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Ryoko Sekiguchi „Nagori. Die Sehnsucht nach der von uns gegangenen Jahreszeit“

6 Nov, 2020

Ryoko Sekiguchi „Nagori. Die Sehnsucht nach der von uns gegangenen Jahreszeit“

Nagori ist der Geschmack des bevorstehenden Abschieds und der Sehnsucht nach Wiederkehr. Ryoko Sekiguchis schreibt über eine literarische, kulinarische und kulturelle Reise von Japan über Rom nach Paris zu genialen Köchen, köstlichen Gerichten und unbekannten Zutaten. So entsteht eine kleine Ästhetik über die flüchtige Handschrift von Geschmäckern und Aromen ( incl. eines Menüvorschlags: Diner der 100 Zutaten).“ Verlag Matthes & Seitz/Eckard Erdmann

Ryoki Sekiguchi, Nagori. Die Sehnsucht nach der von uns gegangenen Jahreszeit, 115 Seiten, gebunden, Verlag Matthes & Seitz, 18 €

Massimo Montanari „Spaghetti al pomodoro“

6 Nov, 2020

Massimo Montanari „Spaghetti al pomodoro“

Maccheroni, Tagliatelle, Vermicelli … der große Historiker der europäischen Ernährungsgeschichte hat mit »gusto« ein kleines Meisterwerk über die Mutter aller italienischen Gerichte verfasst. Gibt es etwas, das typischer italienisch ist als Spaghetti al pomodoro? Elegant und aus seinem großen Forschungswissen schöpfend erzählt Massimo Montanari die Geschichte dieses Gerichts und räumt dabei mit all den kursierenden Halbwahrheiten und Vorurteilen auf. Die kurze Geschichte eines Mythos‘. (Wagenbach Verlag)

Massimo Montanari, Spaghetti al pomodoro, aus dem Italienischen von Victoria Lorini, Wagenbach Verlag/SALTO,144 Seiten. Rotes Leinen. Fadengeheftet, 19,– €

Nigel Slater „Greenfeast. Herbst/Winter“

6 Nov, 2020

Nigel Slater „Greenfeast. Herbst/Winter“

Ab Herbstbeginn sehnen wir uns nach Nahrung, die sowohl verwöhnend als auch wärmend, gehaltvoll und zutiefst befriedigend ist. Essen, das uns bei dem nasskalten Wetter gesund hält und für gute Laune sorgt. ›Greenfeast. Herbst/Winter‹ enthält über 110 einfache vegetarische Rezepte, die meist in unter 30 Minuten zubereitet sind. Wärmende Suppen wie die mit Tahin, Sesam und Butternuss-Kürbis oder köstliche Crumbles aus Porree, Tomate und Pecorino. Die abwechslungsreichen Gerichte feiern wie in ›Greenfeast. Frühling/Sommer‹ die pflanzliche Küche: Simpler Blätterteig gefüllt mit Käse und Gemüse, eine herzhafte Tarte aus Schalotten, Äpfeln und Parmesan, sanfte Polenta mit Knoblauch und Champignons, feurige Udon-Nudeln mit Tomaten und Chili, cremiger Milchreis mit Rosenwasser und Aprikosen machen richtig Lust auf die kalte Jahreszeit. (Dumont Verlag)

„Welches Gemüse esse ich heute? Das 2. kleine Buch der „grünen“ Küche. Der geniale Journalist und Koch aus England mit 110 vegetarischen Rezepten zur Jahreszeit….(und während man auf dem Herd mit Gemüse zaubert, schmort im Ofen die Hirschkeule ;-).“ Eckard Erdmann, Chefgourmet der Buchhandlung Hintzen

Nigel Slater, Greenfeast: Herbst/Winter, 320 Seiten, 106 farb. Abb., 44 s/w Abb, 28 €

Gustave Flaubert „Lehrjahre der Männlichkeit“ / „L’education sentimentale: histoire d’un jeune homme“

4 Nov, 2020

Gustave Flaubert „Lehrjahre der Männlichkeit“ / „L’education sentimentale: histoire d’un jeune homme“

„L’education sentimentale. Histoire d’un jeune homme“ ist der letzte vollendete Roman des französischen Schriftstellers Gustave Flaubert (1821–1880). Er erschien 1869 und gilt heute als einer der einflussreichsten Romane des 19. Jahrhunderts. Es liegen mehrere Übersetzungen ins Deutsche vor, unter anderem erschien das Werk unter den Titeln „Die Erziehung der Gefühle“, „Die Erziehung des Herzens“, „Die Erziehung des Gefühls„, „Lehrjahre des Gefühls“, „Lehrjahre des Herzens“, „Die Schule der Empfindsamkeit“ und „Der Roman eines jungen Mannes“. Hier nun die beeindruckende, sorgfältigst erarbeitete Neuübersetzung 2020 von Elisabeth Edl:

„die lang erwartete Neuübersetzung von Gustave Flauberts epochalem, ungeheuer modernen Roman, zugleich Gesellschaftsgeschichte und Liebesgeschichte, vielfältig, böse, melancholisch. Die „Éducation sentimentale“ wurde nach „Madame Bovary“ Flauberts zweites Meisterwerk: Frédéric Moreau ist achtzehn, und es wird ernst. Auf einem Seine-Dampfer verliebt er sich sofort und lebenslänglich. Doch Madame Arnoux ist verheiratet! Der Held tröstet sich mit Rosanette und stolpert in die 48er Revolution, die eine ganze Gesellschaft aus der Bahn wirft. Flaubert folgt ihm zu den verwirrenden Frauen und den langweiligen Männern, bis hin zu dem berühmten, illusionslosen Schluss: Ja, wenn das Männlichkeit sein soll … In dieser Neuübersetzung von Elisabeth Edl ist Flauberts epochaler Roman noch einmal ganz anders zu entdecken!“ (Hanser Verlag)

„…ein Buch, das mir durch viele Jahre nahegestanden ist, wie kaum zwei oder drei Menschen; wann und wo ich es aufgeschlagen habe, hat es mich aufgeschreckt und völlig hingenommen, und ich habe mich dann immer als geistiges Kind dieses Schriftstellers gefühlt, wenn auch als armes und unbeholfenes.“ ( Franz Kafka)

Über Gustave Flaubert:

Gustave Flaubert wurde am 12. Dezember 1821 in Rouen (Normandie) geboren. Schon seit seiner Jugend schrieb er Erzählungen und Romane. Aufgrund seiner hohen Ansprüche an sich selbst veröffentlichte er jedoch keines seiner Manuskripte. Sein erstes publiziertes Werk wurde der Roman „Madame Bovary“, der 1856 im Feuilleton der Revue de Paris erschien und der ihm einen Prozess wegen Verstoßes gegen die Sitten eintrug. Sein schönstes Buch ist für viele seiner Verehrer „Drei Geschichten“, zugleich sein letztes vollendetes Werk. Zunächst unverstanden, aber noch einflussreicher auf die Entwicklung der europäischen Literatur war der große Roman L’Éducation sentimentale. Histoire d’un jeune homme (1869), der jetzt als „Lehrjahre der Männlichkeit. Geschichte einer Jugend“ in der Neuübersetzung von Elisabeth Edl erschien. Gustave Flaubert ist einer der besten Stilisten der französischen Literatur und ein Klassiker des Romans; zusammen mit Stendhal und Balzac bildet er das Dreigestirn der großen Erzähler Frankreichs. Gustave Flaubert starb 1880 im Alter von 59 Jahren in Croisset.

Gustave Flaubert „Lehrjahre der Männlichkeit“, Hanser Verlag, 42 €

Ilja Leonard Pfeijffer „Grand Hotel Europa“

4 Nov, 2020

Ilja Leonard Pfeijffer „Grand Hotel Europa“

Die mitreißende Liebeserklärung eines selbstironischen, philosophierenden Europäers – der hoch gelobte Roman aus den Niederlanden jetzt in deutscher Übersetzung:

Zum Inhalt:

Ein junger Page, Abdul, empfängt den Schriftsteller auf den Marmorstufen des Eingangsportals, über dem in goldenen Lettern der Name „Grand Hotel Europa“ zu lesen ist. Sie rauchen eine erste Zigarette und kommen miteinander ins Gespräch. Der Schriftsteller spricht von Venedig und von Clio, seiner großen Liebe, die ihn verlassen hat. Nun ist er hier, bezieht sein Zimmer in diesem geheimnisvollen Hotel, und während er die eleganten Gäste kennenlernt, fragt er sich, wie er Clio zurückgewinnen kann.

„Grand Hotel Europa“ erzählt von einem alten Kontinent, auf dem vor lauter Geschichte kein Raum für die Zukunft ist und die einzige Perspektive der Tourismus. Es ist ein Roman über unsere europäische Identität und die Nostalgie am Ende einer Ära.

Zum Autor:

Ilja Leonard Pfeijffer, geboren 1968 in Rijswijk/NL, schreibt Romane, Geschichten, Gedichte, Kolumnen, Essays, Theaterstücke und Songtexte. 2008 übersiedelte er nach Genua, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. 2014 erhielt er den Libris Literatuur Prijs für seinen vierten Roman „Das schönste Mädchen von Genua“, der allein in den Niederlanden 80.000 Exemplare verkauft hat und zurzeit verfilmt wird. „Grand Hotel Europa“ steht seit seiner Publikation 2018 in den Niederlanden an der Spitze der Bestsellerliste und wird von Kritikern und Lesern gleichermaßen geschätzt.

„Eine Liebeserklärung an den alten, heißgeliebten, todmüden und doch atemberaubenden Kontinent.“ De Limburger

„…ein wunderbares Buch, dass Sie mit zunehmend fieberhafter Ungeduld lesen werden. Ilja L. Pfeijffer hat den Roman des Jahres geschrieben.“ NRC Handelsblad

„Mit ›Grand Hotel Europa‹ hat der Niederländer Ilja Leonard Pfeijffer einen europäischen Gesellschaftsroman geschrieben, voller Ironie und Witz.“ Welt am Sonntag

Das Werk ist eine Liebeserklärung und zugleich ein Untergangsbuch, das die mentale Verfasstheit Europas in einer packenden Erzählung zum Leben erweckt. Nach der Lektüre ist man stolz auf diesen Kontinent, aber auch ein bisschen besorgt, wie es weitergehen wird mit diesem Europa.“ Süddeutsche Zeitung

„Man hat das Gefühl, an einem der Tische im Speisesaal des alten Grand Hotel Europa zu sitzen. Der Majordomus serviert soeben die Spezialität des Hauses, und man amüsiert sich gemeinsam mit diesem holländischen Schriftsteller im Maßanzug über die Eigenheiten der wenigen anderen Gäste, ist berührt von ihren Schicksalen und staunt über ihre Geschichten.“
Thomas Loibl

Ilja Leonard Pfeijffer „Grand Hotel Europa“, Piper Verlag, 560 Seiten, 25 €

Voltaire „Philosophisches Taschenwörterbuch“

4 Nov, 2020

Voltaire „Philosophisches Taschenwörterbuch“

Voltaire, der »geistreiche Spötter« – kaum ein Klischee über große Literaten ist so verbreitet. Doch das lässt den französischen Denker zu harmlos erscheinen. Geistreich und ironiebegabt war Voltaire, doch mild lächelnder Spott war seine Sache nicht. Er konnte scharf und ätzend sein, wo er sich engagierte. »Écrasez l’infâme« war sein Schlachtruf – »Zerschmettert alles Niederträchtige«.

Das Dictionnaire philosophique portatif, das 1764 erstmals erschien, ist alles andere als ein Nachschlagewerk. Es ist eine klare Abrechnung mit Dummheit, Fanatismus, Borniertheit und Intoleranz. In 73 Stichworten kann man lernen, was eine kritische, undogmatische Geisteshaltung ausmacht. Man kann von ihm lernen, was das Engagement eines Schriftstellers vermag. Und dass Engagement und literarische Qualität einander nicht ausschließen – eine kluge Kampfschrift, von der noch heute Impulse ausgehen können.
Zu seiner Zeit verboten und verbrannt, erscheint dieser Grundtext der Aufklärung hier zum ersten Mal komplett auf Deutsch. (Reclam Verlag)

N.B.: in unserem Antiquariat gibt es auch eines von 300 Exemplaren der in rotes Leder gebundenen Ausgabe, als bibliophiles Sammlerstück!

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Voltaire „Philosophisches Taschenwörterbuch“, nach der Erstausgabe von 1764 erstmals vollst. ins Deutsche übers. von Angelika Oppenheimer, Halbleinen, Fadenheftung, Lesebändchen, Format 12,5 x 20,5 cm, 444 S., 36 €

Wolfram Eilenberger „Feuer der Freiheit“ Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933–1943)

4 Nov, 2020

Wolfram Eilenberger „Feuer der Freiheit“ Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten (1933–1943)

Das abenteuerliche Leben vier außergewöhnlicher Frauen, die in finsterer Zeit für die Freiheit kämpften. Simone de Beauvoir, Hannah Arendt, Simone Weil und Ayn Rand.

Mit großer Erzählkunst schildert Wolfram Eilenberger die dramatischen Lebenswege der einflussreichsten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Inmitten der Wirren des Zweiten Weltkrieges legen sie als Flüchtlinge und Widerstandskämpferinnen, Verfemte und Erleuchtete das Fundament für eine wahrhaft freie, emanzipierte Gesellschaft.

Die Jahre 1933 bis 1943 markieren das schwärzeste Kapitel der europäischen Moderne. Im Angesicht der Katastrophe entwickeln vier Philosophinnen, Simone de Beauvoir, Simone Weil, Ayn Rand und Hannah Arendt, ihre visionären Ideen: zum Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, von Mann und Frau, von Sex und Gender, von Freiheit und Totalitarismus, von Gott und Mensch. Ihr abenteuerlicher Weg führt sie von Stalins Leningrad bis nach Hollywood, von Hitlers Berlin und dem besetzten Paris bis nach New York; vor allem aber zu revolutionären Gedanken, ohne die unsere Gegenwart – und Zukunft – nicht dieselbe wäre. Ihre Existenzen – als Geflüchtete, Aktivistinnen, Widerstandskämpferinnen – erweisen sich dabei als gelebte Philosophie und legen eindrucksvoll Zeugnis von der befreienden Kraft des Denkens ab.
Ein grandioses Buch über vier globale Ikonen, die am Abgrund des 20. Jahrhunderts beispielhaft und mit bis heute weltweiter Wirkung verkörperten, was es heißt, ein wahrhaft freies Leben zu führen.

Wie vier Philosophinnen in einem dunklen Jahrzehnt eine neue Welt entwarfen:
 
Simone de Beauvoir (1908–1986) Die Existentielle
 
Mit ihrem Werk »Das andere Geschlecht« (1949) wurde die Schriftstellerin und Philosophin zur globalen Leitgestalt des Feminismus und Ikone eines wahrhaft emanzipierten Daseins. Gemeinsam mit ihrem lebenslangen Partner Jean-Paul Sartre ist Beauvoir ferner eine Gründungsfigur des französischen Existentialismus, dessen Freiheitsverständnis sie bereits in den 1930er Jahren maßgeblich prägte.
 
Ayn Rand (1905–1982) Die Radikale
 
Als Alissa Rosenbaum in St. Petersburg geboren, zählt die 1926 in die USA emigrierte Philosophin und Schriftstellerin zu den einflussreichsten politischen Stimmen des 20. Jahrhunderts. Insbesondere mit ihren Romanen »The Fountainhead« (dt. »Die Quelle«) und »Atlas Shrugged« (dt. »Der Streik«) wurde sie ab den 1940er Jahren zu einer Kultgestalt, deren Werke allein in den USA eine Gesamtauflage von über zwanzig Millionen erreichten. Mit ihrem radikal freiheitsbetonten und elitär-individualistischen Ansatz gilt sie als eine der Gründungsfiguren der libertären Bewegung und Vordenkerin heutiger Silicon-Valley-Eliten.
 
Hannah Arendt (1906–1975) Die Streitbare
 
Mit ihrem Werk zu den »Ursprüngen des Totalitarismus« erlangte die Philosophin in den 1950er Jahren Weltruhm. Aufgewachsen in Königsberg, studierte sie in den 1920er Jahren bei Martin Heidegger und Karl Jaspers, floh als Jüdin 1933 von Berlin nach Paris und emigrierte 1941 schließlich nach New York. Von dort entfaltete Arendt ein publizistisches Wirken, das die politische Theorie wie Philosophie bis heute tief prägt.
 
Simone Weil (1909–1943) Die Erleuchtete
 
In den Worten Albert Camus’ war die Philosophin Simone Weil »der einzig wirklich große Geist unserer Zeit«. Weil studierte gemeinsam mit Simone de Beauvoir und war in den 1930er Jahren vor allem als Publizistin und Gewerkschaftsaktivistin tätig. Ihr monumentales Werk zeichnet sich durch eine vehemente Kritik totalitärer Strukturen sowie durch große spirituelle Ernsthaftigkeit aus. Während des Zweiten Weltkriegs war Weil in der Flüchtlingshilfe und dem Widerstand des »Freien Frankreichs« unter Charles de Gaulle aktiv. Sie starb 1943 in England den Hungertod.
 
Es ist ein Jahrzehnt der politischen Extreme.
Die Weltwirtschaftskrise setzt die Demokratien des Westens unter Druck. Aus der Angst und Verarmung der Massen erwächst die Sehnsucht nach starken Führungsgestalten. In Deutschland ergreift Hitler die Macht und führt die Welt in einen weiteren Weltkrieg.
Der Sog des Totalitarismus bestimmt das Alltagsleben. Kein Individuum kann sich dem entziehen. Unterdrückung und Flucht sind die Folge. Zuerst stirbt die Freiheit, dann die Menschen. In dieser Zeit legten vier Philosophinnen, auf je eigene Weise, das gedankliche Fundament für eine wahrhaft freie, emanzipierte Gesellschaft. Bis heute steht ihr Wirken beispielhaft für die erneuernde Kraft des Denkens in finsterer Zeit.

Wolfram Eilenberger, geboren 1972, war langjähriger Chefredakteur des »Philosophie Magazins«, ist »Zeit«-Kolumnist, moderiert die »Sternstunden der Philosophie« im Schweizer Fernsehen und ist Programmleiter der »phil. cologne«. Er hat mehrere populärphilosophische Sachbücher geschrieben. In zahlreichen Talkshow-Auftritten im Deutschen Fernsehen gibt er der Philosophie eine Stimme und ein Gesicht. Sein Buch »Zeit der Zauberer« stand monatelang auf der »Spiegel«-Bestsellerliste und wurde 2018 mit dem »Bayerischen Buchpreis« ausgezeichnet.

Quelle: Verlag Klett Cotta

Wolfram Eilenberger, Feuer der Freiheit, Verlag Klett Cotta, 400 Seiten, 25 €

Turit Fröbe „Die Kunst der Bausünde“

4 Nov, 2020

Turit Fröbe „Die Kunst der Bausünde“

„Lange wurde sie missachtet und unterschätzt. Sie galt als hässlich und austauschbar – zu Unrecht! Denn Bausünde ist nicht gleich Bausünde. Manches, was landläufig als solche bezeichnet wird, ist nur aus der Mode geraten, einiges wurde bereits so geplant und anderes wiederum ist erst nachträglich durch Anbauten, Überformung oder Anstrich in den Stand der Bausünde erhoben worden.

Die Architekturhistorikerin Turit Fröbe nimmt uns mit auf eine einzigartige Entdeckungsreise: Sie führt uns vorbei an Kirchen im Parkhaus- oder Bunkerstil, Erker-Eiern am Plattenbau, Schizohäusern mit zwei Gesichtern – und beweist, dass gute Bausünden bei genauerer Betrachtung durchaus eine gewisse Schönheit und einen ureigenen Charme entfalten können.“ (Dumont Verlag)

Turit Fröbe erklärt uns warum wir die Quasimodos der Städte lieben sollten, auch wenn man eigentlich reflexhaft wegschauen möchte.“ (Kristin Haug, Spiegel)

Der wichtigste Schritt zur Stadtverschönerung wird im Kopf gemacht …aber in Kleve gibt es ja keine Sünde, schon gar keine Bausünde…“ Eckard Erdmann

Turit Fröbe, Die Kunst der Bausünde, 180 Seiten, 150 farbige Abb., Neuausgabe, Dumont Verlag, 20 €

Rachel Elliott „Bären füttern verboten“

4 Nov, 2020

Rachel Elliott „Bären füttern verboten“

„Rachel Elliotts Menschenkenntnis ist unglaublich. Ihr Witz, doch vor allem ihr Blick für Zwischenmenschliches werden die Leser in ihren Bann ziehen.“ ( The Irish Times)

Als die Protagonistin dieses Romans nach 30 Jahren an den Strand von St. Ives zurückkehrt, den Ort, den sie seit ihrer Kindheit am meisten fürchtet, begegnet sie einer Reihe skurriler Menschen, deren Leben um keinen Deut weniger chaotisch ist als ihres. Doch sind es nicht gerade die Macken, die uns liebenswert machen, und die Umwege, die uns ans Ziel bringen?

Zum Inhalt:

„Sydney Smith ist Freerunnerin, doch an einen Ort wollen ihre Füße sie einfach nicht mehr tragen: nach St. Ives an der Küste Südenglands. Als sie an ihrem 47. Geburtstag endlich den Aufbruch dorthin wagt, wird sie nicht nur mit dem schmerzhaftesten Moment aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, sondern auch mit einer Reihe skurriler Menschen: Zahntechnikerin Maria backt Muffins mit heilenden Kräften, Buchhändler Dexter ist mit der Liebe durch und trägt manchmal gerne Kleider, und Belle wohnt mit Ende zwanzig noch immer bei ihren Eltern, trägt »Ich ♥ Otter«-T-Shirts, und führt das Hängebauchschwein der Nachbarn aus. Sie alle eint die Frage, wer eigentlich bestimmt, wann unser Leben einen Sinn hat, und ihre Schicksale verweben sich zu einer tröstlichen Geschichte: über Hilfe, die man nur von anderen bekommt, und darüber, wie man weitermachen kann, wenn die eigene Welt sich nicht mehr dreht.“ (mare Verlag)

Rachel Elliott, 1972 in Suffolk geboren, ist Schriftstellerin und Psychotherapeutin und war mit ihrem Debütroman Flüstern mit Megafon für den Women’s Prize for Fiction nominiert. Heute lebt sie in Bath.

Rachel Elliott, „Bären füttern verboten“, 336 Seiten, mare Verlag, 22 €

Charles Lewinsky „Der Halbbart“

4 Nov, 2020

Charles Lewinsky „Der Halbbart“

Ein Roman voller Schalk und Menschlichkeit, der zeigt, wie aus Geschichten Geschichte wird:

Zum Inhalt:

„Der Sebi ist nicht gemacht für die Feldarbeit oder das Soldatenleben. Viel lieber hört und erfindet er Geschichten. Im Jahr 1313 hat so einer es nicht leicht in einem Dorf in der Talschaft Schwyz, wo die Hacke des Totengräbers täglich zu hören ist und Engel kaum von Teufeln zu unterscheiden sind. Doch vom Halbbart, einem Fremden von weit her, erfährt der Junge, was die Menschen im Guten wie im Bösen auszeichnet – und wie man auch in rauhen Zeiten das Beste aus sich macht.
Es ist ein sonderbarer Fremder, der sich eines Tages am Rand des Dorfs einen Unterstand baut. Er hat nur ein halbes Gesicht, die Leute nennen ihn Halbbart. Er muss viel erlebt haben, doch was genau, erzählt er nicht – auch nicht dem jungen Sebi, der doch alles von ihm lernen und wissen möchte.
Der Sebi ist kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen. Alle im Dorf glauben, dass er mal ins Kloster geht – nach Einsiedeln, zu den Mönchen, die man im Dorf nicht mehr mag, seit sie willkürlich die Grenze verschieben und die Bauern zur Waldarbeit abkommandieren.
Mit seiner hellen, arglosen Bubenstimme erzählt der Sebi von seinen Erlebnissen in den aufregenden Jahren des frühen 14. Jahrhunderts. Und das Erzählen hilft ihm beim Verstehen.“ (Diogenes Verlag)

Charles Lewinsky, 1946 in Zürich geboren, ist seit 1980 freier Schriftsteller. International berühmt wurde er mit seinem Roman ›Melnitz‹. Er gewann zahlreiche Preise, darunter den französischen Prix du meilleur livre étranger. Sein jüngster Roman ›Der Halbbart‹ stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. Sein Werk erscheint in 14 Sprachen. Charles Lewinsky lebt im Sommer in Vereux (Frankreich) und im Winter in Zürich.

Charles Lewinsky, „Der Halbbart“, diogenes Verlag, 688 Seiten, 26 €