Lese(r) Tipps

David Grossmann: „Nina“

18 Aug, 2020

David Grossmann: „Nina“

David Grossman: „Was Nina wusste“
übersetzt aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer
Hanser Verlag € 25,00

Zum Inhalt:

Vera, ist neunzig, Nina um die Sechzig, Gili Mitte dreißig. Großmutter, Tochter und Enkelin. Veras Geburtstag wird im Kibbuz gefeiert, Lobesreden über die alte Dame gehalten. Auch Vera erklärt ihre große Dankbarkeit einer Familie, die ihr trotz ihr trotz Herkunft und Anderssein damals eine Heimat gegeben hat. Vera kam aus Jugoslawien, ohne Mann mit ihrer Tochter Nina, heiratet wieder und wird Stiefmutter dreier Kinder. Vera hat eine schwere Zeit hinter sich. Ihr damaliger Mann wurde als Verräter verhaftet, beging Selbstmord, sie wurde auf einer Gefängnisinsel interniert.
Nina, ihre Tochter, heiratet Rafael, Veras Stiefsohn, verlässt Mann und Kind. Sie geht nach New York, da ist Nina gerade mal zwei Jahre alt.
Gili ist Filmemacherin wie ihr Vater. Am Abend des Geburtstages beschließen sie einen Film über das Leben der Großmutter zu drehen und gemeinsam nach Kroatien auf die ehemalige Gefängnisinsel Goli Otok zu fahren. Dort soll Vera endlich einmal alles erzählen. Was genau geschah damals, als sie von der jugoslawischen Geheimpolizei unter Tito verhaftet wurde? Warum war sie bereit, ihre sechseinhalbjährige Tochter wegzugeben und ins Lager zu gehen, anstatt sich durch ein Geständnis freizukaufen?
Es ist die Geschichte dreier Frauen, von denen jede Wunden des Verlassenseins und des Verrats in der Seele trägt. Jede ist unfähig darüber zu reden, und zwischen den drei Frauen stehen unsichtbare Mauern, die während dieser Reise zu bröckeln beginnen.
Der neue Roman von David Grossman beruht auf einer wahren Geschichte. Nicht nur aus diesem Grund geht er unter die Haut. Er ist inhaltlich UND sprachlich sehr ergreifend. Und keineswegs „nur“ ein Frauenroman. (Sigrun Hintzen)

Zum Autor:

David Grossman wurde 1954 in Jerusalem geboren und gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern der israelischen Gegenwartsliteratur. 2008 erhielt er den Geschwister-Scholl-Preis, 2010 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 2017 den internationalen Man-Booker-Preis für seinen Roman Kommt ein Pferd in die Bar. Bei Hanser erschienen zuletzt Diesen Krieg kann keiner gewinnen (2003), Das Gedächtnis der Haut (2004), Die Kraft zur Korrektur (2008), Eine Frau flieht vor einer Nachricht (Roman, 2009), Die Umarmung (2012), Aus der Zeit fallen (2013), Kommt ein Pferd in die Bar (Roman, 2016), Die Sonnenprinzessin (2016),  Eine Taube erschießen (Reden und Essays, 2018) und Was Nina wusste (2020). (Quelle: Hanser Verlag)

Von der Titel-Seite des Hanser Verlages:

5 Fragen an David Grossman

Wie ist der Stoff für diesen Roman zu Ihnen gekommen? Was Nina wusste beruht ja auf einer realen Lebensgeschichte …
Die Geschichte hat Eva Panic-Nahir mir selbst erzählt – langsam, nach und nach, während der zwanzig Jahre, in denen wir eng befreundet waren. Schon als sie mit der eigenen Hartnäckigkeit, stürmisch und emotional in mein Leben platzte, wusste ich, sie hat eine Lebensgeschichte zu erzählen und die Geschichte einer Liebe, wie ich sie bisher nicht gehört habe. Trotzdem sind zwanzig Jahre vergangen, bis ich das Gefühl hatte, dass ich darüber schreiben kann.
„Liebe Eva“, sagte ich ihr jedesmal, wenn sie mich fragte, ob ich schon angefangen hätte zu schreiben, „ich werde die Geschichte nicht genauso schreiben, wie du sie mir erzählt hast. Ich dokumentiere ja nicht, ich bin ein Schriftsteller, der Fiktion schreibt. Ich muss das, was existiert, selbst erfinden. Ich werde mir deine Geschichte, dich und Nina und Gili, deine Enkelin, vorstellen. Und dann werde ich die Geschichte von einem Punkt aus schreiben, an dem du, die Heldin der Geschichte, nicht sein kannst.“
Das Buch erschien erst, nachdem Eva im Alter von siebenundneunzig Jahren gestorben war. Ich hoffe, ich bin ihr, ihrer Komplexität und den Widersprüchen in ihrer Person treu geblieben.

Es geht um drei Frauen, drei Generationen: Vera, die Großmutter, Nina, die Tochter, und Gili, die Enkelin. Wie wichtig ist die Idee der Familie für Ihren Roman?
Fast alle meine Bücher handeln von Familien und der Wucht ihrer Geschichten. Ich denke, die größten Dramen der Menschheit finden in der Familie statt. In diesem Buch ist die Familie der Ort, an dem wir die ursprünglichsten und stärksten Gefühle von drei Frauen ganz nah erleben, von drei Generationen, die kaum anders können als einander zu verletzen, doch die Beziehung zwischen ihnen ist auch der Ort, an dem der Prozess der Heilung und der Genesung beginnen wird.

Vera wurde in den Fünfzigerjahren auf die Gefängnisinsel Goli Otok verbannt. Sie ist daran nicht zerbrochen. Wie war das möglich?
Die Insel Goli Otok in Kroatien ist einer der entsetzlichsten Orte auf der Welt. Sie ist hässlich, wie nur Gewalt hässlich sein kann. Nur sehr wenige der Menschen, die dort als Gefangene oder als Aufseher waren, haben ihre Menschlichkeit bewahrt. Eva Pani?-Nahir – die Vera meines Romans – ist bei den Verhören und bei der Zwangsarbeit nicht zerbrochen. Sie hat niemanden denunziert und niemanden ausgeliefert. Mehr noch, als sie mit ihrem Körper, mit dem Schatten, den ihr kleiner Körper warf, eine kleine Pflanze beschützte, die einzige, die auf dieser nackten Insel wuchs, spürte sie in sich einen Quell der Güte, des Beschützens und sogar der Mütterlichkeit, einer Mütterlichkeit, die sie ihrer Tochter nicht entgegengebracht hat. Das große Wunder ihrer Lebensgeschichte und der Geschichte des Lebens ihrer Tochter sind für mich nicht die Jahre, die Eva in dem „Umerziehungslager“ Goli Otok verbrachte, sondern die Jahre danach: ihre Fähigkeit, ins Leben zurückzukehren, mit Kraft und Leidenschaft am Leben festzuhalten und weiterhin an den Menschen zu glauben.

Viele Jahre später reisen die drei Frauen nach Goli Otok, und zum ersten Mal erzählt Vera ihrer Tochter, wie es dazu kam, dass sie Nina als Kind weggegeben hat und selbst in die Verbannung ging. Gibt es im Roman etwas wie eine Versöhnung?

Ich glaube sehr ans Geschichtenerzählen, daran, dass die Kraft der Geschichte den Menschen, der sie erzählt, verändert. Das hängt natürlich auch von dem ab, der sie hört. Der aufmerksame, aktive Zuhörer kann die lebendige, wahre Geschichte aus sich selbst gebären, eine Geschichte, die eben nicht dem Aufsagen eines Textes gleicht, den wir schon dutzende Male gehört haben. Und dann kann es passieren, dass etwas, was hart und erstarrt war, sich aufzuweichen und flexibel zu werden beginnt, und plötzlich spüren wir, dass wir nicht das hilflose Opfer einer Geschichte bleiben müssen, in der wir viele Jahre lang gefangen waren. Einer Geschichte, die auf eine Realität zutraf, in der wir längst nicht mehr leben. Ich habe den Eindruck, genau das passiert in meiner Geschichte, als Vera ihrer Tochter Nina die Geschichte erzählt, die für sie beide Gefängnis und Strafkolonie gewesen ist.

Wie war es für Sie als Mann, aus der Perspektive einer Frau zu schreiben, genauer, aus der Perspektive von drei Frauen?
Jede der drei Frauen in der Geschichte hat nicht nur ihre eigene äußere und innere Welt, sondern auch ihre eigene Sprache und ihren eigenen Ton. Aber ich glaube oder hoffe, dass es in jedem von uns unendlich viele Möglichkeiten gibt, in der Welt zu leben. In jedem Mann gibt es eine Frau oder mehrere Frauen, in jeder Frau gibt es einen Mann oder mehrere Männer … Leider verengen wir die Fülle dieser vielen Möglichkeiten aus Angst oder Scham, aus der Notwendigkeit heraus, als „ein“ Mensch effektiv zu handeln. Für mich ist es eines der wunderbaren Dinge des Schreibens, mich nicht länger gegen diese Fülle zu wehren. Mich nicht vor ihr zu fürchten. Mich den verschiedenen Figuren, die uns bevölkern, hinzugeben … mich mit meinem ganzen Sein ihnen und ihrer Geschichte hinzugeben.

Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer

Robert Seethaler: „Der letzte Satz“, Hanser Verlag

13 Aug, 2020

Robert Seethaler: „Der letzte Satz“, Hanser Verlag
An Deck eines Schiffes von New York nach Europa sitzt Gustav Mahler, schaut fiebrig auf das Meer und die Wolken; es ist seine letzte Reise. Er ist berühmt, der große Musiker, doch sein Körper schmerzt wie so immer. Mahler weiß, dass er sterben wird. Während ihn ein Schiffsjunge mit Tee und Decken versorgt, denkt er zurück an die letzten Jahre, seine Liebe zur Musik, die Sommer in den Bergen, den Tod seiner Tochter Maria, die er in seinem Fieberwahn manchmal wieder zu sehen meint. An Anna, die andere Tochter, die gerade unten beim Frühstück sitzt, und an Alma, die Liebe seines Lebens, die ihn verrückt macht und die er an einen anderen Mann (an Walter Gropius, den „Baumeister“) verloren hat.
„Der letzte Satz“ ist das ergreifende Porträt eines Künstlers als müde gewordener Mann, dem die Vergangenheit in Form glasklarer Momente der Schönheit und des Bedauerns entgegentritt. Sprachlich gestochen scharf und doch mit einer rhetorischen Sanftheit, die ihresgleichen sucht. Was für eine Novelle!

Robert Seethaler, geboren 1966 in Wien, ist ein vielfach ausgezeichneter Schriftsteller und Drehbuchautor. Seine Romane „Der Trafikant“ (2012) und „Ein ganzes Leben“ (2014) wurden zu großen internationalen Publikumserfolgen. 2018 ist sein Roman „Das Feld“ erschienen. Robert Seethaler lebt in Wien und Berlin.

Hanser Verlag, 128 Seiten, € 19,-

NEU: „Niederrhein. Schlösser, Burgen, Herrenhäuser und Rittergüter“

11 Mai, 2020

NEU: „Niederrhein. Schlösser, Burgen, Herrenhäuser und Rittergüter“

Ideal für den Urlaub im eigenen Land und vor der Haustür: Die bekannte Niederrhein- und Touristik-Autorin Susanne Wingels (Niederrhein mit Kindern 1 + 2, 1000 Freizeittipps Niederrhein etc.) legt in diesem Frühjahr einen neuen Bildband vor. Sie hat rund 30 öffentlich zugängliche Burgen, Schlösser, Herrenhäuser und Rittergüter am Niederrhein besucht und beschreibt diese mit ihren Geschichte, Architektur, Archälogie und Erlebniswert.

Die herrschaftlichen Häuser am Niederrhein präsentieren eine bunte Vielfalt aller Stilrichtungen und Nutzungsformen: ob als kurkölnische Landesburg mit mittelalterlichem „Gesicht“, verspieltes Renaissance-Schloss mit einem Park voller Pfauen oder barocker Prunkbau mit englischem Garten. Susanne Wingels gibt neben ihren sorgfältig recherchierten journalistischen Texten detailierte Informationen zu Anfahrt, Gastronomie, Veranstaltungen und Kontaktdaten und macht ihr Buch so auch zu einem erzählenden Reiseführer.

Susanne Wingels, Jg. 1969, lebt mir ihrer Familie in Hasselt/Bedburg-Hau. Die gelernte Industriekauffrau und Übersetzerin kennt den Niederrhein wie ihre Westentasche.

Susanne Wingels, NIEDERRHEIN. Schlösser, Burgen, Herrenhäuser und Rittergüter, 72 S. mit zahlr. Farbfotos, geb. Wartberg Verlag, 16.90 €

Literatur mag uns gerade ein Kompass sein…

7 Apr, 2020

Literatur mag uns gerade ein Kompass sein…

Wenn wir in diesen Tagen zuhause bleiben müssen, ist gute Literatur angesagt. Bücher machen den Kopf klar. Lassen uns die Welt verstehen. Vertreiben Nebel der Panik und Verunsicherung. Wenn unruhige Zeiten ausbrechen, mag uns die Literatur ein Kompass sein.

Ihr Hintzen-Team berät zu den Geschäftszeiten persönlich am Telefon. Wir beantworten auch Anfragen und Suchaufträge per Mail. Nur die Ladentür ist geschlossen, die Buchhandlung nicht! Und die Buchhändler*innen lesen zuhause fleißig, damit ihr etwas Gutes zu lesen bekommt.

Da wir jetzt jedes Buch mit Rechnung versehen und für die Lieferung vorbereiten, verpacken, herumfahren, zur Post gehen schaffen wir es zeitlich gerade nicht, hier aktuelle Titelempfehlungen einzustellen. Darum ruft uns mit Wünschen und Fragen an. Und wenn die Leitung besetzt ist, sprecht Eure Telefon-Nummer auf das Band, wir melden uns zurück und bleiben gerne mit Ihnen im Gespräch. Wir sehen uns wieder!

Simenon zum Sammeln. Mit dem belgischen Krimi-Klassiker durchs Jahr

29 Aug, 2019

Simenon zum Sammeln. Mit dem belgischen Krimi-Klassiker durchs Jahr

Der Atlantik Verlag bringt von Juli 2019 bis ins Jahr 2026 alle Romane von George Simenon in einer neuen, modernen Taschenbuch-Edition heraus – ein Mammut-Projekt! Der Buchhandel unterstützt dieses Unterfangen. Bei uns kann man sich kostenlos eine nostalgische „Simenon Sammelkarte“ abholen. Wer alle Titel, die im ersten halben Jahr der Aktion erscheinen, kauft, kann sich im Januar über ein besonderes Geschenk vom Atlantik Verlag freuen – überreicht von eurer Buchhandlung.
Zwei Romane von August wecken z.B. die Reiselust: Einer entführt euch an die Côte d’Azur, der andere nimmt euch mit auf einen rasanten Road Trip durch die USA…

Über den belgischen Krimi-Klassiker: Georges Simenon wurde am 13. Februar 1903 in Lüttich geboren, wo er in ärmlichen Verhältnissen aufwuchs. Er war ein guter Schüler, musste die Schule jedoch aufgrund einer schweren Erkrankung seines Vaters, der Versicherungsangestellter war, vorzeitig verlassen. Erste Erfahrungen mit der Literatur machte er als Verkaufsgehilfe in einer Buchhandlung, wurde aber bereits nach sechs Wochen entlassen. Eine Konditorlehre brach er vorzeitig ab. Danach wurde er Lokalreporter bei der „Gazette de Liége“, wo er Prozessberichte und eine Klatschspalte schrieb. Schon 1920 erschien sein erster Roman „Au Pont des Arches“. 1923 ging Simenon nach Paris. In den zwanziger Jahren verdiente er recht gut mit dem Schreiben von Groschenromanen. Pro Jahr schrieb er etwa 100 Kurzgeschichten, die er weiterhin unter verschiedenen Pseudonymen veröffentlichte, da er sich noch nicht als vollwertigen Schriftsteller betrachtete. Bis 1924 war Simenon Privatsekretär und Reisebegleiter des Marquis de Tracy, im Jahre 1925 schloss er einen Vertrag mit dem Verleger Tallandier über die regelmäßige Lieferung von Groschenromanen. Den ersten seiner Romane, „Le roman d’une dactylo“, schrieb er an einem Vormittag im Sommer 1924 auf einer Cafe-Terrasse. Seinen Kommissar, Jules Maigret, schuf er 1929. Bis 1934 schrieb er 38 Maigret-Romane; anschließend Romane der Psychologie, bis er im zweiten Weltkrieg die Figur Maigret wieder aufnahm.
1945 immigrierte Simenon in die USA, kehrte aber 1955 nach Frankreich zurück. Bis 1972 schrieb er zwei bis drei „Maigret“-Romane pro Jahr und etwa dieselbe Anzahl an Psycho-Thrillern. Seinen Lebensabend verbrachte Simenon in der Schweiz. Er starb 1989 in Lausanne.

Georges Simenon gilt als der »meistgelesene, meistübersetzte, meistverfilmte, in einem Wort: der erfolgreichste Schriftsteller des 20. Jahrhunderts« (Die Zeit). Seine erstaunliche literarische Produktivität (75 Maigret-Romane, 117 weitere Romane und mehr als 150 Erzählungen), viele Ortswechsel und unzählige Frauen bestimmten sein Leben. Rastlos bereiste er die Welt, immer auf der Suche nach dem, »was bei allen Menschen gleich ist«. Das macht seine Bücher bis heute so zeitlos.

Vea Kaiser: „Rückwärtswalzer“ oder die Manen der Familie Prichinger

12 Apr, 2019

Vea Kaiser: „Rückwärtswalzer“            oder die Manen der Familie Prichinger

Vea Kaiser „Rückwärtswalzer“

Verlag Kiepenheuer & Witsch, 430 S., 22 €

„Voller Verve, Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von einer Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren und von den Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht.

Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien bis zum Balkan. Auf der 1029 Kilometer langen Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander.

Mirl, die älteste der Schwestern, muss nach dem Krieg schon früh Verantwortung übernehmen und will nur weg aus dem elterlichen Gasthof, weg vom Land. Doch weder die Stadt noch ihre Ehe entwickeln sich so, wie sie es sich erträumte. Wetti interessiert sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Als Putzfrau im Naturhistorischen Museum kennt sie die Präparate der Sammlungen bald besser als jeder Kurator, und als alleinerziehende Mutter einer dunkelhäutigen Tochter schockiert sie die Wiener Gesellschaft. Und Hedi, die Jüngste im Bunde, lernt Willi zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben kennen, an dem sie mit selbigem fast schon abgeschlossen hat. Denn die drei Schwestern haben in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran.“ (Kiepenheuer & Witsch)

Vea Kaiser wurde 1988 geboren und lebt in Wien, wo sie Altgriechisch, Latein und Germanistik studierte. Mit 23 Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman »Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam«, der ebenso wie ihr Zweitling »Makarionissi oder Die Insel der Seligen« zum Bestseller avancierte und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. »Rückwärtswalzer« ist ihr dritter Roman.

-> Bitte beachten Sie auch unter „Veranstaltungen“ die Lesung mit Vea Kaiser im Museum Kurhaus Kleve am 13. Juni 2019, 19.30 Uhr!

Und das sagt die Presse:

»Sterben und Trauer verarbeitet sie auf berührende, aber durchweg komische Art und Weise. […] Vea Kaiser zeigt, dass man auch anspruchsvolle Themen unterhaltsam erzählen kann.« Veronika Schuchter, Deutschlandfunk Büchermarkt

»Vea Kaiser kann erzählen. Und so ist es durchaus vergnüglich, ihr zu folgen, wie sie all diese Geschichten mit Farbe auffüllt […] und wie sie es schafft, kleine Situationen das große Ganze erklären zu lassen.«   Jochen Overbeck, SPIEGEL Online

»Ein irrwitziger, warmherziger Roadtrip, wie ihn nur die ungekrönte Königin des literarischen Familienepos erfinden kann.«   Sulzbacher-Rosenberger Zeitung

»Jede Zeile des soeben bei Kiepen­heuer & Witsch erschienenen Romans der österreichischen Autorin Vea Kaiser verrät die bedingungslose Zuneigung zu all ihren wunderbar erdachten und vermutlich auch alltäglichen Zufallsbegegnungen oder verwandtschaftlichen Bindungen abgeschauten Figuren.« Bernadette Lietzow, Tiroler Tageszeitung

»Ein warmherziges Loblied auf die Familie als Halt und Hort.« Stefan Sprang, Hessischer Rundfunk

Alles, was man im Leben braucht…

11 Apr, 2019

Alles, was man im Leben braucht…

Christoph Hein „Alles, was du brauchst“

Hanser Verlag, 15 €

Was man wirklich im Leben braucht, das hat in 20 wichtigen Kapiteln Christoph Hein in diesem wunderschönen Buch poetisch und ausführlich beschrieben. Rotraut Susanne Berner hat es fantasievoll illustriert. Vielleicht schenkt Christoph Hein sich und uns dieses Büchlein zu seinem Geburtstag, er wurde gerade 75 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch! Also, wer noch ein Geschenk sucht…?

„Ein charmanter Blick auf 20 Dinge, die Kinder brauchen und keiner entbehren sollte. Das Wichtigste ist natürlich ein Freund, auf den man sich immer verlassen kann. Und eine Mutter, die – auch wenn sie nervt – für einen sorgt und uns tröstet. Eine Tante oder Oma, die immer Zeit zum Spielen hat, ist unverzichtbar, und ein Haus- oder Stofftier zum Kuscheln. Ein Kinderzimmer, ein Bett und ein Fahrrad muss jeder besitzen. Und ein Lieblingsgericht sollte man kochen und ein Instrument spielen können. Christoph Hein weiß außerdem gute Gründe, warum Entdeckungen und Erfindungen besonders wichtig sind. Und warum eine gute Geschichte, Tränen und das Verliebtsein unser Glück perfekt machen.“ (Hanser Verlag)

„Expedition Leben“ – ein Buch für Freigeister, Soul Sisters (and Brothers), für Suchende, Reisende und alle, die ihren Weg bestimmen möchten

5 Apr, 2019

„Expedition Leben“ – ein Buch für Freigeister, Soul Sisters (and Brothers), für Suchende, Reisende und alle, die ihren Weg bestimmen möchten

Dorothee Dahl

„Expedition Leben. Du bestimmst deinen Weg“

DAHL & DOTTIR* Edition (Selbstverlag/epubli)

200 Seiten, 19,– €

Warum man dieses Buch lesen sollte, schreibt die Autorin selbst:

„Es ist dein persönlicher Reisebegleiter in ein freies, authentisches und selbstbestimmtes Leben und unterstützt dich dabei herauszufinden, wer du bist, was du wirklich willst und wie ein Leben aussieht, das zu dir passt. 

Wenn du dieses Buch liest und die begleitenden Übungen machst, wirst du dich selbst und andere besser verstehen. Konkrete Anleitungen helfen dir zu lernen, wie du mit Herausforderungen leichter umgehen kannst, und starke Fragen unterstützen dich dabei, das für dich Wesentliche zu entdecken und deinen persönlichen Fokus zu finden.

Unabhängig davon, wie alt du bist und in welcher Lebensphase du dich gerade befindest, begleitet dich dieses Buch dabei, dich neugierig auf den Weg zu machen, um etwas richtig Schönes aus deinem Leben zu machen und dabei ganz viel Glück in jeden Tag zu holen.“

Zur Autorin:

Dorothee Dahl ist bekannt aus ihrem Podcast „Expedition Leben“, mit dem sie jede Woche Zuhörern frische Inspiration bringt, die Lust auf Leben und persönliche Entwicklung haben. Sie begleitet als Mutmacherin, Lebensgeschichtenzuhörerin und akademisch qualifizierter Lifecoach Menschen auf der Expedition ihres Lebens. In online oder persönlichen Coachings hilft sie bei der Umsetzung kleiner und großer Träume, ist da, wenn es schwierig wird und unterstützt bei der Verarbeitung essentieller Lebenserfahrungen. Sie hilft ihren Klienten, den eigenen Weg zu finden, begleitet sie ein Stückchen und befähigt sie dann, ihn aus eigener Kraft weiter zu gehen.  Weitere Infos auf www.dorotheedahl.de

*DAHL & DÓTTIR ist aus dem ehemaligen DAHL Verlag entstanden, den der Buchhändler und Schriftsteller Jürgen Dahl in den 1960er Jahren gegründet hat. Seine Tochter Dorothee hat 2019 die Familientradition wieder aufgegriffen und wird ihre eigenen Publikationen aber auch die ihres Vaters in Zukunft unter diesem Label veröffentlichen. Die ersten 4 Bücher von Dorothee Dahl erschienen im CADMOS Verlag. Dóttir ist isländisch und heißt Tochter.

Hinweis: Dorothee Dahl ist am 16. Mai 2019 mit einer Lesung aus ihrem Buch und einem Miniworkshop zu Gast in unserer Buchhandlung (siehe unter „Veranstaltungen“).

Ein Klassiker der Zukunft: Odinskind

18 Okt, 2018

Ein Klassiker der Zukunft: Odinskind

Pettersen, Siri
Die Rabenringe – Odinskind #1

ISBN: 978-3-03880-013-2
Arctis Verlag
GEB 20.00 EUR

„Kurz vor dem Ritual, dem sich alle Ymslinge im Alter von 15 Jahren unterziehen müssen, erfährt Hirka, dass sie ein Odinskind ist – ein Wesen nicht von dieser Welt, das nichts bringt, außer Verderbnis, die so genannte „Fäulnis“ und den Weg ebnet für die Blinden, einen unaussprechlichen Schrecken!

Sie flieht! Nicht nur vor dem Ritual, dem unumstößlichen, Macht habenden Rat und dessen weltweiten Einfluss. Doch einen Ort gibt es… Ravnhov, das einzige Gebiet in ganz Ymsland, die sich nicht dem Willen des Rates beugt und so zu einer möglichen Zuflucht für Hirka werden könnte… Wenn nicht…

„Odinskind“ ist der großartige Beginn einer Trilogie, die nicht nur facettenreiche, gut durchdachte Charaktere aufzuweisen hat, sondern auch eine tiefreichende, ausgeklügelte Story, die im Verlauf des Buches derart auf den Kopf gestellt wird, dass man verblüfft ist vom Einfallsreichtum der Autorin.
Gekonnt gesponnen und verwebt! Traumhaft!“ (Anette Latos, Buchhändlerin)

„ODINSKIND ist der furiose Auftakt der RABENRINGE-Trilogie, das große nordische Epos über eine Welt voller Vorurteile, Machtkämpfe und Liebe.“ (Arctis Verlag)

„Ein Klassiker der Zukunft.“ Dagens Nyheter/Schweden

„Eine fesselnde Geschichte, komplexe Figuren und eine Welt, die fasziniert.“ Helsingin Sanomat/Finnland

„Heimat. Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug

10 Sep, 2018

„Heimat. Ein deutsches Familienalbum“ von Nora Krug

„Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt?“

Sie lebt seit über 17 Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Und was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. „Heimat“ ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt. (Penguin Books)

«Nora Krug hat ein eindrucksvolles graphisches Werk über eine düstere Zeit der Geschichte geschaffen. Eine Zeit, die uns bis heute verfolgt. Krug stellt Fragen und sucht nach der Wahrheit, sie weicht dem schwierigen Erbe ihrer Familie und ihres Landes nicht aus. Sie fragt auch, wie jeder von uns seine Familiengeschichte durchsteht. Am Ende kann das nur heißen, vor den Antworten nicht die Augen zu verschließen.» (Maira Kalman, Illustratorin, u.a. für „The New Yorker“ und Autorin „43 Gründe, warum es aus ist“)

Nora Krug
„Heimat“
Penguin/Random House
geb., 28 €