Veranstaltung

Zoran Drvenkar liest aus „Licht und Schatten“

»Gepostet am 30 Jul, 2021 | Keine Kommentare

Freitag, 26. November 2021, 19.30 Uhr, Theater im Fluss

»Die Geschichte ist spannend, mystisch, magisch, fesselnd, mitreißend und von der ersten Seite an bin ich ganz nah dran an Vida und in der Geschichte. Was für ein Buch!« schrieb Noah (16) auf instagram.com/buecherkinder.redaktion über den Fantasy-Abenteuer-Roman „Licht und Schatten“ (empfohlen ab 14 Jahren und für jedes Alter) von Zoran Drvenkar. Der bekannte Schriftsteller kommt auf dem Weg von Duisburg nach Berlin Ende November nach Kleve, um im Theater im Fluss aus diesem Buch lesen, Fragen zu beantworten und Bücher zu signieren.

Über „Licht und Schatten“ schreibt der Beltz Verlag:

„Es ist der Winter 1704 und der Tod sitzt auf dem Wipfel einer Tanne und wartet geduldig auf die Geburt eines Kindes. Er ist nicht der einzige – ein Raunen wandert um die Welt und die Schatten lauschen mit gespitzten Ohren. Schon in jungen Jahren macht sich Vida auf den Weg, um die Wahrheit zu finden. Sie hört den Ruf der Toten und begegnet ihrer eigenen Zukunft. Mit dreizehn lehren ihre Tanten sie die Mudras der Verbannung und sich ohne Waffen zu verteidigen. Denn Vida wurde geboren, um das Licht auf die Welt zurückzubringen. Aber niemand rechnet damit, dass sie ihren eigenen Weg geht und selbst dem Tod die Stirn bietet.“

Zoran Drvenkar wurde 1967 in Kroatien geboren und zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit dreißig Jahren arbeitet er als freier Schriftsteller und schreibt Romane, Gedichte, Theaterstücke und Drehbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Er wurde für seine Bücher mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und lebt in der Nähe von Berlin in einer ehemaligen Kornmühle.

Die Lesung in der Reihe „beltz live!“ wird vom Beltz Verlag großzügig unterstützt. Sie findet unter den dann geltenden Corona-Regeln statt.

Eintritt: 5€ Kinder/Jugendliche, 10 € Erwachsene

VVK demnächst: Buchhandlung Hintzen,
Theater im Fluss

Foto (c) Corinna Bernburg / beltz Verlag

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Autorensamstag mit CHRISTOPH KLIMKE

»Gepostet am 9 Jul, 2021 | Keine Kommentare

am Samstag, 23. Oktober 2021, 11 – 14 Uhr

in unserer Buchhandlung

im Rahmen der „Woche der unabhängigen Buchhandlungen“

23.-30. Oktober 2021

Christoph Klimke wird zum Buchhändler und bedient am „Autorensamstag“ Sie als Kunden in unserer Buchhandlung!

Im Rahmen der jährlich stattfindenden „Woche unabhängiger Buchhandlungen“ gibt es traditionell den Autorensamstag. An diesem Samstag „entern“ Autoren und Schriftsteller eine Buchhandlung ihrer Wahl und Wechseln von der Seite des Schreibers auf die des Buchverkäufers. Die Buchhandlung Hintzen freut sich an diesem Tag auf einen prominenten Tagespraktikanten: der aus Kleve stammende Lyriker, Schriftsteller und Theaterautor Christoph Klimke übt sich am Samstag, 23. Oktober, von 11 bis 14 Uhr in buchhändlerischen Tätigkeiten.

Christoph Klimke kennt die Klever Traditionsbuchhandlung noch aus seiner Zeit als Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, an dem er am Vortag morgens aus seinen Werken liest. Nach dem Abitur und Zivildienst zog Klimke zum Studium nach Bonn, Rom und Florenz, lebt seit den 80er Jahren in Berlin und Heidelberg. Klimke arbeitet in allen literarischen Gattungen, schreibt Gedichte, Biographien, Übersetzungen, Erzählungen, Essays, Rezensionen, Theaterstücke und Libretti für Opern- und Tanzproduktionen. Als Librettist verfasste er nach dem Jugendroman „Tintenherz“ von Cornelia Funke den Text zur Familienoper „Geisterritter“ am Theater Duisburg. Er verfasste einen Requiem-Text für ein Beuys-Theaterstück der Bühnen Krefeld-Mönchengladbach und veröffentlichte einen Beuys-Beitrag in der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Das Plateau“ (Radius-Verlag). Cornelia Funke gehört zu Klimkes Lieblingsautor*inn*en, neben Federico Garcia Lorca, Günter Kunert, Pier Paolo Pasolini, Witold Gombrowicz, Hans Henny Jahn, Kurt Tucholski, José Saramago, Thomas Bernhardt, Marie Luise Fleißer und auch Hans Christian Andersen.

Klimke möchte mit den Klever Bücherfreunden ins Gespräch kommen. Man kann ihn fragen, warum diese Autoren im Laufe seines Lebens für ihn wichtig waren.
Bei Hintzen wird er „seinen“ Büchertisch bestücken, von dem aus er empfiehlt, natürlich auch eigene Bücher, die man sich an diesem Tag signieren lassen kann. Vor einiger Zeit las Klimke bei Hintzen aus seinem biographischen Buch „Der Koloss“. Die immer im Herbst stattfindende „Woche unabhänger Buchhandlungen“ (WUB) macht vom 23. bis 30. Oktober 2021 auf die rund 700 inhabergeführten Buchhandlungen in ganz Deutschland aufmerksam. Sie sind mit ihrem Beitrag zum wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben von beachtlicher Bedeutung und aus Städten und Regionen nicht wegzudenken.

N.B: Der Autorensamstagmit Christoph Klimke war schon im vergangenen Jahr geplant und musste coronabedingt abgesagt werden. Nun wird er (hoffentlich) nachgeholt!

Foto: Markus van Offern

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Literarischer Sommer / Literaire Zomer 2021: Lia Tilon „Der Archivar der Welt“

»Gepostet am 22 Jul, 2020 | Keine Kommentare

Die Lesung konnte im vergangenen Jahr nicht stattfinden und wird hiermit nachgeholt:

Sonntag, 22.08.2020, 11:00 Uhr
Museum Schloß Moyland, Am Schloß 4, Bedburg Hau

Eintritt: 10 Euro, erm. 8 Euro

Karten gibt es an der Tageskasse im Museum Schloss Moyland.


Die Idee zum Roman entstand, als Lia Tilon ( geboren 1965 in Broek in Waterland) im Zuge einer Recherche zu Albert Kahn auf die Tagebücher seines Chauffeurs Alfred Dutertre stieß. Nach einer wahren Begebenheit erzählt „Der Archivar der Welt“ die Geschichte eines großen humanistischen Abenteuers und von der Freundschaft zweier ungleicher Männer, von einer Reise, die Welten verbindet und aus zwei Männern Freunde macht: Eigentlich ist Alfred Dutertre der Chauffeur des Pariser Bankiers Albert Kahn. Jetzt soll er für ihn zum Fotografen werden: Kahn plant ein Archiv der Welt in Bildern, ein Projekt für den Frieden, das die Völker der Erde näher zusammenbringen soll.Dutertre und Kahn brechen auf zu einer Reise, nach Japan, Hawaii, in die Mongolei. Als Kahn sein Vermögen in der Weltwirtschaftskrise verliert und sich schwer krank zurückzieht, bleibt Dutertre an seiner Seite, und in über 72.000 Fotos blicken sie gemeinsam zurück.
(Quelle: dtv Verlagsgesellschaft)

Foto: © Jildiz Kaptein

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Leider doch abgesagt: Lesung mit Karin Kalisa aus „Radio Activity“

»Gepostet am 20 Jan, 2020 | Keine Kommentare

Nach langen Überlegungen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir unter den geltenden Corona-Vorschriften im Museum Kurhaus mit nur ganz wenig Publikum diese Lesung der aus Berlin anreisenden Autorin nicht sinngebend durchführen können. Schweren Herzens haben wir uns darum für eine Absage entschieden.

Wer schon eine Karte erworben hatte, kann sich an der jeweiligen Vorverkaufsstelle das Eintrittsgeld erstatten lassen – oder dieses für den Freundeskreis Museum Kurhaus spenden.

Wir danken allen für Verständnis und Geduld!

12 € VVK / VVK: Museum Kurhaus, Buchhandlung Hintzen

Karin Kalisa hätte aus ihrem aktuellen Roman gelesen und mit Ludger Kazmierczak/WDR gesprochen:

„Eine Sprache finden für das, was verschwiegen wird, zuhören, ganz Ohr sein für das, was sich nicht leicht und laut sagen lässt“, so benennt Karin Kalisa das Hauptanliegen ihres neuen Buches. „Radio Activity“ (C.H.Beck Verlag) ist ihr zweiter Roman, er ist vielschichtig und der Titel mehrdeutig.

Kalisas junge Protagonistin kehrt zurück in eine heimatliche Küstenstadt. Unter ihrem Piratennamen „Holly Gomightly“ macht sie dort mit zwei jungen Wegbegleitern Radio, muss sich aber auch von ihrer sterbenden Mutter verabschieden, erfährt dabei ein Geheimnis und macht sich bald auf die schwere Suche nach Gerechtigkeit. Es gibt viel zu tun und auch viel „Versehrung“ in dieser Geschichte. Dazu einen Sound-Track, Zynismus von Worten, aber auch einen tiefen Glauben an die Menschlichkeit.  Radio-Aktivität geschieht auf mehreren Erzählebenen, privat, sozial, politisch, zwischen Sprechen und Schweigen, mit Wirkung in die Zukunft. Die drei Kapitel „ON“, „STAY“ und „OFF“ sind ein Balanceakt zwischen Rache, Mut, Besinnung, Aufbruch, Justiz und zivilem Ungehorsam.

Karin Kalisa erzählt leichtfüßig, aber mit bestechender Sprache und anhand eigenwilliger Charaktere von Freundschaft, der Lust am Radiomachen, dem Gestaltungswillen junger Menschen,  von juristischen Regelungen, vor allem aber von einem brisanten Kampf gegen Verjährung, für Vegeltung und Vergebung.

Karin Kalisa studierte Japanologie, Asienwissenschaften und Sprachphilosophie und lebt nach Stationen in Tokyo und Wien in Berlin. Ihr Debüt-Roman „Sungs Laden“ war ein Bestseller-Erfolg und wurde in mehreren Sprachen übersetzt.

Für Karin Kalisa ist Radio höchst lebendig, ein Mittel von Information und Teilhabe, sie hat eine ausgeprägte Schwäche für’s Radiohören und ihren immer mitreisenden Weltempfänger. Darum moderiert die Lesung kein anderer als Ludger Kazmierczak (WDR Kleve).

– eine Veranstaltung der Buchhandlung Hintzen und des Freundeskreises Museum Kurhaus und Koekkoek-Haus Kleve e.V., mit freundlicher Unterstützung des C.H. Beck Verlags –

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Movie & More: Anne Gesthuysen liest aus „Mädelsabend“

»Gepostet am 4 Okt, 2019 | Keine Kommentare

Donnerstag, 12. Dezember 2019, Tichelpark Cinemas Kleve

18 Uhr Einlass / Apéro / Meet & Greet – 19.30 Uhr Lesung

Eintritt: 17 € VVK / 19 € Abendkasse – Karten ab sofort bei uns in der Buchhandlung, an der Kinokasse und unter www.kleverkinos.de

Anne Gesthuysen liest aus ihrem Roman „Mädelsabend“

– eine Veranstaltung von Trendguide Niederrhein, Tichelpark Cinemas und Antenne Niederrhein in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Hintzen –

ZUM BUCH:

Oma und Enkelin – zwei starke Frauen vom Niederrhein und die Frage: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben?

Eine Ehe steht nach sechzig Jahren vor dem Aus – und eine junge Mutter ringt um eine Entscheidung, die nicht nur ihr Leben bestimmen wird. Ruth und Walter leben seit Ruths Sturz im Seniorenheim Burg Winnenthal. Walter möchte am liebsten sofort zurück nach Hause, die vielen lebenslustigen Witwen hier sind ihm unheimlich. Ruth hingegen genießt die Gesellschaft von Gleichgesinnten. Sie lauscht den Lebensgeschichten der anderen Frauen und singt endlich wieder im Chor. Keine zehn Pferde werden sie hier wegbringen. Als ihre Enkelin Sara, Mutter eines kleinen Sohnes, die Zusage für ein Forschungsstipendium in Cambridge erhält und von ihrem Mann vor eine Entscheidung gestellt wird, sucht sie Rat bei Ruth. Geschickt verwebt Anne Gesthuysen Gegenwart und Vergangenheit und erzählt von einem bewegten Frauenleben am Niederrhein, das den Bogen vom Zweiten Weltkrieg über die piefigen Fünfziger- und die wilden Siebzigerjahre bis in die Jetztzeit spannt. Von der Liebe und kuriosen Hochzeitsbräuchen, von Karnevalstraditionen und Anti-AKW-Treckerfahrten. Von den Herausforderungen einer Jahrzehnte währenden Ehe, von patriarchalen Machtstrukturen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Humorvoll, warmherzig und feinfühlig spürt sie der Frage nach, was zwei Menschen zusammenhält und welche Bedeutung Freiheit und Selbstverwirklichung haben. Eindrücklich zeigt sie, dass es keine einfachen Antworten gibt, nur individuelle Wege zum Glück.

ZUR AUTORIN:

Anne Gesthuysen wurde 1969 am unteren Niederrhein geboren. Nach dem Abitur in Xanten studierte sie Journalistik und Romanistik. In den 90er-Jahren arbeitete sie bei Radio France. Als Reporterin hat sie für WDR, ZDF und VOX gearbeitet, schließlich auch als Moderatorin. Ab 2002 moderierte sie das »ARD-Morgenmagazin«. Diese Nachtschichten gab sie nach dem großen Erfolg ihres ersten Romans »Wir sind doch Schwestern« Ende 2014 auf, um sich tagsüber an den Schreibtisch zu setzen und weitere Bücher zu schreiben. Sie lebt mit ihrem Mann, Frank Plasberg, und ihrem Sohn in Köln. In der Quizshow »Paarduell« stellt das Ehepaar Wissen, Schlagfertigkeit und Teamgeist unter Beweis. Quelle: Kiepenheuer & Witsch

ANNE GESTHUYSEN –

ein Porträt von Katja Meenen, Trendguide Niederrhein

Von Reporterin zu Moderatorin zu Bestseller-Autorin: Power-Frau mit Witz und Charme

Der Niederrhein hat zahlreiche Persönlichkeiten hervorgebracht, die weit über die Region hinaus bekannt sind. Nachdem wir bereits verschiedene Berühmtheiten wie die Katjes Katze, Schauspieler Guido Broscheit, Alltours-Gründer und Chef Willi Verhuvenn, Multitalent Dolly Buster, Modedesigner Guido Maria Kretschmer, Comedy-Talent Mirja Boes oder auch Comedian Heinz Groening und Fußball-Weltmeister Rainer Bonhof vorgestellt haben, ist es nun Zeit für eine weitere erfolgreiche Frau, die tief in der Region verwurzelt ist.

Ihr erster am Niederrhein spielender Roman verkaufte sich über 600.000 Mal – und machte die gebürtige Veenerin zur literarischen Botschafterin des Niederrheins. Letztes Jahr ist Anne Gesthuysens dritter Roman erschienen, und auch „Mädelsabend“ ist eine Homage an die Menschen der Region. Die Autorin verwebt Szenen aus dem Leben von Oma und Enkelin, zweier faszinierender Frauen vom Niederrhein, zu einer mitreißenden Geschichte, die vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart reicht. Spannende, tragische und komische Momente, kuriose Bräuche, das Herausfordern patriarchalischer Strukturen – und Liebe, Freiheit und Selbstverwirklichung: All diese Themen des Romans finden im bewegten Leben der Reporterin, TV-Moderatorin und Bestseller-Autorin Anne Gesthuysen ihren Widerhall.

Ländliche Bullerbü-Kindheit

„Für mich ist Niederrhein vor allem eine fantastische Kindheit mit Abenteuer und der Möglichkeit, mit dem Pony über Stoppelfelder zu reiten“, erinnert sich Anne Gesthuysen, die 1969 in dem kleinen Dorf Alpen-Veen am unteren Niederrhein zur Welt kam. „Das war eine Freiheit, die Kreativität und Selbstbewusstsein fördert.“ Eigenschaften, die in ihrem Leben eine große Rolle spielen, und die sie in jungen Jahren in der ländlichen Idylle ausbilden konnte.

Das Bullerbü am Niederrhein konnte Gesthuysen jedoch nicht auf Dauer halten – zu begrenzt waren die Möglichkeiten des ländlichen Lebens, zu eng der Zusammenhalt und die soziale Kontrolle der Dorfgesellschaft. Es lockten Studium, Karriere und die ganz anders geartete Freiheit und Vielfältigkeit, die man in Metropolen finden kann. „Es stand für mich nie zur Diskussion, dort zu bleiben. Mit 16 habe ich mit den Hufen gescharrt und gedacht: Es wird Zeit für ein bisschen Großstadt. Da war ich froh, als ich mit 18 zum Studium weggehen konnte.“

Heute lebt Gesthuysen mit ihrem Mann, dem gemeinsamen Sohn und einem Hund in Köln. Das Landleben liegt für sie in der Vergangenheit, und eine Großstadt ist ihr Zuhause geworden. Dennoch ist und bleibt die 49-Jährige ein Kind des Niederrheins. Sie möchte nicht eine Sekunde missen, die sie hier verbracht hat. Tatsächlich fragt sie sich heute als Mutter eines achtjährigen Sohnes, ob es richtig ist, ihrem Sohn die Art Kindheit vorzuenthalten, die sie selbst erlebte, und in der sie frei über die Felder streifte. Andererseits weiß sie jedoch nur zu gut, dass man als Kind auf dem Land auch allerhand Unfug anstellen kann… eine Erkenntnis, die auf persönlicher Erfahrung beruht. „Dass ich überlebt habe, ist ein Wunder. Ich bin auf einem Dachfirst entlang balanciert und mit meinem Bruder in einem alten LKW durch die Scheune gebrettert – und wir kamen nicht mal an die Bremse.“

Auch, wenn sie heute nicht mehr am Niederrhein weilt, fühlt Gesthuysen sich der Region zutiefst verbunden. Dabei spielt auch ihre Familie eine Rolle; ihr Bruder Michael wohnt noch in dem gemeinsamen Elternhaus in Alpen-Veen, umgeben von Pferden, Hunden, Katzen, Mäusen und einem Hof-Truck. Literarisch zieht es sie ebenfalls immer wieder hierher zurück. Gesthuysens erster Roman handelt von drei Schwestern, die ihre Vorbilder in ihrer Familie finden, und auch ihre Folgewerke drehen sich um Familienbande am Niederrhein.

Zielstrebige Karrierefrau

Als Anne Gesthuysen 17 war, wurde sie im Rahmen eines Schülerpraktikums Hörfunkreporterin für das WDR-Außenstudio Kleve. Damals noch ungeübt und extrem schüchtern – doch bereits mit charakteristisch kompromisslosem Einsatz. Die junge Anne war mit Feuereifer dabei und wusste sofort, dass sie ihre Berufung gefunden hatte. Nach dem Studium der Journalistik und Romanistik arbeitete sie als Reporterin und Autorin von Dokumentationen für WDR, ZDF, VOX und Radio France. Ende der 90er Jahre stand sie dann erstmals selbst vor der Kamera. Sie moderierte eine Reihe verschiedener Sendungen – darunter Mein Morgen, die Lokalzeit in Essen und Aktuelle Stunde – ehe sie 2002 zunächst noch aushilfsweise Moderatorin des ARD-Morgenmagazins wurde.

„Die internationalen politischen Themen und die freie Moderation haben mich sehr gereizt“, berichtet Gesthuysen. „Ich wusste, dass das genau das Richtige für mich ist. Also habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt.“ Und das – wie immer – mit Begeisterung, Zielstrebigkeit und Können. 2004 wurde sie an der Seite von Sven Lorig Stammmoderatorin und war 10 Jahre lang das Gesicht des „Moma“. Mit einschlagendem Erfolg: 2012 gewannen sie und das Team des ARD-Morgenmagazins den deutschen Fernsehpreis.

„Das war ein Knochenjob – allein die Arbeitszeiten haben ein normales Leben fast unmöglich gemacht. Ich musste um halb eins aufstehen und bin um 16 oder 17 Uhr ins Bett gegangen.“ Solange Gesthuysen Single war, ging das – doch als sie sich in „Hart aber fair“-Moderator Frank Plasberg verliebte und das Paar ein Kind bekam, wurde es schwierig, Privatleben und Job unter einen Hut zu bekommen. Auch nicht zu vernachlässigen: die Zeit, die sie mittlerweile investierte, um Romane zu schreiben. Denn ihr erstes Buch „Wir sind doch Schwestern“ erschien 2012 – als sie noch moderierte und ihr Sohn bereits auf der Welt war. Reichlich viel auf einmal!

Umsatteln in vollem Lauf

Die Entscheidung fiel nicht leicht, doch es ging nicht anders: Ende 2014 beschloss Anne Gesthuysen, den Nachtschichten den Rücken zu kehren und den Job als Moderatorin aufzugeben. Die nicht familientauglichen Arbeitszeiten des Morgenmagazins, der zeitintensive Job ihres Mannes, ihre Aufgabe als Mutter und das Schreiben – das alles war einfach zu viel, um in die nur 24 Stunden eines Tages zu passen.

Ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung, sich nun ganz der Schriftstellerei zu widmen, war auch der große Erfolg ihres Erstlingswerks „Wir sind doch Schwestern“. Der Roman schoss auf Anhieb die Bestseller-Listen empor. Leser in ganz Deutschland waren begeistert, und Gesthuysens zweites Buch war bereits in Arbeit.

Obwohl der Ausstieg aus dem Morgenmagazin unvermeidlich war, fiel die Umstellung Gesthuysen schwer. „Es war eine harte Entscheidung und ein langer Weg, bis ich wieder mit mir selbst im Reinen war. Erst einmal bin ich in ein tiefes Loch gefallen, als ich aus dem Moma ausgestiegen bin. Wenn man einen Job aufgibt, mit dem man sich identifiziert hat, ist das unvermeidlich, denke ich.“ Erst ein Coach konnte ihr helfen, sich auch innerlich von dem Licht der Kamera zu verabschieden und mit sich selbst und ihrer neuen Berufung ins Reine zu kommen.

„Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch, aber seit unser Kind da ist, hat sich der Ehrgeiz gelegt“, sagt Gesthuysen. „Vermutlich geht es vielen Müttern so, die beruflich viel erreicht haben. Ehrgeiz und Ausdauer haben sie so weit gebracht, aber wenn man zu Hause einen „Kurzen“ hat, gibt es andere Prioritäten … zumindest eine Zeit lang.“ Dass Mütter wieder in Führungspositionen einsteigen können, wenn ihre Kinder aus dem Gröbsten raus sind, und dass es für Unternehmen ein Gewinn wäre, diese qualifizierten Kräfte aktiv zu umwerben – das scheint Gesthuysen erstrebenswert.

Bestseller am Niederrhein

Anne Gesthuysens Bücher spielen dort, wo sie herkommt: am Niederrhein. Im Mittelpunkt stehen faszinierende Frauen, bewegte Lebensgeschichten und Familiendramen, die durch ihre Alltäglichkeit emotionaler Kraft gewinnen. Inspiration für ihren ersten Roman lieferte das Leben ihrer Großtanten: drei starke Frauen, die sämtlich ein sehr hohes Alter erreichten. Zwei der Damen wurden fast 105 Jahre alt. In „Wir sind doch Schwestern“ gibt Gesthuysen die literarische Version ihrer Lebensgeschichte vor der Kulisse des Niederrheins wieder. Das Buch diente im Jahr 2018 als Grundlage für einen Fernsehfilm, den die Autorin sehr schätzt. Wie bei Romanverfilmungen üblich wurde zwar einiges abgewandelt, doch die liebevolle Umsetzung hat den Geist des Buches bewahrt.

Gesthuysens zweiter Roman „Sei mir ein Vater“ spielt zwischen Paris und Niederrhein und verknüpft die faszinierende Lebensgeschichte einer Austauschschülerin in Xanten mit den Abenteuern der Avantgarde im Paris der Belle Époque. Und natürlich ist auch Gesthuysens aktuelles Werk „Mädelsabend“ im Niederrhein verwurzelt. Das zeigt sich sogar an charakteristischen Essgewohnheiten – so verspeist etwa eine Figur genüsslich Rosinenstuten mit Blutwurst und Rübenkraut. Was dem Rest Deutschlands als kulinarischer Irrsinn anmutet, ist am Niederrhein ganz normal. Auch in Gesthuysens Familie. „Das hat mein Opa immer gegessen“, lacht sie. „Stuten, Wurst, Schwarzbrot und Rübenkraut. Nur an Heiligabend hat er die Blutwurst durch Lachs ersetzt.“

Mann, Kind und Hund

Anne Gesthuysens Leben klingt nicht nur durch den Niederrhein in ihren Büchern an. Ihr Verleger hat einmal gesagt, jeder Roman sei autobiografisch, und die Autorin kann das bestätigen. Dass eine der Protagonistinnen von „Mädelsabend“ mit den Routinen und Zwängen der Ehe hadert, ist Gesthuysen nicht fremd – auch wenn sie anders als Ruth noch keine 65 Jahre verheiratet ist.

Gesthuysen hat ihrem Moderatoren-Kollegen Frank Plasberg 2012 das Ja-Wort gegeben. Ein Schritt, den sie in keiner Weise bereut – aber. „Ich bin sehr glücklich verheiratet, habe aber seit meiner Kindheit ein Problem mit der klassischen Rollenverteilung“, sagt sie. „Die Ehe meiner Eltern war sehr traditionell. Mein Vater war der Ernährer und Bestimmer, und meine Mutter hat sich ihm untergeordnet. Dagegen habe ich schon damals rebelliert. In meiner eigenen Ehe ist es für mich deshalb extrem schwer, auch einmal nachzugeben, weil ich Angst habe, auch in diesem Punkt wie meine Mutter zu sein. Deshalb lasse mir von meinem Mann ungern etwas sagen.“

Inzwischen jedoch hat die Autorin ein gutes Gleichgewicht mit ihrem Mann gefunden. Frank Plasberg gibt ihr das Gefühl, dass sie das Ruder in der Hand hält, und auch sie geht diplomatisch vor, wenn sie sich durchsetzen will. So etwa bei der Frage, ob die Familie einen Hund bekommen sollte. „Frank wollte eigentlich partout keinen Hund. Ich schon. Irgendwann habe ich den Druck nachgelassen, und siehe da, schon konnte er sich aus freien Stücken für eine Fellnase entscheiden“, berichtet sie mit verschmitztem Lächeln. „Jetzt haben wir einen Goldendoodle. Die Mutter ist ein Golden Retriever, der Vater ein Pudel. Er sieht unheimlich niedlich aus, ist enorm liebenswert und freut sich jeden Morgen, wenn er uns sieht. Da hat man keine schlechte Laune mehr. Und das geht meinem morgenmuffeligen Kind genauso.“

Foto Anne Gesthuysen: © Monika Sandel/ www.monika-sandel.de

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Ausverkauft! – Fontanes zeitlose Heldinnen. Burkhard Spinnen liest aus „Und alles ohne Liebe“

»Gepostet am 20 Aug, 2019 | Keine Kommentare

Sonntag, 17. November 2019, 15 Uhr B.C. Koekkoek Haus – bitte beachten: an der Tageskasse gibt es nur noch vorbestellte Karten!

Burkhard Spinnen liest aus seinem Buch „Und alles ohne Liebe“ und erzählt von Theodor Fontanes zeitlosen Heldinnen.

„Wenn es einen Menschen gibt, der für Frauen schwärmt und sie beinah doppelt liebt, dann bin ich es.“ Theodor Fontane, 1894  

In seinem Buch „Und alles ohne Liebe“ (Schöffling Verlag) wirft der Schriftsteller Burkhard Spinnen einen erfrischenden Blick auf Theodor Fontane (1819-1898). Er schickt sein Publikum auf eine respektvolle wie radikale Lesereise durch dessen Berliner Romane und lädt ein, den großen Preußen-Romancier neu zu lesen.

Der mit Literaturpreisen ausgezeichnete Autor erzählt Fontane nicht im wilhelminischen Deutschland, sondern in einem zeitlosen Hier und Jetzt, mit einem unverstellten Blick auf das Streben seiner Figuren nach Selbstbestimmung und Glück. Im Mittelpunkt stehen elf Frauengestalten im Konflikt mit den Konventionen ihrer Zeit. Spinnen erstellt zu Fontanes Gesellschaftsromanen eine literarische Familienaufstellung: darin die in der Vergangenheit verhafteten Schwestern Poggenpuhl, die ewig kindliche Effi Briest, die lebenstüchtige Aufsteigerin Jenny Treibel, die resiginiert sich bescheidende Lene und Mathilde Möring, die ihre Leben in die Hand nimmt.

„Unsere Gegenwart ist voller Effis, voller junger Frauen, die nicht erwachsen werden dürfen oder wollen“, schreibt Spinnen über die Aktualität der weiblichen Konfliktsituation zwischen Selbstverwirklichung und gesellschaftlichen Erwartungen. Dabei pustet er den Staub von dem vermeintlichen Schulbuchklassiker, vermittelt Interessenten ohne Vorkenntnisse und Fontane-Liebhabern neue Aspekte und gibt Anregungen, wie man Fontane auch jüngeren Lesern nahebringt. Einer der gelungensten Beiträge zum Fontane-Jahr 2019!

Eintritt

10 € VVK ( Koekkoek Haus, Buchhandlung Hintzen)

12 € Tageskasse

– eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Museum Kurhaus & Koekkoek-Haus Kleve e.V. –

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