengeschichte., Pantheon Verlag, 368 S., 24,99 €

BEDFORD-STROHM, Heinrich/Margot Käßmann
„Die Welt verändern. Was uns der Glaube heute zu sagen hat“
Edition Chrismon / Aufbau Verlag, 304 S., 22 €
Das offizielle Buch der Evangelischen Kirche Deutschlands zum Reformationsjahr. Hier fragen Prominente wie Jakob Augstein und Gregor Gysi den Bischof Heinrich Bedford-Strohm und Margot Käßmann, welche Antworten der Glaube auf die Fragen der Gegenwart geben kann.

BEUTEL, Albrecht
Luther Handbuch, Mohr Siebeck, 49 €

BIRNSTEIN, Uwe
Mensch Martinus. Warum uns Luther zu Herzen geht, Patmos, 96 S., 10 €

BLUM, Daniela
Der katholische Luther. Begegnungen, Prägungen, Rezeptionen, Ferdinand Schöningh Verlag, 221 S. 24,90 €

BOLZ, Norbert
Zuürck zu Luther, Wilhelm Fink Verlag, 141 S., 19,90 €
Luthers Lehre eigne sich hervorragend zur Glaubensfestigung, so der Autor. In kursiv gedruckten Passagen kommt Luther selbst zu Wort. Bolz empfiehlt auch Katholiken die Auseinandersetzung mit Luther: Gerade ihrer Kirche hätten seine Angriffe gut getan.

BORN, Christoph
Die Lutherverschwörung (Historischer Roman), Brunnen, 12 €

BRENDEL, Christiane/Adelheid Wenzelmann
Martin Luther und Ignatius von Loyola. Entdeckung einer spirituellen Verwandtschaft, Echter, 12,90 €

BROCKHOFF, Evamaria u.a. (Hrsg.)
Ritter, Bauern, Lutheraner
Theiss Verlag, 384 Seiten, 29,95 €(erscheint im April)
„Dass sich die Reformation in einem medeialen und gesellschaftlichen Umbruch ereignete und nicht nur ein innerkirchlicher Prozess war, erzählt dieses Buch, das anlässlich der gleichnamigen Landesausstellung in Coburg (9. Mai bis 5. November) herauskommt.“

CLAUSSEN, Johann Hinrich
Reformation. Die 95 wichtigsten Fragen, C.H.Beck Verlag, 176 S., 10.95 €
95 kluge Fragen und Antworten überLuther, sein Leben,seine Zeit und seinen Glauben. Claussen ist der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland und schreibt für den SPIEGEL.

DALICHOW, Christiane
Ich, Katharina, die Lutherin – und was ich euch heute zu sagen habe, Patmos, 10 €

DANZ, Christian/Jan-Heiner Tück (Hrsg)
Martin Luther im Widerstreit der Konfessionen, Historische und theologische Perspektiven
Herder, 502 S., 24.99 €

DEHNERDT, Eleonore
Katharina. Die starke Frau an Luthers Seite, Brunnen, 12.99 €

DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM (Hrsg.)
Der Luthereffekt. 500 Jahre Protestantismus in der Welt
Hirmer Verlag, ca. 400 S., ca. 40 €, erscheint im April
„Die ikonografische Tradition und die Expansion der lutherischen Konfession in der Welt (an den Beispielen Schwedens, Koreas, der USA und Tansanias) sind Gegenstand des Katalogs zur gleichnamigen Ausstellung, die vom 12. April bis zum 5. November in Berlin läuft“ (Börsenblatt)

DI FABIO, Udo, Johannes Schilling (HRsg.)
Die Weltwirkung der Reformation. Wie der Protestantismus unsere Welt verändert hat
C.H. Beck, 256 S., 16,95 €
„Die Reformation als Kirchenspaltung zu beschreiben, würde zu kurz greifen. Ihre Wirkung ging über den Raum des Kirchlichen weit hinaus, veränderte Deutschland, Europa und die Welt – und legte den Grundstein für die Entstehung der Moderne. Wie der Protestantismus unsere Welt verändert hat, beschreiben mehrere Autoren in diesem Band.“ (Börsenblatt)

DIEZ, Georg
Martin Luther, mein Vater und ich, C. Bertelsmann Verlag, 256 S., 17,99 €
Diez ist in einem Pfarrhaus aufgewachsen, Vater und Großvater waren Pfarrer. Sein politischer Essay hat politische Tiefenbohrung. Der SPIEGEL-Autor geht auf die Suche nach dem Protestantismus in sich selbst, nach seiner Familiengeschichte – und danach, ob Luhter der heutigen Zeit noch etwas zu sagen hat.

DINGEL, Irene
Reformation. Zentren -Akteure – Ereignisse
Vandenhoek & Ruprecht, 308 S., 34 €
„Luther stand mit seinen Reformbestrebungen nicht allein. Irene Dingels systematische Darstellung der Glaubensumwälzung widmet sich auch den anderen Protagonisten der Reformation: Huldrych Zwingli in Zürioch, Martin Bucer in Straßburg und Joahnnes Calvin in Genf.“

DOWLEY, Tim
„Atlas zur Refor­mation in Europa“
Neukirchener Verlagsgesellschaft, 160 S., 19,90 €
Auf präzises Kartenmaterial und eine umfassende Zeitschiene stützt sich dieses Buch. Beides macht die Verbreitung der neuen Konfession bis nach Großbritannien und Polen auch schon für jugendliche Leser nachvollziehbar.

DREWERMANN, Eugen
Luther wollte mehr„. Der Reformator und sein Glaube, Herder Verlag, 192 S., 19,99 €

ELSCHNER, Géraldine/versch. Illustratoren (Bilderbuch)
Martin Luther. Hier stehe ich und kann nicht anders. Minedition, 40 S., 14.95 €
Schönes Bilderbuch, das 1483 in Eisleben beginnt und mit Martin Luther King endet, dessen Vater ein glühender Verehrer des Reformators war.

ERNESTI, Jörg u.a. (Hrsg.)
Weltereignis Reformation, Anstöße und Auswirkungen, Tyrolia, 256 S., 24,95 €

FRISCH, Hermann-Josef
Lieber Martin Luther – lieber Papst Franziskus. Ein Briefwechsel, Herder Verlag, 192 S., 19,99 €

GÖRNE, Bernd/Andreas Schmidt
Der Lutherweg in Sachsen, Evangelische Verlagsanstalt, 128 S., 10 €
„Ein reich bebilderter Reiseführer beschreibt die 27 Stationen des im Jahr 2015 eröffneten Lutherweges in Sachsen. Er weckt Appetit auf eigene Entdeckungen entlang der über 500 km langen Strecke und stellt die Wegbegleiter Martin Luthers vor. Zahlreiche Fotos von Stätten der Reformation und der faszinierenden Natur vermitteln vielfältige Impressionen vom spirituellen Rundwanderweg.“
Die Autoren Bernd Görne und Andreas Schmidt haben die Entwicklung des Lutherweges in Sachsen als Journalisten und Touristiker begleitet, alle Stationen besucht und mit vielen Beteiligten gesprochen. So entstand ein Büchlein, das eine nützliche Handreichung für Pilger, Wanderer und Kulturinter­essierte ist. (Ev. Verlagsanstalt)

GRALLE, Albrecht
Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete (Roman)
Brendow Verlag, 224 S., 14.95 €

GROCHOWINA, Nicole
Franziskus und Luther. Freunde über die Zeiten, Echter Verlag, 80 S., 8,90 €

GRÜN, Anselm Grün/Nikolaus Schneider
„Luther gemeinsam betrachtet. Reformatorische Impulse für heute“
Vier-Türme-Verlag, März, 207 S., 18,99 €

HASSELHORN, Benjamin
Das Ende des Luthertums? Evangelische Verlagsanstalt, 216 S., 19 €
„Eine Liebeserklärung an das Luthertum und das Evangelisch-Sein, für diejenigen geschrieben, die sich über vieles wundern, was in der evangelischen Kirche geschieht, die inzwischen bei den meisten evangelischen Gottesdiensten etwas vermissen und die sich fragen, woher dieser Zustand eigentlich kommt.
Zugleich ist es aber auch eine Streitschrift. Denn trotz aller Aktivitäten zum Reformationsjubiläum scheint es eine Krise des Lutherischen zu geben. Die Entfremdung der Menschen von lutherischen, ja überhaupt von christlichen Traditionen scheint immer größer zu werden. Was war das eigentlich, das Luthertum? Wieso ist es in der Geschichte Europas und der Welt so wichtig gewesen? Und wieso scheint ihm die Puste ausgegangen zu sein? Auf diese Fragen sucht das Buch nach Antworten.“ (Ev. Verlagsanstalt

HIRTE, Markus (Hrsg.)
Mit dem Schert oder festem Glauben. Luther und die Hexen
THeiss Verlag, 160 S., 19,95 €
„Durch den Einfluss seiner Mutter hat Luther zeitlebens an Hexen geglaubt. Der reich bebilderte Band erklärt die historischen Hintergründe und zeigt Luther als Kind seiner Epoche“.

HOFMANN, Thomas R.
Luther im Bild. Eine Ikone wird erschaffen, Belser Verlag, 96 S., 80 farb. Abb., 16,99 €
„Martin Luther zählt zu den meist abgebildeten Personen des 16. Jahrhunderts. Jeder kennt die Darstellung von Lucas Cranach d. Ä., auf der Luther als strenger, schwarz gekleideter Reformator dargestellt ist. Sein Bild hat sich in das kollektive Verständnis eingebrannt. Bis in die Moderne haben sich die Künstler mit dem Konterfei des berühmten Reformators auseinandergesetzt, im Porträt oder auch als Hauptperson in Historiendarstellungen. Thomas R. Hoffmann begibt sich auf Spurensuche nach dem Bild Luthers in den vergangenen 500 Jahren und trifft in den jeweiligen Jahrhunderten auf sehr unterschiedliche Luther-Darstellungen. Hoffmann ist Kunsthistoriker und freier Mitarbeiter in verschiedenen Berliner Museen, Dozent an der FU Berlin und Autor kunsthistorischer Bücher.“
Erscheinungstermin vorauss.: 6. April 2017

JUNG, Martin H.
„Die Reformation“
Marix, 240 S. 6,– €
Wer weiß schon, dass in Deutschland auch zwei katholische Bischöfe in ihren Gebieten die Ideen der Reformation umgesetzt haben? Während das Vorhaben in Köln den damaligen Bischof Hermann von Wied das Amt kostete, wechselten sich in Osnabrück bis 1802 Katholiken und Lutheraner im Bischofsamt ab. In diesem Buch ist noch viel mehr Wissenswertes über die Reformation zusammengetragen. Der Autor ist Professor für Historische Theologie und skizziert beispielsweise die Entwicklungen um Zwingli, Melanchton und Calvin sowie die militärischen Bündnisse für und gegen die Reformation. Er erläutert Luthers Streit mit Erasmus von Rotterdam über den freien Willen des Menschen ebenso wie die Reformationsbewegung in Frankreich und Großbritannien.

KÄßMANN, Margot
95 x Reformation. Ein kleines ABC, Kreuz Verlag, 14,99 €

KÄßMANN, Margot/Martin Rösel (Hrsg.)
Die Bibel Martin Luthers. Ein Buch und seine Geschichte, Deutsche Bibelgesellschaft, 272 S., 24,80 €

KASPER, Walter Kardinal
Martin Luther. Eine ökomenische Perspektive, Patmos Verlag, 96 S., 8 €

KAUFMANN, Thomas
„Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation“
C.H. Beck, 512 S., 26,95 €
Dieses umfangreiche Buch lässt den Leser anschaulich nachvollziehen, wie der erbitterte Kampf um das Heil der Seele Menschen dazu brachte, ihre Heimat zu verlassen oder in den Krieg zu ziehen. Der Verfasser ist in Göttingen Professor für Kirchengeschichte. Hier legt er detailreich dar, wie Europa umgestaltet wurde.

KAUFMANN, Thomas,
Reformation, Reclam Verlag, 100 S., 10 €

KAUFMANN, Thomas/Martin Keßler (Hrsg.)
„Luther und die Deutschen“, Reclam, 268 S., 14,95 €

KAUFMANN, Thomas
Luthers Juden, Reclam Verlag, 22,95 €

KOCH, Kurt
Luther für Katholiken. 100 Worte, Neue Stadt, 120 S., 12.95 €

KÖHLER, Joachim
Luther! Biographie eines Befreiten, Evangelische Verlagsanstalt, 408 S., 22,90 €
Köhler, Autor auch von Lebensbeschreibungen über Wagner und Nietzsche, zeichnet versiert und fesselnd den Wegdes Reformators nach. Auch argumentiert er gegen die Lutherkritiker, die in ihren ideologischen Deutungsmustern übersehen würden, dass keiner vor Luther dem Einzelnen eine so souveräne Stellung zugewiesen habe. Und er verdeutlicht dem Leser, das Luther alles andere als von Gestern ist.

KÖPF, Ulrich
Martin Luther. Der Reformator und sein Werk, Reclam Verlag, 22,95 €

KRÖTKE, Wolf u.a. (Hrsg.)
„Freiheit wagen. Ein Glaubenskurs zur Reformation“, Wichern Verlag, 112 S., 12,95 €

KUCH, Michael
Herzenssache und Gottesmut. Martin Luther und das Lebensgefühl des Glaubens. Gütersloher Verlagshaus, 224 S., 19,99 €
Michael Kuch erschließt, was das Besondere am Glauben des Reformators ist. Er zeigt Martin Luther als Zeitgenossen der spirituell Suchenden und bietet Antworten auf die existenzielle Grundangst der Gegenwart.“ (Gütersloher Verlagshaus)

LAUSTER, Jörg
Der ewige Protest. Reformation als Prinzip, Claudius Verlag, 144 S., 12 €
„Das Reformationsjubiläumsrauschen erreicht seinen Höhepunkt. Grund genug für einen kritischen Zwischenruf: Wie viel Selbstgefälligkeit verträgt der Protestantismus? Welche Zukunft hat Religion überhaupt in der heutigen Gesellschaft? Radikale Entchristlichung auf der einen, entschlossener Fundamentalismus auf der anderen Seite, dazwischen klerikal-hochkirchliche und kuschelreligiöse Rettungsinseln oder überpolitisiertes, moralisch anstrengendes Weltverbesserertum.“ (Claudius Verlag)

LEPPIN, Volker
Die fremde Reformation: Luthers mystische Wurzeln, C.H.Beck Verlag, 247 S., 21.95 €
Leppin ist Kirchenhistoriker an der Universität Tübingen. In seiner aufregenden Studie erhählt er von Muther, dem mystischen Schriftsteller, der noch tief im Glauben des Mittelalters verhaftet ist, obowohl er die Erschaffung der modernen Welt angestoßen hat.

LUTHER, Martin
Die 95 Thesen. Lateinisch/Deutsch, Reclam Verlag, 6 €

Luther und die Deutschen. Stimmen aus fünf Jahrhunderten

Reclam Verlag 14,95 €
Die wichtigsten deutschsprachigen Stimmen der Luther-Rezeption: Historiker, Theologen, Dichter und Denker – von Philipp Melanchthon über Thomas Mann bis zur gegenwärtigen Kirchengeschichtsschreibung.

Luther und Wir. 95 x Nachdenken über Reformation. Reclam Verlag, 16,95 €
Stimmen aus Kirche, Politik, Wissenschaft und Kultur

MÄRKERS, Michael
„Martin Luther“, Kamprad, 144 S., 19.80 €
Diese Bildbiographie bietet sich als Einstieg an, schließlich ist der Mensch ein „Augenwesen“, wie Luther selbst einmal gesagt hat. In dem Band mit kurzen einführenden Texten fehlt natürlich nicht das bekannte Gemälde Gustav Adolph Spangenbergs, das Luther im Kreise seiner Familie musizierend zeigt – der Autor ist immerhin in der nunmehr 13. Generation ein direkter Nachkomme Martin Luthers.

MECKLENBURG, Norbert
„Der Prophet der Deutschen. Martin Luther im Spiegel der Literatur“, J.B. Metzler, 313 S., 59,95 €

MELHEIM, Rich/ Sherwin Schwartzrock u. Jonathan Koelsch (Illustratoren), Graphic Novel
Luther: Der Mönch, der die Welt aus den Angeln hob, Brunnen Verlag, 72 S., 10 €

MÖHLER, Stefan
„Der Trennung gedenken – das Verbindende feiern“
Schwabenverlag, 144 S. 17,99 €
Auch aus katholischer Sicht ist die Reformation bedeutend, an Reformen wird ja bis heute „gearbeitet“. Der Pfarrer Stefan Möhler hat hier ein Werkbuch zum Reformationsjahr für katholische Gemeinden herausgegeben. Die Texte sind auch als Predigten geeignet.

MOKRY, STephan
Luther – Was Katholiken schon immer wissen wollten. 95 Fragen und Antworten, St. Benno Verlag, 120 S., 7,95 €

MORGNER, Christoph
Tinte, Thesen, Temperamente. Lesebuch auf den Spuren von Martin Luther, Brunnen Verlag, 144 S., 13,– €, Eine Sammlungvon Beiträgen diverser Autoren beleuchtet viele Einzelaspekte rund um den Glaubenserneurer: Luther als Seelsorger, Luther und seine Lieder oder Luther und seine Krankheiten.

NEUNER,Peter
Martin Luthers Reformation. Eine katholische Würdigung, Herder, 344 S., 24.99 €
„Eine katholische Würdigung der Theologie Luthers und des Luthertums in ökumenischer Absicht. In den letzten 500 Jahren wurden Martin Luther und seine Botschaft auf vielfältige und teils widersprüchliche Weise gedeutet. Demgegenüber zeigt Peter Neuner, dass Luther selbst die Botschaft von der Rechtfertigung ins Zentrum seiner Theologie gestellt hat. Er behandelt außerdem die zentralen theologischen Themen, die bis heute zwischen Katholiken und Protestanten strittig sind: Glaube und Werke; Schrift und Tradition; Kirche und Ämter; Sakramente. Plötzlich wird deutlich: Ein Rückblick auf Luther befestigt die herkömmlichen Lehrverwerfungen nicht, sondern kann sie überwinden helfen. Luther erscheint als eine Gestalt der Ökumene – als unser gemeinsamer Lehrer im Glauben.“ (Herder Verlag)

NÜRNBERGER, Christian & Petra Gerster
Der rebellische Mönch, die entlaufene Nonne und der größte Bestseller aller Zeiten. Martin Luther
Gabriel Verlag, 208 S., 14.99 €

PALMERION, Dacia/Andrea Grosso Ciponte (Graphic Novel)
Martin Luther. Edition Faust, 140 S., 20 €

PESCH, Otto Hermann
Hinführung zu Luther, Verlag Matthias Grünewald, 456 S., 35 €

PETTEGREE, Andrew
Die Marke Luther. Wie ein unbekannter Mönche eine deutsche Kleinstadt zum Zentrum der Druckindustrie und sich selbst zum berühmtesten Mann Europas machte – und die protestantische Reformation lostrat, Insel Verlag, 407S. 26,– €

PIEPER, Dietmar/Eva-Maria Schnurr (Hrsg.):
„Die Reformation. Aufstand gegen Kaiser und Papst“
DVA, 256 S., 19,99 €
In diesem Buch zeigen zwei „Spiegel“-Journalisten, wie sich ganz Europa dadurch veränderte, zeigen „Spiegel“-Journalisten in dem Buch „Die Reformation“ (DVA, 256 S., 19,99 Euro), das mit manchen Klischees aufräumt: So hat ­Luther seine Thesen nicht an die Wittenberger Schlosskirche geschlagen, vielmehr wurden sie auf mehrere Kirchentüren geklebt, als Einladung zu einer akademischen Disputation. Das Buch erzählt in flott geschriebenen, kurzen Beiträgen und Interviews vom Beginn einer neuen Epoche.

PREISENDÖRFER, Bruno
Als unser Deutsch erfunden wurde. Reise in die Lutherzeit, Verlag Galiani, 480 S., 29,95 €
„Eine gebildete Reise in die Lutherzeit. Wie aß man? Wie kleidete man sich? Wie lebte es sich als Mitkämpfer des Götz von Berlichingen? Der Literaturwissenschaftlererzählt, wie Südamerika erobert und Nürnberg belagert wurde. Wie Albrecht Dürer malte – und wie Luther die deutsche Sprache erfand.“ (DER SPIEGEL)

PRÜFER, Thomas (Hrsg.)
Martin Luther. Die Reformation, Lingen Verlag, 176 S., 19,95
„Kurze Kapitel und viele farbige Abbildungen machen diesen großformatigen Band kurzweilig und unterhaltsam. Er schildert den Werdegang Luthers in interessanten Facetten – ebenso wie den Beginn des neuen Zeitalters, die Bauernaufstände, den Augsburger Religionsfrieden und die Gegenreformation.“ (Lingen Verlag)

REINHARDT, Volker
Luther, der Ketzer. Rom und die Reformation, C.H.Beck Verlag, 352 S., 24,95 €
Der Professor aus dem schweizerischen Fribourg durfte erstmals Originaldokumente aus dem Vatikan lesen. Er zeichnet ein Bilder der Reformation als Interaktion zwischen Wittenberg und Rom. Was oft vergessen wird, tritt hier zu Tage: Anfangs wollte Luther nichts weiter, als den katholischen Glauben retten.

RIECKER, Siegbert
Wofür Luther kämpfte. Die Kernthesen der Reformation, Brunnen, 96 S., 8,– €

RILL,Bernd
Was Luther angerichtet hat. Die Reformation und ihre Folgen, Butzon & Bercker, 400 S., 25 €
„Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Die Worte des Augustinermönchs Luther 1521 vor dem Wormser Reichstag erschütterten nicht nur die römische Kirche, sie leiteten einen Epochenwandel in der Geschichte des Abendlandes ein. Was Luther damit angerichtet hat, zeigen die folgenden Jahrzehnte mit ihren blutigen Glaubenskämpfen und grausamen Kriegen. Allerdings wäre die Säkularisierung mit ihren tiefgreifenden Folgen für Politik und Gesellschaft ohne die Reformation nicht möglich gewesen. Auch die römische Kirche selbst hat sich unter dem Einfluss der Kirchenspaltung völlig verändert. Bernhard Rill zeigt, wie sehr die Reformation und in ihrer Folge die Glaubensspaltung bis heute Politik und Geistesleben in Europa und vor allem in Deutschland bestimmen.“ (Butzon & Bercker)

ROTH-BECK, MEIKE, Klaus Ensikat (Illustrationen) Bilderbuch
Von Martin Luthers Wittenberger Thesen, ab 8 Jahre, Kindermann Verlag, 44 S., 19,90 €
Ein gelungenes Lutherbuchzum Anschauen, Erzählen, Lesen und Nachfragen. „Wer dieses Buch gelesen und geschaut hat, erhält eine lebendige Vorstellung von dem, was sich vor 500 Jahren ereignet hat und seine Spuren immer noch in unserem Alltag hinterlässt.“ (Deutschlandfunk)
Meike Roth-Beck ist Religionspädagogin, Autorin und Redakteurin für Schubuchverlage und Hörfunk, war Lehrerin und Dozentin in Schule und Erwachsenenbildung, arbeitete in der Weiterbildung für ErzieherInnen für die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands.
Klaus Ensikat (geb. 1937) ist einer der brillantesten freischaffenden Buchkünstler der Gegenwart udn erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen für die Illustration von Kinder- und Jugendbüchern.

RÜGERT, Walter
„John Wyclif, Jan Hus, Martin Luther. Wegbereiter der Reformation“, Südverlag, 112 S., 16 €
Walter Rügert beschäftigt sich mit den Wegbereitern der Reformation. Der englische Philosoph und Theologe John Wyclif (1330 – 1384), der zeitweilig im Dienst der Krone stand, trat für eine klare Trennung der weltlichen und geistlichen Aktivitäten der Kirche ein. Grundlage des Glaubens waren für ihn die Bibel, die er ins Englische übersetzte, und die Urkirche. Ende des 14. Jahrhunderts betrat in Prag mit Jan Hus, der den Lehren Wyclifs folgte, ein weiterer Kirchenkritiker die Bühne. Hus geißelte die Geschäftemacherei des Klerus, den Verkauf geistlicher Ämter (Simonie) und den Ablasshandel. Wegen seiner Auffassung, das Gewissen sei die letzte Glaubensinstanz, und wegen anderer „Irrlehren“ wurde ihm auf dem Konstanzer Konzil 1415 der Prozess gemacht. Nachdem er sich geweigert hatte, einen vorformulierten Widerspruch zu erklären, wurde er wegen Ketzerei als Priester degradiert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Hus’ Mission wurde erst mit Luthers Reformation Wirklichkeit.(Südverlag, Titel erscheint im März)

ROPER, Lyndal
„Der Mensch Martin Luther. Die Biographie“, S.Fischer, 736 S. 28 €
Die umfangreichste Lebensbeschreibung legt dies britische Historikerin vor, die dazu über zehn Jahre in Archiven Briefe und Dokumente gelesen und ausgewertet hat. Dabei interessieren die Professorin vor allem Luthers Seelenlandschaft, seine Widersprüche und wie er als Mensch des 16. Jahrhunderts die ihn umgebende Welt wahrnahm. Für ihre herausragen¬den Forschungsleistungen erhielt die Wissenschaftlerin im November den mit 100.000 Euro dotierten Gerda-¬Henkel-Preis: Die Jury ist überzeugt davon, dass Ropers jüngste Studien den Verlauf der Debatte über den Reformator nachdrücklich mitbestimmen werden.

SCHÄUBLE, Wolfgang
Protestantismus und Politik, Claudius Verlag, 56 S., 7,– €

SCHILLING, Heinz
1517. Weltgeschichte eines Jahres
C.H. Beck, 364 S., 24,95 €
„Den Blick nach außen – von Wittenberg auf die Welt – richtet der Histroiker Heinz Schilling mit seinem Buch. Er nimmt die Leser darin mit auf eine Reise in ferne Reiche, nach China und zu den Azteken, und zeigt zugleich, wie, abseits der konfessionellen Grabenkämpfe, Magie und Hexenglaube lebendig waren.“ (Börsenblatt)

SCHILLING, Heinz
Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs; erweiterte Neuausgabe, C.H.Beck Verlag, 728 S., 28,– €
Schilling ist emeritierter Professor für Europäische Geschichte der frühen Neuzeit an der Humboldt Universität Berlin, er verortet Luther in seiner Epoche – zwischen Bauernkriegen, Medienrevolution und thelogischem Disput.

SCHNEIDER, Katja u.a. (Hrsg.)
Luther! 95 Schätze – 95 Menschen
„Aus unterschiedlichen BLickwinkeln beleuchten prominente Autoren (u.a. Uwe Tellkamp) den Reformator. 95 Porträts stellen Persönlichkeiten wie Bach, Karl May und Pasolini vor, die alle einen Bezug zu Luther aufweisen.“ (Hirmer Verlag)
Hirmer Verlag, 592 S., 335 Abb., 34,90 €

Tritt frisch auf! Tu’s Maul auf! Hör bald auf!
Luther herzhaft. Abreißkalender 2017, Kösel Verlag ca. 752 S., Format 11 x 15 cm, 12,99 €
Luther ist nicht nur für seinen Thesenanschlag bekannt, sondern auch für seine klare und eindeutige, teils harsche Sprache, die in diesem Kalender mit einem Augenzwinkern dokumentiert ist.

VOGT, Fabian
Luther für Eilige. Seine wichtigsten Werke kurz & knackig, Edition Chrismon, 128 S., 10 €
Luthers Schriften, unterhaltsam auf den Punkt gebracht.

WEGNER, Gerhard (Hrsg.)
Von Arbeit bis Zivilgesellschaft. Zur Wirkungsgeschichte der Reformation
Evangelische Verlagsanstalt, 368 S., ca. 30 €, erscheint im April
Der Band zeigt, wie die Reformation die Grundbegriffe unseres Zusammenlebens neu definiert und verändert hat.

WELKER, Michael/Michael Beintker/Albert de Lange (Hrsg.)
„Europa reformata. Reformationsstädte Europas und ihre Reformatoren“
Evangelische Verlagsanstalt, 504 S., 29,90 €
An vielen Orten hat der Umbruch Spuren hinterlassen. Anhand vieler Fotos und Karten, wird hier veranschaulicht, wie Reformatoren – und auch sechs Reformatorinnen wie Olympia Morata – in 48 Städten gewirkt haben. Es ist überaus spannend zu lesen, wie vielfältig am neuen Glauben gearbeitet wurde. Städte wie Ferrara oder Sevilla bringt man gar ich unbedingt mit der Reforma­tion in Verbindung!

WINKLER, Willi
Luther. Ein deutscher Rebell, Verlag Rowohlt Berlin, 640 S., 24,99 €
Winkler ist Autor der Süddeutschen Zeitung und erzählt in dieser Biographie von Luther als Modernisierer und Rebellen, einem Mann des 16. Jahrhunderts, der seine Welt vom Kopf auf die Füße gestellt hat. (DER SPIEGEL)

WITZENBACHER, Marc (Hrsg.)
Gott gibt ein fröhlich Herz, Butzon & Bercker, 64 S.,Spiralbindung, 9,95
„Bei all den vielen Titeln über den Reformator sollte man den pastoralen Zugang nicht vergessen. Wichtige Sätze Luthers, seine Liedtexte und Verse aus der Lutherbibel finden sich in diesem Aufsteller mit Farbfotos – eine Einladung zum Nachdenken.“

ZITELMANN, Arnulf
Ich, Martin Luther. Starke Sprüche über Weiber, Fürsten, Pfaffen und so weiter., Vitolibro, 48 S. 9,95 €

(Quelle u.a.: Börsenblatt des Deutschen Buchhandels)
Fotonachweis: Auschnitt aus dem Cover des Buches „Die Reformation“, DVA

Juli Zeh „Unterleuten“

Gepostet von am 25 Jan, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

Juli Zeh „Unterleuten“

Juli Zeh
„Unterleuten“
Luchterhand, 2016
Geb. mit Schutzumschlag, 24,99 €
ISBN: 978-3-630-87487-6

„Ein praller Gesellschaftsroman aus der brandenburgischen Provinz. Aussteiger treffen auf `Ossis´, Intellektuelle werden Vogelschützer. Ein junges Paar startet das Experiment `Beziehung´. Bis die Windräder kommen: da müssen sie gemeinsam Stellung beziehen. Juli Zehs Figuren sind wunderbare Charaktere. Viele Erzählstränge vereinen sich zu einem Panorama.“ – empfohlen von Elisabeth Verhoeven

Philipp Winkler „HOOL“

Gepostet von am 25 Jan, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

Philipp Winkler „HOOL“

Philipp Winkler
„HOOL“
Aufbau Verlag
Gebunden mit Schutzumschlag, 310 Seiten
978-3-351-03645-4, 19,95 €

„Haben Hooligans überhaupt irgendwas im Kopf? Der Autor sagt „Ja“ und beschreibt ihre Welt in drastischer und oft überraschend poetischer Weise. Es geht um Familienbande, Abnabelung, Liebe und Freundschaft. Auch ein Geier und ein Tiger kommen vor. Bilder aus der Provinz.“ – gelesen und empfohlen von Elisabeth Verhoeven

Martin Suter „Elefant“

Gepostet von am 25 Jan, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

Martin Suter „Elefant“

Martin Suter
„Elefant“
Diogenes Verlag, 352 S., 24,– €
ISBN-13: 978-3-257-06970-9

„Ein Obdachloser, ein skrupelloser Genforscher, ein burmesische Elefantenflüsterer, eine junge Tierärztin und zwei Morde. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein kleiner rosaroter Elefant. Im Umgang mit dem allerliebsten Tier wachsen die Beteiligten über sich hinaus – im besten und im schlechten Sinn.“ – empfohlen von Elisabeth Verhoeven

„Macht“ von Karen Duve

Gepostet von am 25 Jan, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

„Macht“ von Karen Duve

Karen Duve
„Macht“
Galiani, Berlin (2016)
Gebunden, 416 S.
21,99 €
ISBN: 978-3-86971-008-2

„Es herrscht das Matriarchat. Eine Pille sorgt für ewige Jugend. Das Klima spielt verrückt. So sieht es aus im Jahre 2031. Sebastian trifft seine Jugendliebe Elli. Sie haben eine Affäre. Aber Sebastian hat eine Leiche, seine Frau im Keller, als Sklavin. Das ist nicht nett, aber Sebastian ist eben auch nur ein Mann. Gesellschaftsjahre à la Karen Düve: böse, drastisch, intelligent – und wahr?“ – gelesen und empfohlen von Elisabeth Verhoeven

„Nach einer wahren Geschichte“ von Delphine Vigan

Gepostet von am 25 Jan, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

„Nach einer wahren Geschichte“ von Delphine Vigan

Delphine Vigan
„Nach einer wahren Geschichte“
Dumont Verlag, 2016
geb., 350 S., 23,– €
ISBN: 978-3-8321-9830-5

„Fast ein Psychothriller aus dem Literaturmilieu. Die Junge Schriftstellerin Delphine de Vigan freut sich über die neue Bekannte L. Aber was wie eine schöne Frauenfreundschaft beginnt, endet mit regelrechtem Stalking.“ – empfohlen von Elisabeth Verhoeven

Neuauflage von Georg Forsters „Ansichten vom Niederrhein“ in einem opulenten Prachtband

Gepostet von am 5 Jan, 2017 in Tipps | Keine Kommentare

Neuauflage von Georg Forsters „Ansichten vom Niederrhein“ in einem opulenten Prachtband

„Mehr hat man doch nicht, als was einem durch diese zwei Oeffnungen der Pupille fällt und die Schwingungen des Gehirns erregt. Anders als so nehmen wir die Welt und ihr Wesen nicht auf.“ – Georg Forster

Georg Forster
Ansichten vom Niederrhein, von Brabant, Flandern, Holland, England und Frankreich
im April, Mai und Juni 1790

Mit einem Vorwort von Jürgen Goldstein
Die Andere Bibliothek
480 S., Einband mit Buchschlaufe, mit Illustrationen und einem mit einer Landkarte bedruckten Vor- und Nachsatzpapier, Fadenheftung, Lesebändchen. Buchgestalterin: Paulina Pysz
79,00 EUR

„Georg Forster unternahm im Frühjahr 1790, begleitet (!) vom noch jungen Alexander von Humboldt, eine Reise, die ihn vom Rheingau nach Ehrenbreitstein, Köln, Düsseldorf über Aachen u. a. nach Lüttich und Brüssel, in die Niederlande nach England und schließlich nach Paris führte. In seinem dreibändig erschienenen Werk hat er seine Beobachtungen festgehalten. Ansichten vom Niederrhein stand lange im Schatten seiner epochalen Voyage Round The World, der Reise um die Welt, die er als erst zwanzigjähriger Begleiter der zweiten Weltumsegelung von Captain Cook 1775/1776 verfasst hatte. Doch dieselbe Stilsicherheit, dieselbe Beobachtungsgabe kommen auch in den Ansichten von Niederrhein zum Tragen – geschärft um die Erfahrung in Forschung, Lehre und politischem Engagement, die sich Georg Forster in den 15 Jahren, die zwischen beiden Reisebüchern liegen, erworben hat.

Anders als noch auf der Cook-Expedition, war das Hauptanliegen Forsters nicht botanisch präzise und zoologisch exakte Beschreibungen noch unbekannter Arten von Tieren und Pflanzen. Seine Meisterschaft liegt neben der Beschreibung der vertrauten Landschaft nordeuropäischer Niederungen und der Landessitten der Bevölkerung in der bestechenden Beobachtung des ökonomischen Zustands und der vergleichenden Betrachtung der politischen Verfasstheit der bereisten Staaten. Richtungsweisend war Forsters Bericht auch in ästhetischer Hinsicht: Mit der Vielzahl präziser und brillant geschriebener Beschreibungen von Architektur und vor allem Kunst hat er der noch jungen Disziplin der Kunstgeschichte in ihren Anfängen geholfen und ihr sogleich das Vorbild eines mustergültigen Stils mitgegeben.“ (Die Andere Bibliothek)

 

Oliver Pfohlmann/WDR zu diesem Buch:

Naturforscher und Ethnologe

Georg Forster war gewiss nicht leicht aus der Fassung zu bringen. Schließlich hatte der Naturforscher und Ethnologe mehr gesehen als die meisten Europäer des späten 18. Jahrhunderts: Eisberge und paradiesische Sandstrände, Vulkane und Tornados, ja sogar waschechte Kannibalen. Beim Anblick einer jungen Frau in den Straßen von Amsterdam, im Frühjahr 1790, stockte dem Weltreisenden aber doch der Atem: So bizarr erschien ihm, was die „Dirne“, wie man damals sagte, so alles an oder auf ihrem Kopf trug, wie spiralförmige Schlangen aus Silberdraht an den Schläfen und an den Ohren Anhänger, die wie „kleine Vorhängeschlösser“ aussahen.

„Nicht wahr? man muß außerordentlich schön seyn, um es in diesem Wilden-schmuck noch zu bleiben? Wäre diese Dirne einem Reisenden in Ost- oder Westindien begegnet, so hätte er ihren barbarischen Kopfputz einer Abbildung werth geachtet und über das Ungeheure und Abentheuerliche im Geschmack der ungebildeten Völker lang und breit disserirt; denn wir bedenken nie, wie ähnlich wir den Wilden sind.

Ein Aufklärer & politische Umbrüche

Wie gering die Kluft zwischen den sogenannten „Wilden“ und den Europäern war, hatte Forster bereits erlebt, als er unter James Cook drei Jahre lang die Welt umsegelte. Als zum Beispiel die Menschenfresser auf Neuseeland vor den Augen der Besucher stolz ihr Leibgericht zubereiteten, ekelten sich durchaus nicht alle Mitglieder von Cooks Mannschaft. Einige hätten plötzlich „Lust … mit anzubeißen“ bekommen, betonte Georg Forster in seinem Hauptwerk „Reise um die Welt“ – und schrieb nicht nur mit dieser Beobachtung beharrlich gegen eurozentrische Vorurteile an.

Georg Forster

Auch sein letztes Buch, die „Ansichten vom Niederrhein“, wurde von aufklärerischen Intentionen gespeist. Aber auch von handfest politischen. Welche, das erläutert Jürgen Goldstein im Vorwort einer opulenten, großformatigen Neuausgabe von Forsters lange vergessenem, letztem Reisebericht. Treffend bezeichnet der preisgekrönte Forster-Biograf darin die „Ansichten“ als „trojanisches Pferd“. Lässt doch der harmlos klingende Titel eher Landschaftsbeschreibungen vermuten als ein Werk, das dem Leser die politischen Umbrüche seiner Zeit nahebringen wollte. Tatsächlich waren weder der Zeitpunkt der Reise, das Frühjahr 1790, noch ihre Ziele zufällig gewählt.

Humboldt in jungen Jahren

Nur ein Jahr nach dem bedeutendsten Ereignis der Epoche, der französischen Revolution, waren auch Frankreichs Nachbarländer vom Revolutionsfieber gepackt. Forster und sein Begleiter – kein Geringerer als der junge Alexander von Humboldt – konnten das vor Ort eingehend beobachten:

„In den Wirthshäusern und Kaffeehäusern sahen wir fleißige Zeitungsleser, und selbst der gemeine Mann politisirte bei seiner Flasche Bier von den Rechten der Menschheit, und allen den neuen Gegenständen des Nachdenkens, die seit einem Zeitabschnitte von ein paar Jahren endlich auch auf dem festen Lande in Umlauf gekommen sind.“

Reisestationen

Allerdings bot sich Georg Forster auf seiner Reise ein recht heterogenes Bild: Zwar befanden sich brabantische Städte wie Lüttich oder Brüssel mitten im Umbruch. Aber gerade auf deutschem Gebiet herrschte noch dunkelste Despotie. Dominierte in den Aufstandsgebieten Aufbruchsstimmung und Geschäftigkeit, so wurden hierzulande Leben und Wirtschaft noch erstickt von Adel und Kirche. Wie in Köln, einer der ersten Stationen auf Forsters Reise, das auf den Ethnologen einen besonders finsteren Eindruck machte, schon weil er auf den Straßen anstelle regsamer Bürger nur Scharen von Bettlern sah:

„Bekanntlich geht die Unsittlichkeit der Bettler in Kölln so weit, dass sie den Müßiggang systematisch treiben und ihre Plätze an den Kirchthüren erblich hinterlassen oder zum Heirathsgut ihrer Tochter schlagen. Das sicherste Zeichen eines zerrütteten, schlecht eingerichteten, kranken Staats hat man immer daran, wenn er eine große Menge Müßiggänger nährt.“

Von der „Natürlichkeit“ der Revolution

Fortschrittsbremsen wie die Kirche nannte Forster erstaunlich offen beim Namen. Auch an anderen Stellen seines Buches dürfte dem zeitgenössischen Leser der Atem gestockt haben: wenn der Weltreisende von der „Natürlichkeit“ der Revolution schreibt oder dass sich manche Veränderungen eben doch nur mit Gewalt durchsetzen ließen. Leser wie Goethe oder Lichtenberg lobten zwar das Werk, von der Kritik wurde es jedoch totgeschwiegen. Dabei hatte sich Forster durchaus bemüht, seine Leser nicht zu sehr zu beunruhigen, etwa mit dem Hinweis, in Deutschland lasse die Revolution noch „vielleicht tausend Jahre“ auf sich warten. Von wegen: Forster hatte seine „Ansichten“ noch gar nicht beendet, da wurde Mainz, wo sich der große Forscher als Bibliothekar verdingen musste, von französischen Truppen besetzt. Und Georg Forster, ein Jahr vor seinem Tod, als Präsident des Jakobinerclubs Mitbegründer der Mainzer Republik, der ersten Republik auf deutschem Boden…

Die prachtvolle, reich illustrierte Neuausgabe seiner „Ansichten“ ermöglicht nun eine ebenso aufregende wie facettenreiche Zeitreise in die Ära der neuen Freiheit, mit vielen Beobachtungen und Reflexionen: zu Kunst, Wissenschaft, Ökonomie, Kultur, Politik – ja sogar zum „Kopfputz“ junger Holländerinnen…

(Buchrezension WDR1, 28. Oktober 2016)

„Kochen und kochen lassen“

Gepostet von am 9 Nov, 2016 in Tipps | Keine Kommentare

„Kochen und kochen lassen“

Daniel Kampa (Hrsg.)
Nikolaus Heidelbach (Ill.)
„Kochen und kochen lassen“
Atlantik Verlag, 25,– €

„Komm, klapp dein Buch zu, wir wollen essen.“
(Marcel Proust)

Das Auge ist mit, und dieses Buch ist ein kulinarisches Fest in Bild und Wort. Es ist natürlich kein Kochbuch. Aber wenn fertig gekocht ist und alle um den Tisch sitzen und warten, dass es los geht, dann kann man vor der Suppe durchaus ein Gedicht aus diesem Buch vortragen oder eine kurze Geschichte vorlesen. Oder sich die Zeit vertreiben, während der Braten im Ofen schmort und die Gäste noch nicht da sind. Zwischen den Gängen sollten man den Gästen das Buch mit den herrlichen Illustrationen von Heidelbach herumreichen. Die Textbeiträge stammen von Julian Barnes, T.C. Boyles, Joseph Roth, Mascha Kaleko, Eduard Mörike, Haruki Murakami, Eva Demski, Joachim Ringelnatz u.a.
Dann ist das Buch voller Fettflecken – und die Gäste werden sich am nächsten Tag ein eigenes, neues Exemplar besorgen…