Anna oder: was von einem Leben bleibt
Henning Sussebach
C.H. Beck Verlag, 23 €
„Jeder kannt das: Fundstücke aus vorhergehenden Generationen in Haus. Ein Brief, ein Album, ein Schmuckstück, ein Schulheft. Vergilbtes Papier, alte Schriften, mitunter nicht zu entziffern. So ähnlich waren die Spuren, die Anna, Urgroßmutter des Autors hinterlassen hat. Nicht viel, so war ein Jahr Recherche nötig, bis der Journalist Henning Sussebach das Lebensmosaik der bislang vergessenen Anna zusammengestellt hatte.
Für uns entfaltet er mit zarter Aufmerksamkeit und einfühlsamer Annäherung eine Chronik dieses Frauenlebens – vor dem Hintergrund eines lebhaft geschilderten Zeitpanoramas von Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Nachkriegszeit.
Anna startet in den Lehrerinnenberuf, darf nach Jahren zu ihrer Liebe stehen, der nur eine kurze Zeit vergönnt ist, führt Poststation, Gasthof und Landwirtschaft, bekommt Kinder, heiratet erneut gegen alle Tabus. Nicht nur Annas Mut lässt uns ihren Lebensweg neugierig mitgehen. Es ist auch die Einordnung von Vita in Zeitläufte und die richtigen Fragen, die Sussebach stellt.“
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