Robert Seethaler: „Der letzte Satz“, Hanser Verlag

» Gepostet am 13 Aug, 2020 in Tipps | Keine Kommentare

Robert Seethaler: „Der letzte Satz“, Hanser Verlag
An Deck eines Schiffes von New York nach Europa sitzt Gustav Mahler, schaut fiebrig auf das Meer und die Wolken; es ist seine letzte Reise. Er ist berühmt, der große Musiker, doch sein Körper schmerzt wie so immer. Mahler weiß, dass er sterben wird. Während ihn ein Schiffsjunge mit Tee und Decken versorgt, denkt er zurück an die letzten Jahre, seine Liebe zur Musik, die Sommer in den Bergen, den Tod seiner Tochter Maria, die er in seinem Fieberwahn manchmal wieder zu sehen meint. An Anna, die andere Tochter, die gerade unten beim Frühstück sitzt, und an Alma, die Liebe seines Lebens, die ihn verrückt macht und die er an einen anderen Mann (an Walter Gropius, den „Baumeister“) verloren hat.
„Der letzte Satz“ ist das ergreifende Porträt eines Künstlers als müde gewordener Mann, dem die Vergangenheit in Form glasklarer Momente der Schönheit und des Bedauerns entgegentritt. Sprachlich gestochen scharf und doch mit einer rhetorischen Sanftheit, die ihresgleichen sucht. Was für eine Novelle!

Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane „Der Trafikant“ (2012) und „Ein ganzes Leben“ (2014) wurden zu großen internationalen Publikumserfolgen. 2018 ist sein Roman „Das Feld“ erschienen. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.

Hanser Verlag, 128 Seiten, € 19,-