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„Heimat. Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug

10 Sep, 2018

„Heimat. Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug

„Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt?“

Sie lebt seit über 17 Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. „Heimat“ ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt. (Penguin Books)

«Nora Krug hat ein eindrucksvolles graphisches Werk über eine düstere Zeit der Geschichte geschaffen. Eine Zeit, die uns bis heute verfolgt. Krug stellt Fragen und sucht nach der Wahrheit, sie weicht dem schwierigen Erbe ihrer Familie und ihres Landes nicht aus. Sie fragt auch, wie jeder von uns seine Familiengeschichte durchsteht. Am Ende kann das nur heißen, vor den Antworten nicht die Augen zu verschließen.» (Maira Kalman, Illustratorin, u.a. für „The New Yorker“ und Autorin „43 Gründe, warum es aus ist“)

Nora Krug
„Heimat“
Penguin/Random House
geb., 28 €

„Lempi, das heißt Liebe“ – das Roman-Debüt von Minna Rytisalo

6 Aug, 2018

„Lempi, das heißt Liebe“ – das Roman-Debüt von Minna Rytisalo

Minna Rytisalo
„Lempi, das heißt Liebe“
Carl Hanser Verlag
ISBN: 9783446260047
224 S., gebunden
€ 21,00

„Minna Rytisalo, geboren in Lappland, ist Finischlehrerin, Literaturbloggerin und Autorin. Man sollte sie sich merken. Ihr erster Roman „Lempi, das heißt Liebe“ (das heißt es wirklich, auf Altfinnisch) wurde in Finnland gleich mit Preisen ausgezeichnet. Darin erinnern sich drei Menschen an die Namensgeberin des Romans, die junge, anmutige, temperamentvolle, schöne Frau, in die sich der Bauer Viljami Hals über Kopf verliebt, und die ihn gerne heiratet und auf seinen Hof kommt. Dann muss Viljami in den Krieg, und als er zurückkommt, ist Lempi verschwunden. Nur diesen einen schönen, gemeinsamen Sommer hatten sie auf dem lappländischen Hof. Was geschehen ist, das entfaltet Minna Rytisalo sprachlich dicht, poetisch und von solch fesselnder Emotionalität, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt. Dies ist unbedingt einer meiner Sommerfavoriten unter den Neuerscheinungen, dass ich hiermit weiteren Leser*inne*n ans Herz lege.“ (Sigrun Hintzen)


Und hier fünf Fragen an Minna Rytisalo:

Frau Rytisalo, „Lempi, das heißt Liebe“ ist Ihr Romandebüt. Was war Ihr Ausgangspunkt und wie lange haben Sie an dem Buch gearbeitet?

Ich wurde vierzig und dachte, es wäre Zeit, etwas zu tun, was ich mein ganzes Leben hätte tun sollen. Die Handlung habe ich mir ausgedacht, während ich Schularbeiten beaufsichtigte (ich bin Gymnasiallehrerin), und es ging alles ziemlich schnell. Im Mai 2015 begann ich zu schreiben, im Januar 2016 habe ich den Vertrag unterzeichnet, und im Juli desselben Jahres erschien das Buch.
Ich hatte zuvor keine fiktionalen Texte geschrieben, aber ich hatte einen eigenen Buch-Blog und eine Kolumne in unserer Zeitung. Statt zu schreiben, habe ich immer gelesen. Das Lesen war tatsächlich meine Schreibschule.

Drei Figuren des Romans erzählen Lempis Geschichte: Viljami, Elli und Sisko. Können Sie diese Figuren und ihre Stimmen mit wenigen Worten charakterisieren?

Ich wollte für jede dieser drei Figuren eine je eigene Stimme finden, diese Herausforderung habe ich mir selbst gestellt. Viljami ist krank vor Liebe, die Sehnsucht nach seiner verschwundenen Frau überwältigt ihn. Er spricht in langen, poetischen Sätzen. Sein Kummer ist so groß, dass er ihn fast erdrückt. Elli, die zweite Erzählstimme, ist die Magd von Viljami und seiner Frau Lempi, und sie ist voller Eifersucht und Hass. Sie spricht in kurzen Sätzen, mit einer leidenschaftlichen, leicht erregbaren Stimme. Sie redet wie eine einfache Frau, aber ohne Dialekt. Die dritte Stimme ist Lempis Schwester Sisko, die das Geschehen aus großem zeitlichem Abstand betrachtet. Jahrzehnte später hat sie sich mit ihrer Vergangenheit ausgesöhnt und spricht undramatisch, neutral, ohne Gefühlsüberschwang darüber.

Wir sehen Lempi nur durch die Augen dieser drei Figuren. Wer ist sie?

Sie zeigt uns, dass wir einander nie vollständig sehen können. Sie selbst hat keine eigene Stimme in dem Buch, sie wird nur von den anderen interpretiert – sie ist ein Rätsel, das sich nicht vollständig auflösen lässt.

Der Roman hat eine große emotionale Kraft – da gibt es Liebe, Eifersucht, Lebenshunger – und zugleich diese raffinierte Erzählstruktur. Wie sind Sie beim Schreiben vorgegangen?

Ich finde die Art, wie eine Geschichte erzählt wird, viel interessanter als die Geschichte selbst. Ich wollte in allen drei Teilen des Buchs eine Spannung erzeugen, aber das Faszinierendste für mich sind der Stil und die Schattierungen und Töne der Sprache.

Der Roman spielt vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs in Lappland und wir erfahren einiges über die finnisch-deutsche Geschichte. Was bedeutet dieser historische Background für Sie?

Großmutter hat mir davon erzählt, wie sie ihr Zuhause verlassen und fliehen mussten, als der Lapplandkrieg mit Deutschland begann. Sie erzählte mir, wie hart und schrecklich es war, in das verbrannte Dorf zurückzukehren. Ich verbrachte meine Kindheit zwischen sichtbaren Zeichen des Krieges: Da gab es einen alten Keller und eine alte Sauna, von denen jeder wusste, sie hatten den Brand in unserem Dorf überstanden; meinem Großvater fehlte an einer Hand ein Finger, und er wollte nie über seine Erfahrungen auf dem Schlachtfeld sprechen. Aber was in Lempi erzählt wird, stammt nicht von meiner Familie, sondern aus meiner Fantasie.
Ich wusste auch immer, dass finnische Frauen sich mit deutschen Soldaten in Lappland eingelassen hatten, der Dokumentarfilm Auf Wiedersehen, Finnland (2010) von Virpi Suutari hat mich stark beeindruckt. Der dramatische Moment, in dem aus deutschen Freunden und Geliebten in einer Nacht Feinde wurden, ist ein sehr interessanter Augenblick unserer Geschichte.

„QualityLand“ ist der beste deutsche SF-Roman – und weitere Empfehlungen…

6 Aug, 2018

„QualityLand“ ist der beste deutsche SF-Roman – und weitere Empfehlungen…

Marc-Uwe Kling wird für seinen Roman „QualityLand“ mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) 2018 ausgezeichnet. Laut Jury ist der Ullstein-Titel der beste deutschsprachige Genreroman, das gab das Komitee zur Vergabe des Deutschen Science-Fiction-Preises (DSFP) bekannt. „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling (Ullstein 2017) ist in einer dunklen und einer hellen Ausgabe erschienen.

Die weiteren Platzierungen:

Dirk van den Boom: „Die Welten der Skiir 3 − Patronat“ (Cross Cult)
Michael Marrak: „Der Kanon mechanischer Seelen“ (Amrun Verlag)
Andreas Brandhorst: „Das Erwachen“ (Piper)
Jens Lubbadeh: „Neanderthal“ (Heyne)
Matthias Oden: „Junktown“ (Heyne)
Andreas Brandhorst „Das Arkonadia-Rätsel“ (Piper)
Jutta Ehmke: „Twillight Zoo“ (Saphir im Stahl)
Robert Corvus: „Feuer der Leere“ (Piper)

Quelle: Börsenblatt des Dt. Buchhandels, August 2018

„Pfaffs Hof“ – ein Buch von Hiltrud Leenders

25 Jun, 2018

„Pfaffs Hof“ – ein Buch von Hiltrud Leenders

Hiltrud Leenders
„Pfaffs Hof“
Rowohlt Verlag
256 S., 10,99 €
ISBN 978-3-499-2737-1
voraussichtlicher Erscheinungstermin 26.6.2018

„Die Sechziger sind gerade angebrochen, als Annemarie mit ihren Eltern auf ‚Pfaffs Hof‘ zieht, gelegen in einem kleinen katholisch geprägten Ort am Niederrhein. In den Ecken des dunklen, baufälligen Gebäudes sammeln sich Staub, Enttäuschung und trotzige Stille. Die Stille heißt Peter, wie Annemaries älterer Bruder, der gehen musste, weil er zu viele Fragen über den Krieg stellte. Das hat die Mutter dem Vater nicht verziehen. Annemarie auch nicht so richtig, deswegen sagt sie dem Vater auch nichts von Mutter und den Männern hinter der Spülküchentür.
Während die Eltern die Fassade einer normalen Kindheit aufrechtzuerhalten versuchen – mit Ausflügen in den Märchenwald und bunten Tüten zum Nikolaustag –, flüchtet Annemarie in ihre Bücher und liest sich nach Bullerbü. Zwischen Mutters Klagen und Vaters Schweigen träumt sie davon, eine Studentin zu sein, die alles weiß und Herrenarmbanduhren trägt wie Astrid Lindgren. Stattdessen bekommt sie erst einmal Perlonstrumpfhosen und eine Barbiepuppe. Doch die Zeichen der Zeit stehen auf Umbruch und Annemarie ist fest entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen…
Eine berührendes Buch, das den Zeitgeist der sechziger Jahre lebendig werden lässt, mit einer Heldin, die durch ihren starken Freiheitswillen inspiriert.“ (Rowohlt Verlag)

Hiltrud Leenders
geboren 1955 am Niederrhein, arbeitete zunächst als Übersetzerin und hat sich später einen
Namen als Lyrikerin gemacht. Bekanntheit erlangte sie als Autorin des Krimi-Trios Leenders/Bay/Leenders.
Sie ist Mutter von zwei Söhnen und seit 1990 hauptberuflich Schriftstellerin.
Mit «Pfaffs Hof» hat sie nicht nur einen Roman über die Wirren des Erwachsenwerdens verfasst, sondern auch über die schwere Last der Nachkriegsgeneration, im schuldbeladenen Schweigen eines ganzen Landes ufzuwachsen. Hiltrud Leenders ist ein Kind dieser Zeit.

Das passende Buch zum gegebenen Anlass: „Abifeier“ von Eric Nil

22 Mai, 2018

Das passende Buch zum gegebenen Anlass: „Abifeier“ von Eric Nil

Eric Nil: „Abifeier“
Galiani Berlin / Verlag Kiepenheuer & Witsch
2018, gebunden, 160 Seiten
ISBN: 978-3-86971-165-2
17 €

Im Frühjahr ist dieser kleine, köstliche Roman erschienen, den wir vor allem, aber nicht nur den Lesern empfehlen, die in irgendeiner Weise kommenden Abiturfeierlichkeiten entgegensehen!

„Denn Nil versteht sich auf knappe Figuren-Zeichnungen, psychologisch überzeugend, aber nicht penetrant psychologisierend. Er hat gleichermaßen Sinn für Komik, Lakonie und Tragik, für die Absurditäten des modernen Beziehungsalltags und für dessen existenzielle Tiefen und Untiefen. An Humor und Wortwitz fehlt es nicht, obwohl alles in allem ein ernster, bisweilen melancholischer, an wenigen Stellen ins Nostalgische tendierende Grundton vorherrscht…Familie ist eine Naturgewalt.“ (Arno Orzessek, kulturradio rbb)

Die Abifeier: der perfekte Ort für das Familienscharmützel.

Der Schriftsteller Eric Nil hat sie selbst durchlebt und durchlitten.
Und darüber einen scharfsinnigen, bitter-ironischen Bericht geschrieben, der allen zum Auflachen verhilft, die beim nächsten Familienfest auch zwischen vielen Stühlen sitzen müssen.
Die Abifeier von Tochter Nora steht an. Alle wollen das Beste. Doch in einer Zeit, in der Familien sich immer mal in ihre Einzelteile auflösen, die sich dann wiederum mit anderen Einzelteilen zu neuen, irgendwie familienähnlichen Gebilden zusammenschließen, kann so eine Abifeier schon mal zu einem emotionalen Schlachtfeld werden. Und am Ende kommt es zum Schlimmsten.
So jedenfalls schätzt der Ich-Erzähler die Lage ein. Und er beschließt, sich zu wappnen. Denn eins ist klar: Dass der Sohn seiner neuen Freundin Johanna ein Schulkamerad von Nora ist und ebenfalls im Abi steckt, macht die Sache nicht gerade einfacher.
Zwangsläufig wird seine Ex auf der Abifeier zum ersten Mal Johanna begegnen, und auch er wird erstmals mit Johannas Ex zusammenstoßen. Und das ist noch nicht alles: Sein Sohn Alex hat seit Jahren nicht mit ihm gesprochen. Doch der Schwester zuliebe hat er seine Teilnahme an der Abifeier angekündigt …

(Quelle: Kiepenheuer & Witch)

Mehr als „1000 Freizeittipps Niederrhein“ – aktuell zusammengestellt von Susanne Wingels!

14 Apr, 2018

Mehr als „1000 Freizeittipps Niederrhein“ – aktuell zusammengestellt von Susanne Wingels!

Susanne Wingels
1000 Freizeittipps Niederrhein
Ausflugsziele, Sehenswürdigkeiten, Sport, Kultur, Veranstaltungen
192 Seiten, 210 x 148 mm
ISBN 978-3-8313-2892-5
15,– €

Wenn an einem Wochenende am Niederrhein die Frage auftaucht „Was machen wir denn heute?“, dann liefert dieses Buch die Antwort – und zudem weit mehr als eine. In rund 1000 Arbeitsstunden hat die ausgewiesene Niederrhein-Kennerin Susanne Wingels an die 1.500 Freizeittipps zusammengestellt, deren Besuch sie ausnahmslos empfehlen kann: zu den niederrheinischen Orten u.a. der Kreise Kleve, Wesel, Neuss, Heinsberg, Viersen und auch Isselburg sammelte sie „Sehenswertes, Museen, Freizeittipps, Sportangebote und Veranstaltungshinweise“, leitet zudem in die Kurzgeschichte eines jeden Städtchens ein. Rund 100 Fotos machen neugierig in diesem übersichtlich gestalteten Buch. Natürlich gibt es Sonderseiten zum Radwandern – und Geheimtipps (wie z.B. eine unbekannte Tachomessstrecke in Emmerich, versteckte Hütten und ausgefallene Sportarten wie Radball in Willich und ein römisches Badehaus in Übach-Palenberg an der Wurm).
Es war uns eine Freude, dass Susanne Wingels mit humorvollen Erläuterungen ihre neue Publikation in unserer Buchhandlung der Presse vorgestellt hat!

Und das schreibt treffend der Wartberg-Verlag über seine Neuerscheinung:

„Wie wäre es mir einem Ausflug mit der ganzen Familie? Wohin bei Regen oder Schnee? Was unternehmen, wenn Besuch kommt? Wo am angenehmsten mit Freunden einen sonnigen Tag genießen?

Dieser Freizeitführer enthält über 1000 Tipps für Ihre Freizeitgestaltung vor der eigenen Haustür. Ob Sehenswürdigkeiten und historische Altstädte, Museen und Mühlen, Schlösser und Burgen, Aktivitäten in der Natur und Sportangebote – es ist für alle etwas dabei!

In dem Band sind die Orte in zahlreichen Angeboten alphabetisch geordnet. Mit dem umfangreichen Stichwortverzeichnis finden Sie für jede Gelegenheit das Passende. Eine Übersichtskarte sowie nützliche Adressen und Öffnungszeiten machen dieses Buch zum unverzichtbaren Begleiter durch Ihre Region.“

Susanne Wingels, Jg. 1969, lebt mit ihrer Familie in Bedburg-Hau. Die gelernte Industriekauffrau und Übersetzerin kennt den Niederrhein wie ihre Westentasche und ist eine akribische Fleißarbeiterin bei der gewissenhaften Erstellung ihrer Publikationen (auch: „Der Niederrhein mit Kindern“ 1 & 2, Pagina-Verlag)

Bodo Janssen: „Die stille Revolution“

1 Mrz, 2018

Bodo Janssen: „Die stille Revolution“

Bodo Janssen
„Die stille Revolution“
Verlag Random House/Ariston
€ 19,99
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-424-20138-3

-> bitte beachten Sie hierzu auch die Veranstaltung „Die stille Revolution“/Wirtschaftstreffen am 28. März 2018, 18 Uhr, Tichelpark Kino!

„Ein erfolgreicher Mensch ist nicht unbedingt glücklich, aber ein glücklicher Mensch ist erfolgreich. Eine Lebensweisheit, die Bodo Janssen auf die harte Tour gelernt hat: Als Student wurde er entführt – eine Grenzerfahrung, die den Unternehmersohn auf seine schiere Existenz zurückgeworfen hat. Als er später ins elterliche Unternehmen einstieg, ergab eine Mitarbeiterbefragung niederschmetternde Ergebnisse: ein anderer Chef sollte her. Bodo Janssen begann umzudenken, radikal. Und er entwickelte völlig neue Formen der Unternehmensführung – Grundsätze, die genug Sprengstoff in sich tragen, um unser Verhältnis zueinander in der gesamten Gesellschaft zu verändern. Einer seiner Glaubenssätze: »Wenn jemand als Führungskraft etwas verändern möchte, ist er gut damit beraten, zunächst und ausschließlich bei sich selbst anzufangen.« (Verlag Random House)

Bodo Janssen, geboren 1974, studierte BWL und Sinologie und stieg im Anschluss ins elterliche Hotelunternehmen ein. Als sein Vater bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, übernahm er die Führung der Hotelkette. Nachdem er bei einer Mitarbeiterbefragung vernichtende Ergebnisse erhalten hatte, beschloss er, für eineinhalb Jahre ins Kloster zu gehen. Nach dieser Zeit der inneren Einkehr leitete Bodo Janssen in seinem Unternehmen einen Paradigmenwechsel ein mit dem Ziel, eine authentische Unternehmenskultur zu entwickeln, in der jeder Mitarbeiter im Unternehmen das leben kann, was ihm als Mensch wichtig ist.

Ebenfalls von Bodo Janssen im Ariston Verlag erschienen
mit Anselm Grün:
„Stark in stürmischen Zeiten.
Die Kunst, sich selbst und andere zu führen“
€ 19,99
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-424-20175-8

Margriet de Moor: „Von Vögeln und Menschen“

2 Feb, 2018

Margriet de Moor: „Von Vögeln und Menschen“

Margriet de Moor
„Von Vögeln und Menschen“
Hanser Verlag, 272 Seiten, 23,– €
übersetzt aus dem Niederländischen
von Helga Beuningen
– erscheint am 19.2.2018 –

Der neue Roman von Margriet de Moor: Ein Mord, ein Geständnis und der Wunsch nach Rache…

„Vor dem Amsterdamer Hauptbahnhof klafft eine Baugrube. Auf dem schmalen Steg davor begegnen sich zwei Frauen. Schreiend beginnt die jüngere auf die ältere einzuschlagen, bis diese in die Grube stürzt und den Tod findet. Seit ihrer Kindheit hat Marie Lina den Gedanken an Rache im Herzen getragen, an diesem Tag bricht er sich Bahn. Marie Linas Mann ist Vogelvertreiber am Flughafen, sie führen eine gute Ehe. Die tiefe Wut seiner Frau aber kann er nicht vertreiben. Warum hat Marie Linas Mutter einst einen Mord gestanden, den sie nicht begangen hat? Von Vögeln und Menschen ist ein Roman über drei starke Frauen – spannend, dicht und unglaublich raffiniert erzählt.“ (Hanser Verlag)

„Es wieder unglaublich packend und faszinierend, wie Margriet de Moor in der Erzählung dieser drei so unterschiedlichen Frauenfiguren menschliche Psyche und Empfindungen seziert und so unzweifelhaft nachvollziehbar wiedergibt.“ (Sigrun Hintzen)

„Olga“ – der neue Roman von Bernhard Schlink!

2 Feb, 2018

„Olga“ – der neue Roman von Bernhard Schlink!

Bernhard Schlink: Olga
Diogenes Verlag Zürich, 2018
311 Seiten, 24 Euro

„Der Schriftsteller Bernhard Schlink beschreibt in seinem gleichnamigen Buch Olga als eine stolze, mutige und aufrechte Frauengestalt und begibt sich wie schon mehrfach zuvor auf die Spuren der deutschen Vergangenheit. Seine Geschichte beginnt im auslaufenden 19. Jahrhundert und zeichnet das Leben einer Frau nach, die bei einer hartherzigen Großmutter in Armut in einem Dorf in Pommern aufwächst. Olga ist ein kluges Mädchen, das sich gegen massive Widerstände aus diesen Verhältnissen hochkämpft und schließlich Lehrerin wird. Sie ist eine Einzelgängerin, die im Gutsbesitzersohn Herbert eine verwandte Seele findet.
Aus der Kinderfreundschaft wird Liebe. Doch Herberts Eltern verhindern eine Heirat. Er ist ein ruheloser Geist, der durch die Welt reist, schließlich zum Nordpol aufbricht und im Eis verschwindet. Zurück bleibt Olga, die, als sie taub wird, ihre Lehrerstellung verliert und sich als Näherin durchschlägt. 1945 flieht sie nach Heidelberg und wird Näherin in der Familie des Erzählers.
Bernhard Schlink erzählt uns die Geschichte Olgas bis zu diesem Zeitpunkt sachlich, fast unterkühlt. Der Stil erinnert bisweilen an einen nüchternen, etwas ausführlich geratenen Lebenslauf. Die Erklärung für diese Art der Erzählung: es ist die Rekonstruktion ihres Lebens, zusammengesetzt aus dem, was sie dem Erzähler berichtet hat. Die Distanz, die diese Art des Erzählens schafft, verhindert allerdings, dass man mit Olga mitfühlt. Sie bleibt einem im ersten Teil des Romans weitgehend fremd.
Das ändert sich im zweiten Teil des Buches, in dem Ferdinand, der Erzähler schildert, wie er Olga als kleines Kind kennenlernte. Jetzt bekommt der Roman Herzblut und Wärme, eine persönliche Note. Olga wird zu einer lebendigen Figur. Für den heranwachsenden Erzähler wird sie zu einer wichtigen Freundin. Gemeinsam wandern sie, gehen ins Kino. Selbst als Student besucht er sie regelmäßig bei Heimatbesuchen.
Dann passiert das Unvorstellbare: Eines Tages fällt Olga einem Sprengstoffattentat zum Opfer. Eine alte Postkarte lässt den Erzähler auf Spurensuche gehen und er entdeckt einen Stapel Briefe, die Olga Herbert jahrzehntelang postlagernd ins norwegische Tromsö geschrieben hat, selbst als er lange schon als vermisst galt.
Roman endet als Brief
Bernhard Schlick wechselt jetzt zum dritten Mal den Stil, sein Buch endet als Briefroman. Es sind persönlich gehaltene Briefe und sie enthüllen Geheimnisse, die erklären, warum Olga Herbert nie vergessen konnte. Wir lernen eine Frau kennen, die nie aufgibt, sich immer wieder hochkämpft, die ein bescheidenes Glück findet und an ihm allen Widrigkeiten zum Trotz festhält. Eine Frau, die ihren Geliebten nicht halten kann und ihn trotzdem liebt, die ihm verzeiht und gleichzeitig grollt. Er war, wie es am Ende heißt, ihre Erfüllung und ihre Enttäuschung.
Bernhard Schlink hat uns mit Olga eine stolze wie gradlinige, mutige, selbstbewusste und aufrechte Frauengestalt geschenkt.“

(so trefflich beschrieben von: Johannes Kaiser, Deutschlandfunk Kultur)

Bücher für den/die Liebste/n – zum Valentinstag!

2 Feb, 2018

Bücher für den/die Liebste/n – zum Valentinstag!

Viele verdrehen beim VALENTINSTAG (14. Februar 2018) die Augen, es sei doch nur ein Tag, um mehr Rosen und Pralinen zu verkaufen. Und wenn? Eine kleine Aufmerksamkeit für die Angebete oder den Mann an der Seite kann doch nicht schaden, finden wir.
Wir haben darum einige Liebesgaben – Romane, Gedichte, Sachbücher – für Paare, Seitenspringer und frisch Verliebte aus unserem Sortiment zusammengetragen und in einem kleinen, zentral im Laden gelegenen, samtenen „Rotlichtbezirk“ versammelt. Und „ohne die Rose tun wir’s nicht.“ (frei nach Jupp Beuys)