Lázár
Nelio Biedermann
Rowohlt Verlag, 24 €
„Geträumt wird in diesem Buch auch. Aber eher ist es ein Albtraum – aus dem man aber nicht aufwachen will. Das liegt an der Sprachschönheit dieses Romans mit Sätzen, die man zweimal liest, um ihre Wortgewalt und Bildmächtigkeit wie ein üppiges Mahl auszukosten.
Lázár heißt die ungarische Adelsfamilie, deren Vita wir über drei Generationen, überspannt von politischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts begleiten, von Sandor über Sohn Lajos bis Enkel Pista. Und dann sind da noch die Frauen, Schwestern, Ehefrauen, Geliebte, Geschändete. Weltkriege, Revolution, Aufstieg und Fall von Monarchie und Kommunismus, Verlust von Besitz und Verstand, Liebe und Triebe treffen sie alle.
Die Lektüre: wie ein Parforce-Ritt durch die ungarische Puszta, durch eine von Traditionen und Verwüstungen geprägte Traumwelt, an deren Anfang ein mondänes Waldschloss steht, am Ende aber nichts mehr da ist. Was für ein Sittengemälde voller Breughelscher Details. Biedermann betritt die Literaturbühne mit einer Erzählung vom Ausmaß einer Wagner-Oper.“
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